BMW-Brilliance-Belegschaft berichtet von 1.800 Kündigungen

Laut Berichten chinesischer Medien hat das Joint Venture BMW Brilliance am 2. November 2026 mit Entlassungen begonnen. Mitarbeiter sollen über einen Umfang von etwa 1.800 Kündigungen gesprochen haben, das entspricht rund 9,5 Prozent der Belegschaft von BMW Brilliance. Von offizieller Seite gab es dazu noch keine Stellungnahme.
Bild: BMW China
Das Joint Venture BMW Brilliance Automotive (BBA) hat seit dem 2. November rund 1.800 Kündigungen ausgesprochen. Das berichten chinesische Medien, allen voran das Tech-Magazin QuantumBit ROBO, das sich auf Aussagen von Mitarbeitenden des Joint Ventures beruft. Die Kündigungswelle betrifft den Hauptsitz und Produktionsstandort Shenyang, der zugleich die weltweit größte Fertigungsstätte der BMW Group ist. Bislang waren dort knapp 19.000 Angestellte beschäftigt. Eine offizielle Stellungnahme von BMW Brilliance zu den Maßnahmen liegt bislang nicht vor.
Die Kündigungen in China betreffen vor allem das Personal in der direkten Produktion, aber auch im Verwaltungsbereich mussten Mitarbeitende gehen. Arbeitskräfte aus allen Alters- und Hierarchiestufen, von jungen Angestellten bis hin zu langjährigen Führungskräften kurz vor dem Ruhestand, wurden entlassen.
Auf globaler Ebene möchte BMW, unabhängig von den Maßnahmen in China, rund 8.000 Stellen abbauen – das entspricht etwa fünf Prozent der weltweiten Belegschaft von 154.000 Mitarbeitenden. In Deutschland betrifft dieser Rückgang jedoch fast ausschließlich Verwaltungs- und Entwicklungsbereiche und wird ohne betriebsbedingte Kündigungen über ein freiwilliges Abfindungsprogramm abgewickelt. Der Ansturm auf diese Exit-Pakete war so groß, dass alle 5.000 Plätze innerhalb von drei Tagen vergeben waren und das Portal vorzeitig geschlossen werden musste. Das chinesische Joint Venture setzt dagegen auf direkte Entlassungen in der Fertigung.
Den gekündigten Arbeitnehmern in Shenyang wird eine Abfindung nach dem Schema „N+5“ gezahlt, das sich aus den bisherigen Dienstjahren sowie fünf Monatsgehältern auf Basis des Grundgehalts zusammensetzt. Den Berichten zufolge kamen die Kündigungen für viele Beschäftigte kurzfristig: Sie wurden telefonisch oder in Einzelgesprächen benachrichtigt, teilweise direkt während der Schicht von der Arbeitsstelle abgezogen oder angewiesen, am Folgetag gar nicht erst in Arbeitskleidung zu erscheinen.
Schleichende Sparmaßnahmen sollen sich am Standort Shenyang allerdings schon länger abgezeichnet haben. Seit drei Jahren wurden kaum noch externe Fachkräfte neu eingestellt. Zudem wurden auslaufende befristete Verträge kaum noch verlängert, und der Einsatz externer Dienstleister drastisch zurückgefahren.
Auslöser für den harten Sparkurs ist die angespannte Finanzlage des Gesamtkonzerns. Im ersten Halbjahr 2026 fiel der Vorsteuergewinn der BMW Group um 29,4 Prozent, die EBIT-Marge im Automobilgeschäft halbierte sich auf 3,6 Prozent und lag damit weit unter dem Langfristziel von 8 bis 10 Prozent. Weltweit gingen die Auslieferungen in den ersten drei Quartalen 2026 um 4,9 Prozent auf etwa 1,71 Millionen Fahrzeuge zurück.
Haupttreiber dieser Entwicklung ist der chinesische Markt: Die Verkäufe von BMW und Mini brachen dort im selben Zeitraum um 21,8 Prozent auf rund 376.000 Fahrzeuge ein. Chinas Anteil am weltweiten BMW-Absatz schrumpfte dadurch von 32,3 Prozent im Jahr 2023 auf 25,4 Prozent im Jahr 2025.