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Rio de Janeiro beschafft 175 Elektrobusse

Rio de Janeiro beschafft 175 Elektrobusse

Rio de Janeiro investiert umgerechnet rund 98 Millionen US-Dollar in 175 Elektrobusse und einen neuen Ladebetriebshof. Die Fahrzeuge sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2027 in den städtischen Linienverkehr kommen und den Busbetrieb am Terminal Gentileza vollständig elektrifizieren.

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Der e-Volksbus wird bereits in Brasilien produziert und ausgeliefert.

Bild: Roberto Marinho

Die brasilianische Metropole Rio de Janeiro hat laut Medienberichten ein Projekt im Umfang von 509 Millionen Real angekündigt, was umgerechnet rund 86 Millionen Euro entspricht. Damit sollen 175 Batterie-elektrische Busse sowie die dazugehörige Ladeinfrastruktur finanziert werden. Von welchem Hersteller die Elektrobusse kommen werden, ist noch unbekannt – die Ausschreibung läuft noch.

Laut einem brasilianischen Medienbericht wurden im Vorfeld sechs Busmodelle getestet, und zwar OE-12 von SNH/Ankai, der Azure A13BR von TEVX/Higer, der E-Millennium von Eletra mit Mercedes-Benz/Caio, der eO500U von Mercedes-Benz/Caio, der D9W von BYD/Caio Induscar sowie der Attivi Integral von Marcopolo. Die Ausschreibung steht aber auch weiteren Herstellern offen.

Ein wesentlicher Teil der Finanzierung kommt von der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES. Sie stellt über ihren Klimafonds „Fundo Clima“ 329 Millionen Real beziehungsweise rund 63,5 Millionen Dollar bereit. Weitere 141,2 Millionen Real soll der Konzessionär investieren, 38,8 Millionen Real steuert die Stadt bei. Die BNDES-Mittel sind ausdrücklich für die Beschaffung der Elektrobusse vorgesehen.

Nach Angaben der Kommune handelt es sich um die erste öffentlich-private Partnerschaft Brasiliens, die speziell auf Elektrobusse ausgerichtet ist. Der Vertrag läuft über 16 Jahre: ein Jahr für die Umsetzung und anschließend 15 Jahre für den Betrieb. Der private Partner soll einen Teil der Fahrzeuge beschaffen, die Ladeinfrastruktur installieren und den neuen Betriebshof errichten. Auch Betrieb und Instandhaltung der Anlagen gehören zu seinen Aufgaben.

Alle 175 Elektrobusse sollen an einem neuen öffentlichen Betriebshof im Stadtteil Maré stationiert werden. Das Gelände umfasst rund 41.000 Quadratmeter, davon sind etwa 23.000 Quadratmeter für den E-Bus-Betrieb vorgesehen. Geplant sind Stell- und Wartungsflächen, Verwaltungs- und Lagerbereiche sowie die notwendige Ladeinfrastruktur.

Rio baut neuen Ladebetriebshof in Maré

Geladen werden sollen die Fahrzeuge überwiegend nachts im Depot. Die ersten Elektrobusse sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2027 in das städtische Verkehrsnetz Sistema RIO integriert werden. Mit den 175 Fahrzeugen will die Stadt nach eigenen Angaben die gesamte Busflotte elektrifizieren, die vom Terminal Gentileza aus eingesetzt wird.

Das Projekt läuft unter dem Namen „Elétrico Carioca“. Parallel zur Elektrifizierung will Rio bei den übrigen Bussen verstärkt auf weniger emissionsintensive Biokraftstoffe setzen. Die Stadt verfolgt zugleich ein größeres Elektrifizierungsziel: Bis 2030 sollen emissionsfreie Fahrzeuge 20 Prozent der kommunalen Busflotte stellen. Das entspräche rund 1.000 Bussen.

Der Ausbau trifft auf einen wachsenden E-Bus-Markt in Brasilien. Nach Daten des E-Bus Radar sind im Land derzeit 2.216 Elektrobusse im Einsatz. Damit entfallen rund 21 Prozent der insgesamt 10.628 E-Busse in Lateinamerika auf Brasilien.

Parallel wächst auch die heimische Produktion. Volkswagen Truck & Bus hat Ende 2025 mit der Auslieferung seines in Brasilien entwickelten e-Volksbus begonnen. Die erste Charge umfasst 100 Fahrzeuge, davon gingen zunächst 50 Exemplare an den Betreiber Transppass in São Paulo. Produziert wird das Modell in Resende im Bundesstaat Rio de Janeiro. Auch BYD plant einen Ausbau seiner Busproduktion in Brasilien.

Nach Angaben der Stadt könnten die 175 Elektrobusse über die 16-jährige Vertragslaufzeit rund 199.400 Tonnen CO2-Äquivalente vermeiden. Zusätzlich erwartet die Kommune geringere lokale Schadstoff- und Lärmemissionen.