Vandalismus an BYD-Flash-Chargern spitzt sich zu

BYD wurde in China Opfer von Vandalismus. Auf chinesischen Social-Media-Plattformen macht ein Foto eines zusammengeketteten Flash Chargers die Runde. Wer für die Tat verantwortlich ist, konnte bisher nicht geklärt werden. BYD hat sich zu dem Vorfall nicht geäußert. Allerdings ist es nicht der erste bizarre Vorfall an einem Flash Charger von BYD.
Bild: Di Fen Zhi Jia
Auf chinesischen Social-Media-Plattformen sorgen Fotos eines manipulierten BYD-Megawatt-Flash-Chargers für Diskussionen und Spekulationen. Die Fotos zeigen eine dicke Kette, die um die beiden Ladestecker befestigt und mit einem Vorhängeschloss gesichert ist, sodass Kunden die Station nicht mehr nutzen können, ohne womöglich ihr Fahrzeug zu beschädigen. Die Ladesäule selbst wies unterdessen keine Beschädigung auf, das Display war intakt und die LED zeigte grünes Licht, um die Einsatzbereitschaft zu signalisieren.
Während viele in sozialen Netzwerken Konkurrenzmarken hinter der Aktion vermuteten, gilt ein Wirtschaftskonflikt auf Ebene der lokalen Ladeinfrastruktur als plausibler. Ein großer Teil des chinesischen Ladenetzes wird über Franchisesysteme betrieben.
Da die Margen pro Kilowattstunde im Schnellladebereich extrem gering sind – außerhalb der Metropolen liegen die Preise oft nur bei 1 bis 1,5 Yuan (ca. 0,13 bis 0,20 Euro) –, versuchen Betreiber, Einnahmen über Werbung oder Zusatzdienste wie eine Ladeversicherung gegen Schäden beim Laden zu generieren. Die aggressive Expansion von BYD mit eigenen Hochleistungsladern erhöht den Druck auf unabhängige Anbieter erheblich.
Auch wenn die Flash Charger für Fahrzeuge ohne diese Schnellladetechnik genauso schnell laden wie an anderen DC-Säulen, nutzen viele E-Autofahrer in China lieber die Stationen von BYD, da diese modern und nutzerfreundlich gestaltet sind. Das entzieht kleineren, unabhängigen Betreibern Kundschaft, obwohl diese die gleichen Ladezeiten bieten würden.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Problemen ein, die BYD an den neuen Flash-Charger-Standorten hat. Erst kürzlich tauchten Videos auf, die zeigten, wie Kinder die massiven Ladekabel zweckentfremdeten und als Schaukel nutzten.
BYD kündigte daraufhin an, das Management an den Standorten zu verschärfen. Ein Schwerpunkt liege dabei auf dem Schutz vor Zweckentfremdung und der Vermeidung von blockierten Ladeplätzen durch Verbrenner („ICEing“) oder nicht ladende Fahrzeuge. Nutzer in China wurden dazu aufgerufen, Falschparker konsequent über die offizielle App der Verkehrspolizei zu melden.
In chinesischen Netzwerken wird aber auch intensiv darüber diskutiert, ob die Vorfälle womöglich von Content-Creator inszeniert wurden, da Bildmaterial von verriegelten oder zweckentfremdeten Hightech-Ladesäulen hohe Klickzahlen generiert.