Xiaomi baut Händlernetz für Deutschlandstart auf

Xiaomi konkretisiert seinen geplanten Marktstart in Deutschland. Für Vertrieb und Service seiner Elektroautos ab 2027 hat der chinesische Konzern Vereinbarungen mit acht deutschen Handelsgruppen geschlossen.
Der chinesische Hersteller treibt die Vorbereitungen für seinen Einstieg in den deutschen Automarkt voran. Wie das Handelsblatt berichtet, hat Xiaomi auf der aktuell stattfindenden IFA in Berlin Absichtserklärungen mit acht deutschen Autohandelsgruppen unterzeichnet. Sie sollen die Grundlage für ein flächendeckendes Vertriebs- und Servicenetz bilden.
Zu den Partnern gehören Emil Frey Germany, die Ernst Dello Gruppe, Autohaus Dinnebier, Hahn Automobile, die LUEG Mobility Gruppe, Fett & Wirtz, SPT Avior und Penske-Jacobs. Damit zeichnet sich ab, dass Xiaomi in Deutschland zumindest teilweise auf etablierte Händlerstrukturen setzen wird. Wie viele Verkaufs- und Servicestandorte geplant sind, ist noch nicht bekannt. Bei den Vereinbarungen handelt es sich zudem zunächst um Absichtserklärungen.
Der Marktstart selbst ist bereits länger angekündigt. Xiaomi-Präsident William Lu hatte im März 2025 erstmals bestätigt, dass der Konzern seine Elektroautos ab 2027 auch außerhalb Chinas verkaufen will. Europa galt dabei früh als wichtiger Zielmarkt. Im September vergangenen Jahres eröffnete Xiaomi zudem sein erstes Forschungs- und Entwicklungszentrum für Elektroautos außerhalb Chinas in München.

Der Standort dient nicht nur der Fahrzeugentwicklung und Anpassung an europäische Anforderungen. Bereits bei der Eröffnung suchte Xiaomi dort unter anderem Mitarbeiter für Retail Operations, Fahrzeuglogistik, Zulassung und After Sales. Die jetzt vereinbarten Kooperationen mit deutschen Handelsgruppen sind somit der nächste konkrete Schritt beim Aufbau der Vertriebsorganisation. In China ist Xiaomi erst seit Frühjahr 2024 als Autohersteller aktiv. Seit dem Start des SU7 hat das Unternehmen sein Angebot um das Elektro-SUV YU7 erweitert. Nach Angaben des Unternehmens wurden inzwischen mehr als 700.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Die hohe Nachfrage im Heimatmarkt hatte eine frühere internationale Expansion zunächst gebremst.
Der schnelle Ausbau des Autogeschäfts ist für Xiaomi allerdings weiterhin mit hohen Kosten verbunden. Im zweiten Quartal 2026 verbuchte die Sparte „Smart EV, AI and Other New Initiatives“ trotz steigender Fahrzeugauslieferungen einen operativen Verlust von 2,6 Milliarden Yuan (rund 315 Millionen Euro). Gegenüber dem ersten Quartal verringerte sich das Minus jedoch. Gleichzeitig investiert Xiaomi weiter kräftig in seine Autoaktivitäten, zu denen nun auch der Aufbau des europäischen Vertriebs gehört.
Welche Modelle Xiaomi 2027 tatsächlich in Deutschland anbieten wird, bleibt offen. Auch Preise, die genaue Zahl der Verkaufsstellen und der Zeitpunkt des Vertriebsstarts innerhalb des Jahres sind noch nicht bekannt. Die Händlervereinbarungen machen den bereits angekündigten Europastart damit konkreter, beantworten wesentliche Fragen zum hiesigen Angebot aber noch nicht.