Retour aux actualités
Divers

Klaus Zellmer wird vom Skoda-Chef zum Volvo-Boss

Klaus Zellmer wird vom Skoda-Chef zum Volvo-Boss

Der bisherige Skoda-Chef Klaus Zellmer (59) wird spätestens im Oktober 2027 neuer Präsident und CEO von Volvo Cars. Er wird den bereits 75 Jahre alten Håkan Samuelsson ablösen, der vor wenigen Tagen angekündigt hatte, nach Vertragsende im April 2027 nicht mehr Vollzeit arbeiten zu wollen.

Klaus Zellmer wird neuer Volvo-Chef

Bild: Volvo Cars

Mit der Personalie passiert im Grund genau das, was Volvo Cars im März 2025 bei der Ernennung von Håkan Samuelsson als CEO angekündigt hatte: Der Schwede, der bereits von 2012 bis 2022 der CEO von Volvo gewesen war, sollte die Leitung des Unternehmens interimistisch für circa zwei Jahre leiten, bis ein dauerhafter neuer CEO gefunden ist.

Eben diesen neuen CEO hat die schwedische Traditionsmarke, die seit 2010 zum chinesischen Geely-Autokonzern gehört, nun in Klaus Zellmer gefunden. Dieser ist seit 2022 Chef der tschechischen Volkswagen-Tochter Skoda und war zuvor Vertriebsvorstand der Marke VW. Zugleich hat er aber auch reichlich Erfahrung im Premiumsegment, denn Klaus Zellmer war von 1997 bis 2020 in verschiedenen Positionen bei Porsche aktiv und verbrachte dort den Großteil seiner bisherigen Laufbahn.

„Klaus Zellmer vereint profunde Automobilexpertise mit umfassender internationaler Führungserfahrung und einer beeindruckenden Erfolgsbilanz bei der Begleitung von Unternehmen durch Transformationsprozesse und sich wandelnde Marktbedingungen“, sagt Geely-Gründer und Volvo-Verwaltungsratsvorsitzender Li Shufu. „Seine Erfahrung sowohl im Premiumsegment als auch bei volumenstarken Marken passt hervorragend zu Volvo Cars. Der Verwaltungsrat ist überzeugt, dass Volvo Cars unter der Führung von Klaus Zellmer auf seinen starken Fundamenten aufbauen und mit dem klaren Ziel, seine Position als führender Premium-Automobilhersteller weiter zu stärken, in das nächste Kapitel starten wird.“

Klaus Zellmer lobt Design und Markenidentität von Volvo

Klaus Zellmer selbst sagt: „Ich freue mich sehr, Volvo Cars in einem so wichtigen Moment der Unternehmensentwicklung beizutreten. Nur wenige Automobilmarken haben sich einen so starken und beständigen Ruf für Sicherheit erarbeitet und diesen zentralen Wert im gesamten Mobilitätssektor konsequent gelebt. Ich bewundere die zeitlose, moderne Designsprache von Volvo Cars und die Klarheit der Markenidentität. Das Unternehmen verfügt über ein solides Fundament und ein erfahrenes Team, und ich freue mich darauf, gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen bei Volvo Cars auf diesen Stärken aufzubauen.“

Nach fast 100 Jahren am Markt sei die Fähigkeit von Volvo Cars, sich immer wieder neu zu erfinden, sowohl eine bemerkenswerte Leistung als auch eine ständige Herausforderung, so Klaus Zellmer weiter: „Ich freue mich darauf, zur Weiterentwicklung des Unternehmens beizutragen und gemeinsam mit Ihnen das nächste Kapitel zu gestalten.“

Zellmer wäre wohl gern Porsche-Chef geworden

Dass Klaus Zellmer den VW-Konzern nach fast 30 Jahren verlässt, deutet womöglich darauf hin, dass ihm dort der weitere Karriereweg verbaut ist. Zuvor war er monatelang in verschiedenen Medien – etwa von „Bild“, dem „Handelsblatt“ und später auch der „Wirtschaftswoche“ – als heißer Kandidat für die Nachfolge von Oliver Blume als Porsche-Chef gehandelt worden. Dass vergangenen Herbst jedoch nicht er, sondern der externe Kandidat Michael Leiters auf diesen Posten berufen wurde, könnte seinen Abschied nun erklären und von einer gewissen Frustration zeugen.

Image 2: Volvo ex weltpremiere

Bei Volvo Cars erwartet Klaus Zellmer nun die Verantwortung für einen weitreichenden Konzernumbau. Das Unternehmen hatte zuletzt seine Profitabilitätsziele verfehlt und einen Umsatzeinbruch in China erlitten. Volvo Cars will bis Ende des Jahreszehnts nun 13 neue Modelle auf den Markt bringen, davon sieben für westliche Märkte und sechs für China. Diese dürfen unter keinen Umständen zum Flop werden. Volvo will dadurch seine Marktanteile bei E-Autos und Plug-in-Hybriden verdoppeln. Erst vergangene Woche hatten die Schweden ihre ersten „Long Range Plug-in-Hybride“ mit bis zu 200 Kilometer elektrischer Reichweite vorgestellt.

Håkan Samuelsson hatte vergangenen Donnerstag mit einer Äußerung beim Volvo-Strategietag dafür gesorgt, dass seine Nachfolger zeitnah öffentlich gemacht werden musste. Denn auf die Frage einer Analystin der Nordea-Bank sagte er, er plane nach Ende seines Vertrags im kommenden April nicht länger Vollzeit zu arbeiten.

Auch neuer Deutschlandchef benannt

Unterdessen gibt es auch einen Wechsel an der Spitze von Volvo in Deutschland: Herrik van der Gaag, Geschäftsführer der Volvo Car Germany GmbH und Volvo Cars Netherlands sowie Head of Central Europe, hat sich nach mehr als acht Jahren entschieden, das Unternehmen zu verlassen. Sein Nachfolger an der Spitze von Volvo in Deutschland wird ab dem 1. Oktober 2026 René Müller. Der bisherige Director Commercial Operations von Volvo in Deutschland war zuvor als Chief Operating Officer von Smart Europe tätig.

VolkswagenFordGMVolvoPorscheSkodaSmartrangehybridplug-in

Source: electrive.net