Renault-Tochter bereitet Elektromotoren wieder auf

The Future is Neutral, ein Gemeinschaftsunternehmen von Renault und dem Umweltdienstleister Suez, stellt auf der Automechanika in Frankfurt/Main diese Woche sein Kreislaufwirtschaftsmodell für Automobilhersteller und -zulieferer vor. Dazu zählt auch ein neues Angebot zur Wiederaufbereitung von Elektromotoren.
Wiederaufbereitung eines Renault-Elektromotors
Bild: The Future is neutral
Die Renault Group hat bereits 2022 ein Unternehmen gegründet, das sich exklusiv der Kreislaufwirtschaft widmet. Es nennt sich The Future is Neutral und strebt „bis 2030 in Europa die führende Position in der Kreislaufwirtschaft für Kraftfahrzeuge an“, wie die Tochter vor vier Jahren bei ihrer Gründung verlauten ließ. Im Oktober 2024 holte sich Renault dann in Form des auf Abfallwirtschaft und Recycling spezialisierten Unternehmens Suez zusätzliches Know-how und Kapital ins Boot – denn Suez erwarb einen Anteil von 20 Prozent.
Seitdem hat The Future is Neutral sein Angebot deutlich ausgebaut und präsentiert es nun auf der Automechanika in Frankfurt/Main (8. bis 12. September 2026), einer großen Fachmesse für den Automobil-Aftermarket. Die Tochter von Renault nennt dabei als eines der Highlights ein neues Angebot der Sparte The Remakers, die sich auf das Remanufacturing von Automobilkomponenten spezialisiert hat. Sprich: Ausrangierte Komponenten zum Beispiel aus stillgelegten Fahrzeugen werden nicht etwa dem Recycling zugeführt, sondern vielmehr für eine zweite Verwendung wiederaufbereitet.
Fokus auf den 6AM-Elektromotor von Renault
Konkret zeigt The Remakers auf der Automechanika sein neues industrielles Wiederaufbereitungsangebot für den 6AM-Elektromotor von Renault. Dabei handelt es sich um eine elektrisch erregte Synchronmaschine (SSM) ohne den Einsatz von Seltenen Erden (magnetfrei), die in verschiedenen Leistungsstufen u.a. im Renault Mégane E-Tech Electric und im Renault Scenic E-Tech Electric eingesetzt wird.
Dank der Wiederaufbereitung können diese Elektromotoren von Renault zurück auf den Markt gebracht werden – laut den Verantwortlichen mit einer Leistung und Zuverlässigkeit, die denen neuer Motoren in nichts nachstehen, zu rund 30 Prozent niedrigeren Kosten und bei einer gleichzeitigen Minderung der Umweltbelastung.
The Remakers festigt damit seine Rolle als Anbieter in diesem Bereich und erweitert sein Angebot an wiederaufbereiteten Komponenten für Elektrofahrzeuge, zu dem bereits der 5A-Elektromotor (bekannt aus dem Renault Zoe oder dem Renault Kangoo Z.E.) und der Power Electronic Controller gehören.
Zudem bringt The Remakers auch noch eine neue Studie auf die Automechanika mit, die Lebenszyklusanalysen von acht repräsentativen Produktfamilien wiederaufbereiteter Komponenten aus dem eigenen Portfolio beleuchtet. Das Beratungsunternehmen Quantis hat dafür die Auswirkungen dieser Produkte auf Klimawandel, Ressourcenverbrauch (Mineralien und Metalle), Versauerung, Eutrophierung von Süßwasser und photochemische Ozonbildung untersucht.
Eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie ist, dass unter den analysierten Produktfamilien speziell die wiederaufbereiteten Komponenten für Elektrofahrzeuge von Renault die größten Umweltvorteile bieten. Dies sei vor allem auf die hohen Wiederverwendungsraten von Materialien mit hoher Umweltbelastung zurückzuführen, wie beispielsweise Kupfer und elektronische Bauteile, heißt es. Konkret sollen aufbereitete Elektromotoren die Umweltbelastung bei jedem der fünf bewerteten Indikatoren um mindestens 67 Prozent reduzieren. Und auch aufbereitete Leistungselektronik für Elektrofahrzeuge soll die Umweltbelastung bei jedem der fünf bewerteten Indikatoren um mindestens 47 Prozent senken.