Washington will Fords chinesische Partner vor die Tür setzen

Unter Fords Kooperationspartnern sind derzeit einige Namen, die der US-Regierung in Washington gar nicht gefallen: CATL liefert Technologie für die künftige Batterieproduktion in Michigan. Mit Geely arbeitet Ford inzwischen auch in Europa zusammen. US-Verkehrsminister Sean Duffy würde die chinesischen Geschäftspartner am liebsten loswerden.
Ford will in Michigan LFP-Zellen mit lizenzierter Technologie von CATL produzieren.
Bild: Ford
In einem Brief an Ford-Chef Jim Farley äußert Duffy „tiefe Besorgnis“ über die Verbindungen des US-Autobauers zu chinesischen Unternehmen. Wie InsideEVs berichtet, fordert der Verkehrsminister Ford dazu auf, seine Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Volksrepublik zu überdenken. Neben der Kooperation mit Geely[](https://www.electrive.net/2026/08/18/geely-will-ab-2028-in-volvo-werken-produzieren/)und der weiteren Produktion bestimmter Lincoln-Modelle in China richtet sich die Kritik vor allem gegen die Zusammenarbeit mit CATL.
Im BlueOval Battery Park Michigan wird Ford lizenzierte Technologie des chinesischen Batterieherstellers zur Produktion von LFP-Zellen nutzen. Duffy zeigt sich in seinem Schreiben „zutiefst alarmiert“ über die fortgesetzte Abhängigkeit von CATL-Technologie. Chinesische Zulieferer und insbesondere CATL gehören bei der Produktion von LFP-Batterien zu den führenden Akteuren.
Ford weist die Kritik zurück. Der Hersteller betont, dass das Werk in Michigan vollständig Ford gehöre, vom Autobauer kontrolliert und mit eigenen Mitarbeitern betrieben werde. Bei der Zusammenarbeit mit CATL handele es sich um eine begrenzte Technologie- und Dienstleistungsvereinbarung, nicht um ein Joint Venture oder eine Produktionsstätte in chinesischem Besitz.
Ford verteidigt CATL-Modell
Damit liegt der entscheidende Unterschied in der Konstruktion des Deals. Ford produziert die Batteriezellen selbst in den USA, greift dafür aber auf Technologie und Know-how von CATL zurück. Das Unternehmen argumentiert entsprechend, dass andere Hersteller weiterhin chinesische Batterien importierten, während Ford in eine eigene US-Produktion investiere. Duffys Schreiben bezeichnete der Autobauer als fehlgeleiteten Versuch, Schlagzeilen zu produzieren.
Politisch umstritten ist die CATL-Verbindung allerdings schon länger. Inzwischen fährt Ford die Produktion in Michigan hoch. Die dort gefertigten LFP-Zellen sind unter anderem für kommende Elektrofahrzeuge des Herstellers vorgesehen.
Duffy nimmt zudem Fords wachsende Zusammenarbeit mit Geely ins Visier. Die beiden Hersteller hatten ihre Kooperation in Europa erst im Juli konkretisiert. Ab 2028 sollen zwei elektrische SUV des chinesischen Konzerns im Ford-Werk Valenciagefertigt werden, zudem wollen die Unternehmen gemeinsam ein weiteres Modell für den europäischen Markt entwickeln.