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MINGA-Projekt: Autonomer E-Bus von MAN öffnet sich für Testnutzer

MINGA-Projekt: Autonomer E-Bus von MAN öffnet sich für Testnutzer

Das Projekt MINGA - kurz für „Münchens automatisierter Nahverkehr mit Ridepooling, Solobus und Bus-Platoons“ - will in Kürze einen entscheidenden Meilenstein erreichen: Ab 17. November sollen Testnutzer in einem autonomen Elektrobus von MAN mitfahren können. Vorab gab es bereits über 2.000 Voranmeldungen für eine Mitfahrt.

Autonomer E-Bus von MAN im MINGA-Projekt

Bild: MAN

Bereits seit 2023 läuft das Forschungsvorhaben MINGA, das vom Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt München verantwortet und mit rund 13 Millionen Euro durch das Bundesverkehrsministerium unterstützt wird. Nun tritt MINGA in eine neue Phase, in der erstmals die Öffentlichkeit autonome Fahrlösungen nutzen können soll. Dabei geht es einerseits um autonome On-Demand-Fahrzeuge auf Basis des VW ID. Buzz, die zwar schon auf öffentlichen Straßen getestet werden, aber bislang noch ohne Fahrgäste.

Andererseits ist ein autonomer Elektrobus auf Basis des MAN Lion’s City E ein zentrales Element von MINGA. Dieser wurde bereits seit dem Frühjahr auf einem Testgelände erprobt und hat Anfang September seinen Versuchsbetrieb im öffentlichen Straßenverkehr in München aufgenommen. Der vom Partner Adastec u.a. mit fünf LiDAR-Sensoren, sechs Radars, acht Kameras und Satellitenortung ausgestattete MAN Lion’s City 12 E ist seitdem bereits auf der Linie 178 zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl unterwegs. Allerdings noch nicht im regulären Linienbetrieb und ohne Fahrgäste, aber bereits auf der regulären Strecke.

Testnutzer ab 17. November an Bord

Im Rahmen der Testfahrten von MAN, MVG und SWM wurden die für den autonomen Betrieb zunächst noch erforderlichen Streckeninformationen gesammelt. Nun aber ist das Vorhaben so weit, in Kürze auch erste Testnutzer an Bord zu lassen. Ab dem 17. November sollen sie erstmals im autonomen MAN eBus zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl mitfahren können. Die Testfahrten finden montags bis freitags statt.

„Mit den ersten Testfahrten können Fahrgäste unsere Technologie nun im Alltag erleben. Das ist ein entscheidender Schritt. Denn neben einer sicheren und zuverlässigen Technik braucht es das Vertrauen der Menschen in autonome Fahrzeuge und das möchten wir gewinnen. Die jetzt gewonnenen Erfahrungen aus dem MINGA-Projekt fließen direkt in die Weiterentwicklung zukünftiger Fahrzeuggenerationen und weitere Anwendungen ein. Wir sind froh, diese Technologie als deutscher Nutzfahrzeughersteller in Europa für Europa zu entwickeln und das Projekt mit einem so professionell funktionierenden Konsortium umsetzen zu können“, sagt MAN-Entwicklungsvorstand Dr. Frederik Zohm.

Image 2: Autonomer Elektrobus von MAN mit Technologie von Adastec im MINGA-Projekt

Das Projekt stößt auf Interesse in der Bevölkerung: Für eine Mitfahrt in dem autonomen Elektrobus sind bereits mehr als 2.000 Voranmeldungen eingegangen. Bis Juni 2027 soll der Betrieb mit Testnutzern laufen. Während des gesamten Projekts befindet sich jederzeit ein Sicherheitsfahrer an Bord, der die Fahrzeugführung bei Bedarf unmittelbar übernehmen kann. Wer auch einmal an einer Testfahrt teilnehmen möchte, kann sich unter mvg.de/minga-anmeldung registrieren, um in einen Interessentenpool aufgenommen zu werden.

Neue Möglichkeiten für den ÖPNV

Münchens Bürgermeisterin Mona Fuchs sagt: „Zukünftig eröffnen autonome Busse neue Möglichkeiten für den öffentlichen Nahverkehr in München. Wir erleben gerade Zeiten, in denen Personalmangel und die angespannte Haushaltslage den tagtäglichen Betrieb unter Druck setzen. Dass wir als eine der ersten deutschen Städte eine solche Zukunftstechnologie erproben, ist ein starkes Signal für den Innovationsstandort München.“

Die Erfahrungen der Fahrgäste während der Testfahrten sollen wichtige Erkenntnisse dazu liefern, wie autonome Fahrsysteme im öffentlichen Nahverkehr betrieben werden können und wie sie von der Öffentlichkeit angenommen werden. Deshalb wird der Testbetrieb wissenschaftlich durch die Technische Universität München (TUM) sowie die Universität Stuttgart begleitet.

Autonome Busse bald skalieren

„Entscheidend ist für uns, ob und wie sich autonome Busse skalieren und künftig zuverlässig sowie wirtschaftlich in einen effizienten Linienverkehr integrieren lassen. Mit dem automatisierten 12-Meter-Bus erproben wir dabei erstmals eine Fahrzeuggröße, die das Potenzial für einen leistungsfähigen Einsatz im regulären Busbetrieb bietet“, sagt Sinaida Cordes, Prokuristin von SWM und MVG.