Scania liefert ersten E-Lkw mit MCS in Deutschland aus

Scania hat seinen ersten E-Lkw mit Megawatt Charging System in Deutschland ausgeliefert. Der Scania 40 S ging an das Logistikunternehmen B&H. Der Lkw ist deutschlandweit im Fernverkehr unterwegs und soll seine Schnellladefähigkeit bereits im Betriebsalltag gezeigt haben.
Bild: Scania
Die B&H Spedition GmbH & Co. Logistik KG betreibt derzeit elf Lkw, mit dem Neuzugang fahren drei davon elektrisch. Ausschlaggebend für den Umstieg waren neben den Betriebskosten vor allem das Interesse an der Technologie und die Überzeugung vom elektrischen Antrieb.
Bei dem ausgelieferten Scania 40 S sitzt ein Batteriepack unter der Kabine. Den gesamten Energieinhalt beziffert Scania auf 623 kWh. Das Pack unter dem Fahrerhaus hatte der Hersteller über längere Zeit angekündigt. Im Mai 2026 kam die Variante dann in den Verkauf. Seitdem sind bis zu sieben statt sechs Packs mit jeweils 89 kWh brutto und 80 kWh netto möglich. Die 623 kWh entsprechen rechnerisch genau sieben Packs brutto, der B&H-Lkw dürfte also die Maximalkonfiguration an Bord haben. Eine Reichweite für das Fahrzeug nennt Scania nicht.
Ebenfalls seit Mai 2026 ist der bereits2025 angekündigte MCS-Port bestellbar. Der an das Logistikunternehmen ausgelieferte Scania verfügt über einen solchen Ladeanschluss. Es soll der erste E-Lkw mit MCS des Nutzfahrzeugherstellers sein, der an einen Kunden in Deutschland ausgeliefert wurde. „Mit dem bei B&H Logistik eingesetzten batterieelektrischen Scania mit Megawatt Charging System schaffen wir eine Lösung, die speziell auf die Anforderungen anspruchsvoller Logistikprozesse zugeschnitten ist“, sagt Lennart Kreimendahl, Product Manager E-Mobility & Charging bei Scania.
Seine Energie bezieht der 40 S am Wochenende im eigenen Depot, unterwegs greift B&H auf öffentliche Ladeinfrastruktur zurück, vorzugsweise auf das Ladenetz von Milence. Unterwegs kam auch der MCS-Anschluss bereits zum Einsatz. Dabei nahm er bis zu 1.000 Ampere auf und erreichte in der Spitze eine Ladeleistung von rund 750 kW. Unter diesen Bedingungen soll sich die Batterie in etwa 45 Minuten von zehn auf 90 Prozent laden lassen. Wo der Ladevorgang stattfand und welche Ladetechnik zum Einsatz kam, teilt Scania nicht mit. Dieselben Spitzenwerte hatte der Hersteller im Mai 2026 bei einer Demonstration von bidirektionalem MCS-Laden genannt, damals speiste ein E-Lkw Strom ins Netz zurück.
Batterien hinter dem Fahrerhaus
Im September 2026 hat Scania mit „Battery Behind Cab“ eine weitere Batterieanordnung vorgestellt. Bei einer 6×2*4-Sattelzugkombination kommen zusätzliche Batterien hinter dem Fahrerhaus zu den Packs am Fahrgestell hinzu. Möglich macht das die leicht nach vorn gezogene, aerodynamisch optimierte IVD-Front (Increased Vehicle Dimension), mit der die Anordnung auch bei mehr als 16,5 Metern Gesamtlänge funktioniert. Für die neue Maximalkonfiguration nennt Scania eine Reichweite von bis zu 720 Kilometern, allerdings nur in Verbindung mit einer 6×2-Achskonfiguration.
Denselben Wert gibt Konzernschwester MAN an. Sie kündigte auf der IAA Transportation im September an, den eTGX als Sattelschlepper künftig ebenfalls mit sieben Batteriepacks anzubieten. Ob weitere MCS-Lkw an Kunden in Deutschland folgen, teilt Scania nicht mit.