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Tehnologija

Volkswagen-Batterierückruf weitet sich auf Audi aus

Volkswagen-Batterierückruf weitet sich auf Audi aus

Die Rückrufaktionen für Elektroautos des Volkswagen-Konzerns wegen möglicherweise fehlerhafter Batteriezellen weiten sich nun auch auf Audi aus – vor allem in den USA. Dort werden gut 9.000 Einheiten des Q4 e-tron und des Q4 Sportback e-tron zurückgerufen. Aber auch in weiteren Märkten sind knapp 3.700 Einheiten betroffen.

Image 1: Audi q4 e tron min

Bild: Audi

_+++ Dieser Artikel wurde aktualisiert +++_

Genau genommen hat sich Audi entschieden, einen „freiwilligen Sicherheitsrückruf“ zu starten und in den USA exakt 9.048 Elektroautos in die Werkstätten zurückzubeordern, die mit einer bestimmten Charge von Batteriezellen aus Ungarn ausgestattet wurden. Zwar sind aus der Praxis keine Zwischenfälle bekannt. Laut der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) sind aber Batteriebrände nicht auszuschließen. Betroffene Fahrzeuge sollen deshalb vorerst nur bis zu 80 Prozent geladen werden.

Bei dem US-Rückruf geht es im Einzelnen um 7.040 Einheiten des Audi Q4 e-tron der Modelljahrgänge 2024 und 2025, die zwischen dem 4. Dezember 2023 und dem 24. April 2025 gebaut wurden. Und um 2.008 Exemplare des Audi Q4 Sportback e-tron – ebenfalls der Jahrgänge 2024 und 2025 –, die zwischen dem 30. November 2023 und dem 22. April 2025 vom Band gelaufen sind. Beide Baureihen produziert Audi-Mutter Volkswagen in Zwickau. Denn: Da Audi (noch) über kein eigenes Werk in Nordamerika verfügt und in Mexiko bisher noch vornehmlich Verbrenner und Hybride baut, werden die Elektro-Einheiten für diesen Überseemarkt in Europa gebaut. In diesem Fall eben in Zwickau.

Ob auch in Europa ein Rückruf für die Audi-Stromer ansteht, war zunächst offen. Die NHTSA schreibt jedenfalls, dass in der definierten Gruppe von Audi Q4 e-tron-Fahrzeugen mit potenziellen Problemen, „ein Großteil für den nordamerikanischen Markt produziert worden war“. Im Laufe des Mittwochs, 28. Oktober, hat das Kraftfahrt-Bundesamt nun aber seine Rückruf-Datenbank aktualisiert und weist weltweit 12.734 betroffene Audi-Stromer (gebaut zwischen dem 30.11.2023 und dem 26.06.2025) aus, darunter ein einziges Exemplar in Deutschland. Zieht man die gut 9.000 US-Elektroautos ab, bleiben für andere Märkte noch knapp 3.700 Q4 e-tron-Fahrzeuge, die mit dem Batterie-Problem konfrontiert sind. Allerdings grenzt das KBA nicht näher ein, wo diese Autos zugelassen wurden. So lässt sich nicht sagen, inwiefern europäische Halter betroffen sind.

Klar ist: Mit dem großen Batterie-Rückruf von Volkswagen ist die Audi-Initiative eng verbunden. Denn die Ingolstädter begannen im September ihre Fahrzeuge näher zu betrachten, nachdem bei VW intern Batterie-Probleme bekannt geworden waren. Die Unregelmäßigkeiten mündeten bekanntlich vor einer Woche in einen Rückruf mehrerer VW -ID.-Baureihen weltweit. Wegen fehlerhafter E-Auto-Akkus müssen fast 72.700 E-Autos in die Werkstätten. Allein in Deutschland sollen 10.000 Fahrzeuge betroffen sein.

Audi stellte fest, dass die relevanten Batterie- und Produktionsmerkmale, die bei den betroffenen Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns zum Vorschein kamen, auch bei bestimmten Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron vorliegen. Kein Wunder: Der Q4 e-tron basiert wie die VW-ID.-Modelle auf dem MEB-Baukasten des Volkswagen-Konzerns – mit teils identischen Batterien. So erhielten die E-Audis ebenfalls die problematischen Zellen eines Zulieferers. Und die NHTSA benennt diesen wie bei Rückrufen in den USA üblich auch mit Klarnamen: Bei dem angesprochenen Lieferanten handelt es sich um SK Battery Manufacturing in Ungarn, ein Unternehmen der SK On-Gruppe.

Audi hat sich also für die erwähnte freiwillige Initiative entschieden und warnt, „dass bei bestimmten Hochspannungsbatterien bestimmte Ladeprofile in Kombination mit einem Ladezustand von über 80 Prozent zu einer thermischen Ausbreitung innerhalb der Hochspannungsbatterie führen können“. Für Tests sollen nun die betroffenen Fahrzeuge zu den Händlern gebracht werden. Wie die dauerhafte Reparatur aussehen wird, ist noch offen.

In den USA läuft unterdessen bereits eine weitereBatterie-Rückrufaktionfür 22.524 ID.4 der Modelljahre 2023 bis 2026. Auch dort empfiehlt Volkswagen, die Fahrzeuge bis zu einer endgültigen Lösung nur bis maximal 80 Prozent zu laden. Als Lieferant der betroffenen Batteriezellen nennt der Hersteller in diesem Fall aber SK Battery America. Gebaut wurden diese Fahrzeuge direkt in den USA. Volkswagen zufolge können aber auch hier bestimmte Ladeprofile oberhalb von 80 Prozent ein Thermal Runaway innerhalb der Batterie begünstigen.

Davon zu unterscheiden sindzwei frühere US-Rückrufe von Anfang 2026für zusammen 44.551 ID.4. Diese betrafen ebenfalls ausschließlich Fahrzeuge aus dem US-Werk Chattanooga. Ursache waren unter anderem falsch ausgerichtete Elektroden in einzelnen Zellen.

static.nhtsa.gov (PDF) via insideevs.com, electrek.co, kba.de (Referenznummer: 17222R)