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Regulativa

Volkswagen baut in Emden und Zwickau mehr E-Autos als erwartet

Volkswagen baut in Emden und Zwickau mehr E-Autos als erwartet

Volkswagen reagiert auf den Elektro-Boom in Deutschland und Europa: Laut Vertriebsvorstand Martin Sander justiert der Konzern seine Produktionsplanung neu. Demnach werden dieses Jahr weniger Verbrenner in Wolfsburg gebaut – und im Umkehrschluss mehr Elektroautos in Emden und Zwickau vom Band laufen.

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Bild: Volkswagen

Volkswagen steuert laut einem Bericht der Automobilwoche wegen der hohen Nachfrage nach Elektroautos bei seiner diesjährigen Werksplanung um. Dabei beruft sich die Fachzeitschrift auf Vertriebsvorstand Martin Sander. Konkret sollen im Stammwerk Wolfsburg, wo bislang nur Verbrenner gebaut werden, geplante Sonderschichten wegfallen. Das Resultat: „Statt mehr als 600.000 dürfte das Vorjahresniveau von rund 580.000 erreicht werden“, heißt es in dem Bericht.

Zugleich schafft Volkswagen die Voraussetzung für eine bessere Auslastung der Elektroauto-Produktionen in Emden und Zwickau. So seien in Emden nun mindestens zwei Sonderschichten für die Fertigung des ID.7 eingeplant, heißt es. Zwickau profitiere seinerseits von der besseren Auftragslage für den ID.3 Neo. „Das hilft, die derzeit bestehende Unterauslastung zu verbessern“, schreibt die Automobilwoche unter Berufung auf Konzernkreise.

Bei Zwickau und Emden handelt es sich bekanntlich um die reinen Elektroauto-Produktionsstandorte des Konzerns. In beiden Städtenreduzierte Volkswagen erst im Mai von je zwei auf eine Linie(mit je zwei Schichten), um Überkapazitäten abzubauen.Nun schlägt das Pendel also wieder in die andere Richtung aus und Volkswagen baut dort wieder mehr E-Autos. Für Emden dürfte dieser Trend anhalten, denn dort läuft auch bald der ID. Tiguan vom Band – also der Nachfolger des dort aktuell produzierten ID.4. Die Nachfrage dürfte hier also analog zum ID.3 Neo (dem Nachfolger des ID.3) deutlich anziehen.

In Zwickau werden derzeit neben dem ID.3 Neo auch der Audi Q4 e-tron (ink.Q4 Sportback e-tron) und der Cupra Born gebaut. Der dort ebenfalls vom Band laufende ID.4 wechselt mit der Auffrischung zum ID. Tiguan rein nach Emden. Und der mäßig erfolgreiche Ableger ID.5 läuft aus. Für Zwickau sah es 2024 schon einmal sehr düster aus, als in der Planung nur noch der Audi bleiben sollte, inzwischen haben sich die Zukunftsaussichten aber wieder etwas gebessert.

„Die Nachfrage nach Batterie-elektrischen Fahrzeugen steigt in Deutschland und anderen Ländern Europas spürbar an“, wird Vertriebsvorstand Martin Sander in der Automobilwoche zitiert. Damit sei ein wichtiger „Wendepunkt in der Transformation des Automobilmarktes“ erreicht, unter anderem getrieben von hohen Preisen für Benzin und Diesel. Zugleich bedeute diese jedoch eine „geringere Nachfrage nach Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.“

VW selbst ist von der Dynamik offenbar überrascht worden. Das Management hatte seine Produktionsplanung für 2026 auf Basis eines langsameren Hochlaufs erstellt. Inwiefern sich diese „veränderte Marktsituation“ auch auf den strikten Spar- und Sanierungsplan auswirkt, in dessen Zuge die Zukunft der beiden reinen Elektro-Werke sowie der Fabriken in Hannover (VW Nutzfahrzeuge) und Neckarsulm (Audi) ab dem neuen Jahrzehnt offen ist, bleibt abzuwarten.

Klar ist: Volkswagen hat aktuell ein gutes Timing: Die aufgefrischten Modelle ID.3 Neo und ID. Tiguan sowie die sogenannte Urban Electric Car Family treffen auf eine in Europa sprunghaft gestiegene Nachfrage für Elektromodelle. Bei letzterer Familie handelt es sich um auf dem gemeinsamen technischen MEB+-Fundament basierenden E-Kleinwagen ID. Polo, Cupra Raval, Skoda Epiq und ID. Cross, die allesamt in zwei Werken in Spanien in die Produktion gegangen sind. Zuletzt Anfang dieser Woche der ID. Cross in Navarra bei Pamplona. Laut Automobilwoche liegen inzwischen mehr als 100.000 Vorbestellungen für dieses Quartett vor, darunter mehr als 40.000 für den elektrischen Polo.

„Gemessen an den Auftragseingängen verkauft Volkswagen im Moment in Deutschland mehr reine Elektroautos als Verbrenner. Allerdings verdient das Unternehmen dadurch auch weniger Geld. Der Gewinn je Elektroauto ist geringer als bei vergleichbaren Verbrennern“, resümiert die Fachzeitschrift.