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Mercedes-Benz: Electra kauft 47 Ladeparks in Europa

Mercedes-Benz: Electra kauft 47 Ladeparks in Europa

Mercedes-Benz hat sein europäisches Schnellladenetz verkauft: Electra übernimmt 47 Ladeparks (31 in Deutschland, sechs in Österreich) mit 374 Ladepunkten. Mercedes-Kunden sollen über MB.CHARGE Public je nach Tarif bevorzugte Konditionen an über 800 Electra-Stationen bekommen.

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Als Mercedes-Benz im Juni 2025 seinen ersten Schnellladepark an einem Standort von 24-Autohöfe in Wernberg-Köblitz in Betrieb nahm, war das Teil eines weltweit geplanten Ausbaus: Bis zum Ende des Jahrzehnts wollte der Hersteller damals mehr als 10.000 Schnellladepunkte errichten. In Europa betreibt Mercedes seine Ladeparks künftig nicht mehr selbst. Sie gehen an den französischen Betreiber Electra, Mercedes bringt laut einer Mitteilung von Electra die digitale Anbindung über seinen Ladedienst MB.CHARGE Public ein.

Verkauf schon im Sommer beschlossen

Öffentlich gemacht wurde die Zusammenarbeit am 3. November. In der Mitteilung, die auch ein Zitat von Mercedes enthält, ist von einer Premium-Partnerschaft die Rede und davon, dass die 47 Mercedes-Ladeparks in Europa ab dem 1. November in das Electra-Netz integriert werden. Einen Verkauf erwähnt sie nicht.

Der Verkauf steht im Zwischenbericht von Mercedes zum 30. September. Demnach beschloss der Vorstand im Juli, das unternehmenseigene Schnellladenetzwerk in Europa zu veräußern. Der Kaufvertrag wurde am 3. August unterschrieben, der Vollzug war für das vierte Quartal geplant. Als zur Veräußerung bestimmt führt der Bericht Vermögenswerte von 99 Millionen Euro auf, darunter Sachanlagen von 73 Millionen Euro, sowie Schulden von 21 Millionen Euro. Das sind Werte aus der Bilanz, nicht der Kaufpreis. Wesentliche Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage erwartet Mercedes nicht.

Den Käufer nennt der Bericht nicht. Laut Handelsblatt erklärte eine Mercedes-Sprecherin, der Konzern überprüfe die Ausrichtung seines Ladenetzes fortlaufend und habe sich entschieden, das europäische Schnellladenetz an Electra zu veräußern. Zum Preis machten demnach beide Seiten auf Nachfrage keine Angaben.

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47 Ladeparks mit 374 Ladepunkten

Die 47 Ladeparks kommen zusammen auf 374 Ladepunkte. 31 Standorte liegen in Deutschland, sechs in Österreich, die übrigen zehn in weiteren europäischen Ländern. Electras Netz wächst in Deutschland laut Mitteilung damit von 50 auf 81 Standorte. Im kommenden Jahr will das Unternehmen allein hierzulande 200 Millionen Euro investieren. Europaweit nennt Electra mehr als 800 Stationen in zehn Ländern.

Für den Standort in Wernberg-Köblitz hatte Mercedes damals bis zu 400 kW genannt. Electra selbst nennt eine Netzverfügbarkeit von über 98,5 Prozent und für ausgewählte Standorte bis zu 600 kW.

MB.CHARGE Public Ladekarte vor Electra-Ladesäule

Was sich für Mercedes-Kunden ändert

Je nach Tarif sollen Kunden mit MB.CHARGE Public laut Electra bevorzugte Konditionen an Electra-Stationen in Europa bekommen, die Stationen im Fahrzeug und in der Mercedes-App finden und nutzen sowie kompatible Ladepunkte vorab aus dem Fahrzeug reservieren können. Für MB.CHARGE Public ist ein separater Ladevertrag mit einem ausgewählten Drittanbieter nötig. An den bisherigen Mercedes-Standorten soll das gewohnte Ladeerlebnis laut Mitteilung erhalten bleiben. Konkrete Preise und eine Laufzeit der Partnerschaft nennt die Mitteilung nicht.

Was Forum und Ladedaten zeigen

Im GoingElectric-Forum fiel der Wechsel schon vor der Mitteilung auf: Mitglieder berichteten aus Kassel und aus Mannheim von entfernten Mercedes-Sternen. In den von uns ausgewerteten Meldedaten ist die Umstellung noch nicht abgeschlossen. In unserer Ladedaten-Datenbank haben in Deutschland bisher acht der 31 Standorte zusätzlich Electra-Kennungen, in Österreich alle sechs (Stand 3. November). An den acht deutschen Standorten nennt der Datensatz einen Ad-hoc-Preis von 0,69 Euro pro Kilowattstunde.

Habt ihr schon an einem der früheren Mercedes-Standorte geladen, und was hat sich für euch geändert?

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