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Tesla FSD bekommt Unfall-Verhinderer bei manueller Lenkung

Tesla FSD bekommt Unfall-Verhinderer bei manueller Lenkung

Mit einem Update von FSD (Supervised) führt Tesla eine Funktion ein, die den Spieß umdreht: Während der Fahrer automatisierte Fahrten mit FSD stets überwachen muss, kann FSD nun umgekehrt manuelle Fahrten überwachen - und soll laut Tesla bei einem drohenden Unfall einschreiten. Unterdessen hat nun auch Slowenien FSD genehmigt.

Image 1: Model3standard cropped

Bild: Tesla

Mit der Versionsnummer 14.3.9 ergänzt Tesla sein Assistenzsystem Full Self-Driving (Supervised), in Deutschland von Tesla als Full Self-Driving (Überwacht) oder FSD (Überwacht) bezeichnet, um eine nützliche Sicherheitsfunktion: Es kann nun eigenständig eingreifen, wenn eine unmittelbar bevorstehende Kollision erkannt wird und die automatische Notbremsung (AEB) möglicherweise nicht ausreicht – wohlgemerkt in Situationen, in denen das E-Auto vom Fahrer selbst gesteuert wird. Das System kann zudem aktiv werden, wenn es eine starke Ablenkung des Fahrers feststellt oder FSD versehentlich deaktiviert wurde, heißt es von dem E-Auto-Hersteller weiter.

In der Update-Beschreibung spezifiziert Tesla näher: „Die Funktion aktiviert FSD (Supervised), um die Sicherheit Ihres Fahrzeugs zu gewährleisten und die Fahrt anschließend fortzusetzen. Sie greift in folgenden Situationen ein, während Sie das Fahrzeug manuell steuern:

  • Szenario 1: Ein Frontalzusammenstoß droht, und alleiniges Bremsen reicht möglicherweise nicht aus, um ihn zu verhindern.
  • Szenario 2: Ihr Fahrzeug erkennt, dass Sie dem Verkehrsgeschehen nicht genügend Aufmerksamkeit schenken (z. B. wenn Sie nach etwas auf der Rückbank greifen) oder dass FSD (Supervised) möglicherweise unbeabsichtigt deaktiviert wurde.“

Die neue Funktion kommt überraschend – schließlich hatte Tesla sein FSD als Lösung für autonomes Fahren vermarktet, bis die Behörden einschritten. Denn vollständig autonome Fahrten ohne Aufmerksamkeit der Person hinterm Steuer („hands-off, eyes-off“) sind mit FSD nicht möglich.Daher trägt FSD mittlerweile auch den Zusatz „supervised“ bzw. „überwacht“.

Manche Fahrer wägten sich in der Vergangenheit in trügerischer Sicherheit, schließlich ist mit FSD grundsätzlich eine automatisierte Fahrt mit Tür-zu-Tür-Navigation möglich – aber eben mit der Einschränkung, dass der Fahrer evtl. eingreifen muss. Da aber die Anzahl der erforderlichen Fahrereingriffe mit der Weiterentwicklung des Systems abnimmt – zuletzt war teils von über 800 Meilen (1.287 km) ohne Fahrereingriff die Rede – kann FSD auf manchen Fahrer so wirken, als ob er überhaupt nichts mehr tun müsste.

FSD überwacht Fahrer – statt Fahrer das FSD

Nun also hat Tesla den Spieß umgedreht und will dafür sorgen, dass FSD auch umgekehrt in Situationen hilft, in dem ein Mensch das Fahrzeug lenkt – und dabei von einem möglichen Unfall bedroht wird. Das ist eine ganz andere Lösung als bislang – und zeigt zugleich, dass manche FSD-Kunden das System nicht ständig nutzen.

Unterdessen meldet Tesla einen weiteren Fortschritt bei der Verbreitung von FSD (Supervised) in Europa: Slowenien hat das Fahrerassistenzsystem für den Einsatz auf seinen Straßen zugelassen. Damit ist Slowenien das sechste europäische Land, das diesen Schritt nach den Niederlanden, Dänemark, Belgien, Estland und Litauen unternommen hat.

Tesla veröffentlicht Datensatz zu FSD

Im Vorfeld einer möglichen Abstimmung über eine EU-weite Genehmigung am 6. Oktober 2026 hat Tesla zudem entschieden, einen zentralen Bestandteil der Nachweise für die Typgenehmigung durch die niederländische Behörde RDW öffentlich zugänglich zu machen.

Dazu hat Tesla nun ein Dashboard zu FSD (Supervised) ins Web gestellt, in dem sich u.a. Zahlen zu bereits mit dem Assistenzsystem zurückgelegten Strecken und Unfällen finden. Grundaussage einer Pressemitteilung von Tesla dazu: „FSD(Supervised) rettet bereits Leben, wo es genehmigt ist – doch in weiten Teilen Europas bleibt dieser Sicherheitsvorteil durch bürokratische Hürden blockiert.“