← Natrag na novosti
Ostalo

Zweiter Versuch: GWM startet Fertigung in Bulgarien

Zweiter Versuch: GWM startet Fertigung in Bulgarien

Ende 2025 prüfte Great Wall Motor verschiedene Standorte für ein erstes Werk in Europa. Vieles deutete darauf hin, dass die Entscheidung wohl auf Spanien oder Ungarn fallen wird. Nun soll die europäische Fertigung von Fahrzeugen wie dem Ora 5 allerdings in Bulgarien angesiedelt werden, wie der Konzern auf seinem Tech Day in Mailand am 27. Oktober 2026 verkündete.

Image 1: Gwm ora

Bild: Ora

GWM möchte langfristig keine Importmarke in Europa bleiben. Ziel des chinesischen Konzerns ist es, bis 2029 rund 300.000 Fahrzeuge pro Jahr in europäischen Werken zu fertigen. Hintergrund dieser Strategie sind nicht zuletzt die EU-Strafzölle auf chinesische Elektroimportfahrzeuge, die GWM durch eine Fertigung vor Ort umgehen kann. Dazu hat GWM bereits 2025 europäische Standorte für ein erstes Werk geprüft. Im Rennen waren unter anderem Spanien und Ungarn, wie Parker Shi, Präsident von GWM International, der Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

Nun verkündete GWM, dass die Wahl auf Bahovitsa in Bulgarien gefallen ist. Bahovitsa (Provinz Lovech) ist für seine Autoindustrie bekannt und GWM hatte dort bereits 2012 einen ersten Versuch unternommen, mit einem Montagewerk für vormontierte Baugruppen (SKD) als erster chinesischer Autobauer in Europa Fuß zu fassen. Anstelle eines Ausbaus der Fertigungsanlage kam es allerdings 2016 aufgrund der Insolvenz des bulgarischen Partners Litex Motors zu einem Produktionsstopp. Die Werkshallen gingen in den Besitz der Bulgarian Automotive Industry (BAI) über.

Ab 2027 möchte GWM dieses mittlerweile erneuerte Werk übernehmen. Im ersten Quartal soll die Serienmontage des elektrischen Kompakt-SUV Ora 5 starten, der als Importfahrzeug auch als Hybrid und Benziner bereits in Europa erhältlich ist. Das Werk bleibt dabei im Besitz von BAI, die als unabhängiger Auftragsfertiger agiert und die vertraglich festgelegten Stückzahlen produziert. Laut Anton Dontschew, Direktor für internationales Geschäft von BAI, markiert dieser Schritt erst den Beginn einer umfassenderen Zusammenarbeit.

Geplant ist für das Werk in Bahovitsa eine Fertigungskapazität von 50.000 Fahrzeugen im Jahr. Um das Ziel von 300.000 Autos bis 2029 in Europa erreichen zu können, muss GWM in den kommenden Jahren noch weitere Produktionsstandorte in Europa erschließen oder bestehende Kapazitäten stark ausbauen. „Von der lokalen Forschung und Entwicklung bis hin zur Fertigung vor Ort bauen wir ein vollständig lokales Ökosystem für Europa auf. Unser Ziel ist es, durch langfristige Investitionen und Partnerschaften gemeinsam mit den europäischen Kunden und Partnern zu wachsen“, erklärte GWM-CTO Nicole Wu auf dem Tech Day 2026 des Unternehmens im italienischen Mailand. „Wir werden zunächst mit einer SKD-Montage starten, einzelne Komponenten jedoch von Beginn an lokal beziehen.“