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Tesla Q3-Bilanz: Volle Auftragsbücher, aber rückläufige Zahlen

Tesla Q3-Bilanz: Volle Auftragsbücher, aber rückläufige Zahlen

Teslas Umsatz stagniert und das dritte Quartal bescherte dem US-Elektroautobauer einen stattlichen Gewinnrückgang. Dabei läuft es im Autogeschäft der US-Amerikaner nicht schlecht. Die Auftragsbücher sind voll. Die Gründe liegen woanders.

Image 1: Tesla model y min

Bild: Tesla

Tesla kann mit seinem Autogeschäft in den Geschäftsbüchern aktuell kein Wachstum generieren. Der Umsatz der Autosparte sackte zwischen Juli und September gegenüber dem Vorjahresquartal um drei Prozent ab – auf 20,56 Milliarden Dollar. Nur durch Nebengeschäftsbereiche hat Tesla beim Gesamtumsatz (28 Milliarden Dollar) zum Vorjahr aufgeschlossen. Das Ergebnis: Null Prozent Wachstum, aber auch kein Rückgang.

Die Marke von 28 Milliarden Dollar Umsatz erreichte Tesla grob auch schon im zweiten Quartal dieses Jahres. Markant ist allerdings, dass Tesla im Q3/2025 und auch im Q2/2026 bei ähnlichen Umsätzen stets einen Milliarden-Gewinn vermeldet hat. Das gelingt jetzt nicht mehr: Der GAAP-Überschuss sackte im abgelaufenen Quartal auf 787 Millionen Dollar. Ein massiver Rückgang um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Vergleichsquartal war von vorgezogenen Käufen geprägt

Wichtig dabei: Das Q3/2025 ist als Vergleichsbasis mit Vorsicht zu genießen, denn damals gab es angesichts der auslaufenden US-Förderung noch viele vorgezogene Käufe und einen entsprechend künstlich erhöhten Fahrzeugabsatz. Auch die Einnahmen aus CO2-Zertifikaten („regulatory credits“) – für Tesla lange eine lukrative Einnahmequelle auf Kosten anderer Autohersteller – werden weniger. Sie fallen von 417 Millionen in Q3/2025 auf nun 113 Millionen Dollar. Das erklärt schon einen großen Teil des Gewinneinbruchs.

Einen Hinweis, wo es on top hakt, liefert unter anderem der Blick auf die Marge: Mit 2,6 Prozent operativer Marge rutscht Tesla deutlich ab. Nur im Q2/2026 ging es mit 1,4% schon einmal weiter abwärts. Heißt: Das ganze Unternehmen wirtschaftet weniger effizient. Tesla selbst nennt als eines von vielen Puzzleteilen auch den gesunkenen durchschnittlichen Verkaufspreis seiner Fahrzeuge als Faktor. Klar ist: Von Quartalsüberschüssen jenseits von 2 oder 3 Milliarden Dollar – wie in der Erfolgsphase der 2021er- und 2022er-Quartale – oder Margen im zweistelligen Bereich ist der US-Elektroautobauer aktuell sehr weit entfernt.

Gigafactory Berlin hat eine Rekordproduktion erreicht

Tesla selbst geht darauf in seinen Erläuterungen kaum ein, sondern pickt heraus, was gut läuft: „Wir haben in mehreren Märkten – darunter Kanada, Australien,

Japan und Taiwan – Rekordauslieferungen im Quartalsvergleich erzielt. Angesichts der starken Nachfrage, die wir in verschiedenen Märkten beobachten, konzentrieren wir uns auf die Steigerung der Produktion in unseren Werken und haben in der Gigafactory Berlin eine Rekordproduktion erreicht.“ Und: „Wir haben mit der Serienproduktion des Tesla Semi, unseres Schwerlast-Lkw der Klasse 8, begonnen.“

Was die Produktion und Auslieferung angeht, hat Tesla an sich auch wieder in die Spur gefunden: Nach einem durchwachsenen Jahr 2025 stehen die ersten drei Quartale 2026 für eine neu gewonnene Konstanz – ablesbar an 464.000 produzierten und gut 486.000 ausgelieferten Fahrzeugen im dritten Quartal. Dass die Auslieferungen die Produktion um mehr als 22.000 Fahrzeuge übertroffen haben, spricht dafür, dass Lagerbestände abgebaut werden konnten.

Viel Betrieb auf den Fertigungsbändern

Außerdem hat Tesla zwischen Anfang Juli und Ende September so viele Elektroautos gebaut wie seit zwei Jahren nicht: Die 464.000 nun hergestellten Fahrzeuge wurden letztmals mit annähernd 470.000 Einheiten im Q3/2024 getoppt. Gegenüberdem Vorjahresquartalentsprechen die 464.000 produzierten Autos einem Plus von 3,7 Prozent, gegenüber demzweiten Quartal 2026sind es +2,7 Prozent.

Beim Zoom auf die ausgelieferten Fahrzeuge zeigt sich im Jahresverlauf ebenfalls ein Aufwärtstrend: 486.000 Fahrzeuge bedeuten zwar nur einen Zuwachs von 1,2 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2026, aber dieses lag wiederum rund 25 Prozent über dem saisonal bedingt oft schwächeren ersten Quartal. Im vergangenen Jahr kratzte Tesla in Q3 allerdings wegen der erwähnten vorgezogenen Käufe schon einmal an der 500.000er-Marke. An dieses Ergebnis kommt der US-Elektroautobauer freilich nicht heran.

Sein Kerngeschäft handelt Tesla im aktuellen Geschäftsbericht besonders nüchtern und schnell ab. Nur in einem Nebensatz erwähnt der Elektroautobauer noch, dass das Quartal „mit dem größten Auftragsbestand für Pkw seit vier Jahren beendet wurde“, ohne an dieser Stelle ins Detail zu gehen. Zielwerte für Produktion oder Absatz nennt Tesla ebenfalls schon lange nicht mehr.

Ohnehin nehmen die investitionsintensiven, zukünftigen Geschäftsbereiche im Bericht mehr und mehr Platz ein. So betont das Unternehmen, dass es „bei vielen Projekten in den Bereichen Super Intelligence (SI), Robotik und erneuerbare Energien, die für den Aufbau einer Zukunft voller ‚Amazing Abundance‘ von entscheidender Bedeutung sein werden, seine starke Dynamik aufrechterhalten konnte“. Dass Tesla nun von Super Intelligence (SI) und nicht mehr von AI („Artificial Intelligence“, also künstliche Intelligenz) spricht, ist dabei neu.

Weniger Investitionsausgaben für das laufende Jahr

In weiteren Passagen des Berichts meldet Tesla Fortschritte bei seinem Assistenzsystem FSD (Supervised) und dem Aufbau seiner Robotaxi-Flotte in den USA. Kurz erwähnt wird auch der kürzliche Auftritt des fliegenden Roadster-Prototypen. Tesla-CEO Elon Musk erklärte bei der Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen zudem, dass Tesla bis Ende 2027 mit der Auslieferung seines humanoiden „Optimus“-Roboters an externe Unternehmen beginnen könne.

Ein wichtiger Punkt sind die Investitionspläne. Hier tritt Tesla auf die Bremse: Die Investitionsausgaben (buchhalterisch Capex genannt) sollen sich nun in diesem Jahr auf rund 20 Milliarden Dollar belaufen.