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VW ID. Buzz: Einmal um die Welt und dann zum TÜV

VW ID. Buzz: Einmal um die Welt und dann zum TÜV

92 Länder, mehr als 92.000 Kilometer und rund 300 Ladezyklen: Nach seiner Weltumrundung ist der ID. Buzz von Rainer Zietlow zurück in Hannover. Dort wartete auf den Elektro-Bulli erst einmal ein ziemlich deutscher Empfang: der TÜV.

Rund 300 Ladezyklen absolvierte der VW ID. Buzz auf seiner mehr als 92.000 Kilometer langen Weltreise.

Bild: TMN

Andere bringen von einer Weltreise einen vollen Reisepass und zweifelhafte Kühlschrankmagnete mit. Der VW ID. Buzz von Rainer Zietlow bringt vor allem Kilometer mit: Seit seinem Start am 1. Juli 2025 in Hannover hat der Elektro-Bulli 92 Länder durchquert und mehr als 92.000 Kilometer zurückgelegt. Wieder zuhause ging es allerdings nicht in den Urlaub vom Urlaub, sondern direkt zur technischen Untersuchung bei TÜV Nord.

Der Termin hatte einen handfesten Grund: Für die Anerkennung der Fahrt durch Guinness World Records musste nachgewiesen werden, dass tatsächlich derselbe ID. Buzz zurückgekehrt ist, der vor der Abfahrt im Juni 2025 von TÜV Nord untersucht worden war. Die Prüfer kontrollierten deshalb insbesondere die wesentlichen Baugruppen des Antriebs.

Das Ergebnis: Der ID. Buzz befindet sich in den entscheidenden Teilen noch im Originalzustand. TÜV Nord hat dies entsprechend bescheinigt, sodass der Nachweis im weiteren Rekordverfahren verwendet werden kann.

Für E-Auto-Fahrer interessanter als die Identitätsfrage dürfte allerdings der Zustand der Hochvoltbatterie sein. TÜV Nord hat diesen mit seiner Onboard Car Diagnosis (OBCD) untersucht. Dabei wird der State of Health (SoH) bestimmt, der den aktuellen Gesundheitszustand der Batterie im Verhältnis zu ihrem Neuzustand beschreibt.

Nach mehr als 92.000 Kilometern liegt dieser beim Weltreise-Buzz bei 95,75 Prozent. Auf seiner Reise absolvierte das Fahrzeug laut TÜV Nord rund 300 Ladezyklen – unter sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und mit entsprechend unterschiedlicher Ladeinfrastruktur.

Image 2: VW ID. Buzz von Rainer Zietlow bei TÜV Nord nach einer mehr als 92.000 Kilometer langen Weltumrundung durch 92 Länder.

Der Wert lässt sich allerdings nicht eins zu eins mit der verbleibenden Reichweite gleichsetzen. Ein SoH von 95,75 Prozent bedeutet also nicht automatisch, dass der ID. Buzz exakt 4,25 Prozent seiner ursprünglichen Reichweite verloren hat. Der Wert dient vielmehr als Kennzahl für den diagnostizierten Zustand der Hochvoltbatterie und hängt auch von der jeweiligen Messmethode ab.

TÜV Nord hatte die Batterie zudem nicht erst nach der Rückkehr im Blick. Während der Weltreise konnten die Werte kontinuierlich ausgelesen werden. Bei technischen Problemen stand dem Fahrer nach Angaben des Prüfdienstleisters außerdem eine Rufbereitschaft zur Verfügung. Auf der Route machte Zietlow unter anderem an TÜV-Nord-Standorten in Singapur und Brasilien Halt.

Beim VW ID. Buzz lohnt der zweite Blick

So beeindruckend 95,75 Prozent nach 92.000 Kilometern klingen: Ein einzelner ID. Buzz ersetzt natürlich keinen standardisierten Batteriedauertest. Fahrprofil, Ladeleistungen, Temperaturen und Standzeiten unterscheiden sich von kontrollierten Testbedingungen. Der Zustand dieses Fahrzeugs lässt sich entsprechend nicht auf die gesamte Baureihe übertragen.

Das ist auch deshalb relevant, weil Volkswagen im Frühjahr einen größeren Batterie-Rückruf für seine MEB-Modelle starten musste. Weltweit waren 74.579 ID.3, ID.4, ID.5, ID. Buzz und ID. Buzz Cargo betroffen. Hinzu kamen 19.452 Cupra Born. Bei den betroffenen Fahrzeugen konnten einzelne Module der Hochvoltbatterie von den Spezifikationen abweichen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren dadurch unter anderem Reichweitenverluste möglich, zudem bestand Brandgefahr. Vorfälle mit Sach- oder Personenschäden waren allerdings nicht bekannt. Volkswagen prüft im Rahmen des Rückrufs die Batteriemodule und ersetzt sie bei Bedarf.

Für den Weltreise-Buzz fällt der individuelle Gesundheitscheck dagegen ausgesprochen unauffällig aus. Nach 92 Ländern, mehr als 92.000 Kilometern und rund 300 Ladezyklen stehen noch 95,75 Prozent SoH auf dem Befund.

Am 14. September soll Rainer Zietlow im Rahmen der IAA Transportationin Hannover von Guinness World Records für seine Weltrekordfahrt für die meisten besuchten Länder mit einem vollelektrischen Fahrzeug ausgezeichnet werden. Sein ID. Buzz hat nach der Heimkehr jedenfalls schon einmal die vermutlich deutscheste aller Einreiseformalitäten erledigt: Er war schließlich beim TÜV.

_Quelle: Infos per Mail_