Pierwsza jazda Xpeng L03: wreszcie chiński samochód, który nie hałasuje

Vorbei sind die Zeiten, in denen noch jeder gefragt hat, wie man „Xpeng“ denn eigentlich ausspricht. In der Mittel- und Oberklasse ist der Newcomer aus Guangzhou längst angekommen, mit P7, G9/G6 und X9 steht von einer schnittigen Limousine bis zum geräumigen Familienbus ein ordentliches Lineup. Mit dem L03 rundet Xpeng seine Palette nun nach unten hin ab. Wir durften den Wagen vor den ersten Kundenauslieferungen zwei Tage lang im Dreiländereck rund um Basel testen.
Massentaugliches Design
Optisch kommt der 4,65 Meter lange Wagen futuristisch-gefällig daher. Er sieht zwar modern aus, eckt aber nirgends an. Das Heck mit durchgängigem Leuchtstreifen folgt dem Zeitgeist ebenso wie die restliche Karosserie. Das kräftige Lila unseres Testwagens („Phantom Purple“) hebt sich von den übrigen Weiß- und Graustufen ab, knalligere Farbtöne sucht man vergebens. Einen sportlichen Akzent setzen die gelben Bremssättel, die verschließbaren Lufteinlässe tun der Front gut. Der L03 schafft besser als andere den Spagat, eindeutig elektrisch auszusehen, ohne wie ein Raumschiff daherzukommen.
Innenraum: Vorbild für die Konkurrenz
Wir nehmen Platz und stellen mal wieder fest: Am Material sparen die Chinesen nicht. In den meisten europäischen Modellen in dieser Preisklasse (und auch darüber) sieht man wesentlich mehr Hartplastik oder schlampigere Verarbeitung. Xpeng erlaubt sich hier keine Patzer und bringt Oberklasse-Feeling in die Mittelklasse. Neun bzw. 18 Lautsprecher (letztere nur in der Ultra-Version) sorgen für einen hochwertigen Klang. Sogar das Einspielen von Navi-Ansagen und Telefongesprächen in Lautsprecher im Fahrersitz ist möglich. Jedes einzelne Premiumfeature (dazu unten mehr) wie auch der hochwertige Innenraum sind an sich keine Weltneuheiten – für einen Einstiegspreis von 35.600 Euro aber doch beachtlich.

Bild: Xpeng
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Viel Platz für Passagiere, weniger für Gepäck
Die Sitze vorne finden den richtigen Kompromiss zwischen Seitenhalt und Komfort. In der Klasse unter 40.000 Euro ziemlich einzigartig sind die Massagesitze. Hier fährt nicht nur alibimäßig die Lordosenstütze hoch und runter, nein, es wird richtig zugepackt. Von den Schultern bis zum Gesäß werden Fahrer und Beifahrer beherzt durchgeknetet, der Geräuschpegel geht dennoch in Ordnung. Sitzlüftung und -heizung sind selbstredend auch dabei, allerdings auch nur vorne. Die Fonds-Passagiere müssen auf derlei Gimmicks verzichten, sitzen aber deshalb nicht weniger bequem. Die Rückenlehnen sind relativ stark geneigt, wodurch die Kopffreiheit auch für große Menschen trotz der abfallenden Dachlinie erstaunlich gut ist. Erkauft wird das gute Platzangebot für die Passagiere mit einem übersichtlichen Kofferraum, der nur 367 Liter fasst. Als Ausgleich gibt es eine dreigeteilt umklappbare Rückbank und praktische Taschenhaken, damit die Einkäufe nicht durch die Gegend fliegen. Ergänzt wird der Stauraum von einem Frunk, der bei den Heckantrieben 89 Liter und bei den Allradlern 44 Liter fasst.
Solides Fahrwerk
Unter herbstlichen Bedingungen fahren wir durch den Schwarzwald und das Elsass. Von deutscher Autobahn über französische Landstraßen bis Schweizer Stadtverkehr ist alles dabei. Wir stellen fest: Er macht all das Genannte richtig gut. Auf der Autobahn sprintet er zügig bis zu den elektronisch abgeriegelten 193 km/h, die 100 km/h-Marke fällt schon nach 4,5 Sekunden. Bei hohen Geschwindigkeiten könnte der Wagen ein bisschen straffer abgestimmt sein – unsicher fühlt man sich aber zu keiner Zeit. Der Geräuschpegel ist zwar höher als bei den Wettbewerbern aus Deutschland, aber unangenehm laut ist es dennoch nicht.
Auf kurvigen Landstraßen merkt man, dass die Karosserie den Bewegungen des Fahrwerks etwas hinterherhinkt, die Wankbewegungen sind doch ordentlich und die Lenkung ist in der härtesten Einstellung immer noch recht weich. Auch die Pedalkennlinien brauchen noch etwas Feinschliff, der Übergang in die Rekuperation ist stellenweise holprig.
Aber das sind alles Feinheiten, insgesamt fährt der L03 sehr souverän, vor allem für ein Fahrzeug in dieser Preisklasse.
Das Maximum aus 400 Volt rausgeholt
An der Ladesäule zeigt Xpeng, was mit 400 Volt alles geht: 236 kW Spitzenleistung (beim kleinen Akku 193 kW) – das war vor wenigen Jahren noch die Größenordnung, in der Luxuslimousinen wie der i7 und der EQS geladen haben. Der 58,2 respektive 71,1 kWh große LFP -kku erreicht die 10-bis-80-%-Ladung damit in unter 20 Minuten. Außerdem sind serienmäßig noch ein 11-kW-AC-Lader und V2L dabei. Letzteres gibt Xpeng mit 6 kW an – das dürfte der Maximalwert für China sein, bei anderen Fahrzeugen hatten sie normkonform für den Schukostecker höchstens 3,6 kW freigeschaltet.
Assistenzsysteme: Autobahn top, Einparken flop
Auf der Autobahn hält das Level-2-System zuverlässig Spur und Abstand, auch automatische Spurwechsel durch Setzen des Blinkers geschehen flott und souverän. Bis 150 km/h kann man sich so ziemlich stressfrei chauffieren lassen, zumal die Handerkennung kapazitiv arbeitet und man nicht ständig am Lenkrad rütteln muss. So sehr uns die Assistenzsysteme auf der Autobahn überzeugen konnten, so durchwachsen waren sie andernorts. Für Landstraßen ist das System eher nicht geeignet. Es bemüht sich redlich, stößt aber schnell an seine Grenzen. Ähnlich sieht es beim automatischen Einparken aus: Auf einem leeren Parkplatz mit schönen Parklücken arbeitet es sauber und gemütlich. Diese Gemütlichkeit macht es für das Einparken am Straßenrand aber leider untauglich: Viel zu langsam zirkelt der Wagen in die Lücke und immer, wenn ein anderes Auto auch nur auf der Gegenspur vorbeifährt, wird der Parkvorgang pausiert.

