Xiaomi macht mit Elektroauto-Sparte erneut Verlust in Q2

Xiaomis Geschäft mit Elektroautos, KI und weiteren neuen Initiativen bleibt im zweiten Quartal 2026 in den roten Zahlen. Trotz deutlich höherer Fahrzeugauslieferungen verbuchte die Sparte einen operativen Verlust von 2,6 Milliarden Yuan. Gegenüber dem ersten Quartal hat sich das Minus allerdings verringert.
Xiaomi hat im zweiten Quartal 2026 mit seiner Sparte „Smart EV, AI and Other New Initiatives“ einen Umsatz von 24,9 Milliarden Yuan (rund 3,0 Milliarden Euro) erzielt. Das entspricht einem Plus von 17,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und von 25,3 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten diesen Jahres. Allein auf das Geschäft mit Elektroautos entfielen 23,9 Milliarden Yuan und damit 15,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Weitere Geschäftsfelder, darunter inzwischen auch Erlöse rund um Xiaomis KI-Modellreihe MiMo, steuerten eine Milliarde Yuan bei.
Wie schon in den Vorquartalen weist Xiaomi das E-Auto-Geschäft nicht separat aus, sondern gebündelt mit KI und weiteren neuen Initiativen. Zwar macht der reine Fahrzeugverkauf mit 23,9 von 24,9 Milliarden Yuan weiterhin den überwiegenden Teil des Segmentumsatzes aus, operativer Verlust und Bruttomarge lassen sich aber nicht eins zu eins dem Autogeschäft zuordnen.
Profitabel ist die Sparte jedenfalls nicht. Der operative Verlust belief sich im zweiten Quartal auf 2,6 Milliarden Yuan (rund 315 Millionen Euro). Damit schreibt der Bereich das zweite Quartal in Folge rote Zahlen. Gegenüber dem ersten Quartal, als noch ein Minus von 3,1 Milliarden Yuan (rund 400 Millionen Euro) angefallen war, konnte Xiaomi den Verlust allerdings reduzieren. Zuvor hatte die Sparte im dritten und vierten Quartal 2025 schwarze Zahlen geschrieben und damit erstmals auch ein Gesamtjahr mit operativem Gewinn abgeschlossen.

Gleichzeitig geriet die Bruttomarge des Bereichs weiter unter Druck. Sie sank von 26,4 Prozent im zweiten Quartal 2025 auf 19,2 Prozent. Bereits im ersten Quartal 2026 hatte sie mit 20,1 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau gelegen. Xiaomi führt den erneuten Rückgang unter anderem auf den geringeren Anteil des hochpreisigen SU7 Ultra am Absatzmix und gestiegene Preise wichtiger Komponenten zurück. Hinzu kamen höhere Kosten im KI-Geschäft. Die operativen Ausgaben der Sparte stiegen gleichzeitig binnen Jahresfrist um 25,7 Prozent auf 7,4 Milliarden Yuan.
Auslieferungen steigen auf mehr als 100.000 Fahrzeuge
Beim Fahrzeugabsatz zeigt die Entwicklung dagegen weiter nach oben. Xiaomi lieferte zwischen April und Juni 104.199 Elektroautos aus, 28,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gegenüber den 80.856 Fahrzeugen des ersten Quartals entspricht das sogar einem Zuwachs von knapp 29 Prozent. Der durchschnittliche Verkaufspreis sank allerdings auf 229.312 Yuan (rund 27.700 Euro) und damit um 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch hier macht sich der geringere Anteil des teureren SU7 Ultra bemerkbar.

Der SU7 bleibt dennoch eine wichtige Säule des noch jungen Autogeschäfts. Bis zum 17. August hat Xiaomi nach eigenen Angaben mehr als 500.000 Exemplare der Baureihe ausgeliefert. Im ersten Halbjahr 2026 war der SU7 zudem die meistverkaufte rein elektrische Limousine mit einem Preis von mehr als 200.000 Yuan auf dem chinesischen Markt.
Parallel investiert Xiaomi weiter kräftig in den Ausbau des Geschäfts. Von den konzernweiten Investitionsausgaben in Höhe von 3,6 Milliarden Yuan entfielen im zweiten Quartal 2,4 Milliarden Yuan auf die Sparte für Elektroautos, KI und weitere neue Initiativen. Die konzernweiten Forschungs- und Entwicklungsausgaben stiegen ebenfalls um 18,9 Prozent auf 9,2 Milliarden Yuan.
Für das Gesamtjahr hat sich Xiaomi ein Ziel von 550.000 ausgelieferten Fahrzeugen gesetzt. Von Januar bis Juli kamen laut CnEVPost 216.322 Einheiten zusammen. Im Juli gingen die Auslieferungen gegenüber Juni um rund zehn Prozent auf 31.267 Fahrzeuge zurück. Um das Jahresziel noch zu erreichen, müsste Xiaomi in den verbleibenden fünf Monaten also durchschnittlich rund 66.700 Fahrzeuge pro Monat ausliefern. Das liegt deutlich über dem zuletzt erreichten monatlichen Niveau.