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Shell bietet Amazon buchbare Ladeplätze für E-Lkw

Shell bietet Amazon buchbare Ladeplätze für E-Lkw

Shell unterstützt Amazon beim Ausbau elektrischer Lkw-Transporte in Deutschland. Im Rahmen der Kooperation stellt das Mineralölunternehmen die öffentlichen Schnellladestandorte in Hannover, Kirchheim und künftig auch in Koblenz der Amazon-Flotte bereit. An den ausgewählten Standorten lassen sich die Ladeplätze vorab auch reservieren.

Bild: Shell

Zwei der Standorte sind bereits in Betrieb – Hannover und Kirchheim –, Koblenz soll in Kürze folgen. Dort stehen flüssigkeitsgekühlte Ladepunkte mit bis zu 400 kW bereit, ausgelegt auf die Leistungsanforderungen und Standzeiten im schweren Verteilerverkehr. Mehr Details werden jedoch nicht genannt. Zugang und Abrechnung laufen über die Shell Card.

Kern der Kooperation ist vor allem aber ein Reservierungsmodell, das Shell „Home-away-from-Home“ nennt: Flottenbetreiber buchen Ladefenster vorab über ein Online-Tool. An ausgewählten Standorten sind einzelne Ladebuchten zusätzlich mit Schranken ausgestattet, die im Regelbetrieb offenstehen, sich vor einer Reservierung automatisch schließen und zum gebuchten Zeitpunkt per Kennzeichenerkennung wieder öffnen. Damit sollen sich Ladestopps verlässlicher in Tourenplanung und gesetzliche Lenk- und Ruhezeiten integrieren lassen. Shell sieht darin auch einen Hebel für Flotten, die nicht an jedem Standort über eigene Depotladeinfrastruktur verfügen.

„Die Zusammenarbeit mit Shell bietet uns zusätzliche Lademöglichkeiten auf wichtigen Strecken in Deutschland, während die Möglichkeit, Ladezeitfenster zu reservieren, uns hilft, Routen, Ladestopps und Ruhezeiten der Fahrer mit größerer Sicherheit zu planen“, sagt Andreas Marschner, Vice President of Worldwide Sustainable Operations bei Amazon. Melanie Falkenstern, Leiterin Fleet Solutions DACH bei Shell, verweist auf den einfachen Zugang über die Shell Card und darauf, dass Dienste wie „Home-away-from-Home“ Flotten das Laden entlang ihrer Betriebsabläufe ermöglichen sollen.

Das integrierte Ladenetz für schwere Nutzfahrzeuge in Deutschland umfasst nach Shell-Angaben derzeit rund 150 Ladepunkte, hinzu kommen mehr als 2.400 Pkw-Ladepunkte. Für Amazon ist das öffentliche Shell-Netz dabei eine Ergänzung zur eigenen Ladeinfrastruktur. Der Konzern errichtet für seine wachsende Elektro-Lkw-Flotte nach eigenen Angaben selbst mehrere Hundert Lkw-Ladepunkte an europäischen Standorten. Gleichzeitig sind laut Shell mittlerweile mehr als 45 schwere Elektro-Lkw im deutschen Amazon-Transportnetz unterwegs.

Mehr als 50 eActros 600 bis Jahresende

Erst vor wenigen Tagen hatte Mercedes-Benz Trucks die ersten 27 eActros 600 an Amazon in Deutschland übergeben. Bis Ende 2026 sollen hierzulande mehr als 50 Exemplare des Elektro-Lkw für Amazon unterwegs sein. Die Fahrzeuge gehören zu einer Anfang 2025 vereinbarten Bestellung über mehr als 200 eActros 600, von denen gut 50 für Deutschland und rund 140 für Großbritannien vorgesehen sind. Amazon setzt die Fahrzeuge auf der sogenannten mittleren Meile ein, also vor allem für Transporte zwischen Logistikzentren und städtischen Gebieten.

Insgesamt will Amazon mehr als eine Milliarde Euro in die Elektrifizierung und Dekarbonisierung seines europäischen Transportnetzwerks investieren, davon mehr als 400 Millionen Euro in Deutschland. Diese Investitionsziele sind allerdings nicht neu: Amazon hatte siebereits 2022 im Rahmen eines Fünfjahresplans angekündigt. Damals stellte der Konzern auch eine Ausweitung seiner europäischen E-Lkw-Flotte von 38 auf mehr als 1.500 Fahrzeuge in Aussicht, darunter mehr als 500 in Deutschland.

_Quelle: Info per E-Mail_