Bild: Xpeng
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Ruckelfrei und aufgeräumt: Software kann Xpeng
Mal mehr und mal weniger zutreffend wird chinesischen Autobauern gerne nachgesagt, Software sei ihre Kernkompetenz. Bei Xpeng stimmt das tatsächlich. Die Software funktioniert einfach – ohne Mucken. Besonders erfreulich ist die Navikarte im Head-up-Display – auch das kannte man bisher vor allem aus deutschen Premiumfahrzeugen. Selbstredend ist Google Maps nativ integriert und für Musikstreaming können allerlei Apps ausgewählt werden. Wem das nicht reicht, kriegt kabelloses Apple CarPlay und Android Auto dazu. Damit das Smartphone dabei nicht überhitzt, wird die Ladeschale aktiv gekühlt. Besonders clever gemacht ist die Rückfahrkamera, die ebenfalls in das Head-up-Display projiziert wird. Auf die Idee muss man erstmal kommen, so kann man beim Einparken mit einem Blick gleichzeitig nach vorne und nach hinten schauen. Klingt verrückt, funktioniert aber erstaunlich gut.
| | **L03 Standard Range | L03 Long**Range | L03 Performance | L03 Performance Ultra |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Antrieb | RWD | RWD | AWD | AWD |
| Leistung | 180 kW | 180 kW | 285 kW | 285 kW |
| Drehmoment | 264 Nm | 264 Nm | 431 Nm | 431 Nm |
| Beschleunigung | 7,5 s | 6,6 s | 4,5 s | 4,5 s |
| Höchstgeschw. | 180 km/h | 180 km/h | 180 km/h | 180 km/h |
| WLTP–Reichweite | 445 km | 520 km | 440 km | 440 km |
| Batteriekapazität | 58,3 kWh | 71,2 kWh | 71,2 kWh | 71,2 kWh |
| Ladeleistung DC | 193 kW | 236 kW | 236 kW | 236 kW |
| Ladezeit DC 10-80% | 20 min | 20 min | 20 min | 20 min |
| Ladeleistung AC | 11 kW | 11 kW | 11 kW | 11 kW |
| Ladezeit AC 5-100% | 6,8 h | 8,3 h | 8,3 h | 8,3 h |
| Preis | 35.600 Euro | 38.600 Euro | 41.600 Euro | 46.600 Euro |
Die Preise sind eine Kampfansage
Es klang im Laufe dieses Berichtes schon an: Uns begeistert vor allem die Kombination aus Ausstattung und Preis. Für die heckgetriebene Basisvariante mit kleiner Batterie geht es bei 35.600 Euro los. Für 3.000 Euro mehr verbaut Xpeng die große Batterie, weitere 3.000 Euro ergänzen einen Allradantrieb. Selbst die von uns getestete Performance Ultra Version ist für 46.600 Euro zwar nicht billig, mit Blick auf die Preise der Wettbewerber aber immer noch sehr attraktiv. Das gilt auch für die Aufpreisliste, die erfreulich kurz ist. Für 990 Euro gibt es eine manuelle Anhängerkupplung, für 950 Euro eine andere Farbe als das Standardweiß und für 1.200 Euro die Black Edition. Das wars. Für diverse Premium-Features muss man zum Ultra greifen, auch die Versionen darunter sind aber bereits sehr ordentlich ausgestattet.

Fazit
Xpeng bringt mit dem L03 seine gewohnten Stärken in eine neue Größen- und Preisklasse. Insbesondere in der Ultra-Variante liegt die Ausstattung teilweise deutlich über dem Niveau der Wettbewerber. Den einen oder anderen Fehler verzeiht man mit Blick auf den attraktiven Preis. Mit Blick auf den europäischen und ganz besonders den deutschen Markt gewinnt man hier einmal mehr den Eindruck, dass Xpeng die westlichen Märkte besser versteht als viele andere Marken aus dem Reich der Mitte. In Europa soll der L03 noch dieses Jahr zu den Kunden rollen – bei den aktuellen Spritpreisen wird dieser Preis-Leistungs-Kracher wohl auch für Elektroneulinge interessant.