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ProLogium baut in Taiwan nächste Feststoffakku-Generation in Serie

ProLogium baut in Taiwan nächste Feststoffakku-Generation in Serie

Der taiwanesische Feststoff-Batteriespezialist ProLogium beginnt in Taiwan mit der Serienproduktion seiner Lithium-Keramik-Batterie der Generation 3.5. Der TÜV Rheinland attestiert laut ProLogium, dass die eingesetzten Zellen eine gravimetrische Energiedichte von 381 Wh/kg erreichen.

ProLogium ist ein Spezialist für Lithium-Keramik-Batterien (LCB) und kündigt an, nun die „dreieinhalbte“ Generation in Taiwan in Serien zu fertigen. Diese soll auf einer All-Solid-State-Batterietechnologie basieren und in einem Bericht von TÜV Rheinland auf Zellebene eine gravimetrische Energiedichte von 381 Wh/kg und eine volumetrische Energiedichte von 903 Wh/L erreicht haben. Untersucht wurde dafür eine großformatige 185,4-Ah-Zelle. Unabhängig davon habe das US-Prüflabor UL Solutions die Zelle nach der chinesischen Norm GB/T 43568-2026 untersucht, so ProLogium in einer Mitteilung, ohne an dieser Stelle jedoch auf Testdetails einzugehen. Die Taiwanesen geben lediglich an, dass die Zelle nach sechs Stunden unter Vakuum bei 120 °C nur einen Gewichtsverlust von weniger als 0,05 % verbucht habe – und die Zelle daher Norm-gemäß als Festkörperbatterie eingestuft werden könne.

ProLogium beschäftigt sich seit seiner Gründung 2006 mit Lithium-Keramik-Batterien und kommt weltweit auf mehr als 1.200 Patente (darunter erteilte Patente und angemeldete Patente). 2013 kommerzialisierte ProLogium seine Festkörperbatterietechnologie zunächst im Markt für Smartphone-Ladezubehör, seit 2022 rückt aber auch die Automobilindustrie als Kunde in den Fokus, denn jenem Jahr erhielt das Unternehmen die IATF 16949-Zertifizierung der Automobilindustrie für seine Produktionslinie in Taiwan.

Wichtig: Die zugrundeliegende Batteriezell-Plattform („Logithium“-Zellenarchitektur) nutzt ProLogium bereits seit 2012. Denn sie ist auch bei Weiterentwicklung der Elektrolytchemie und der aktiven Materialien kompatibel. Was ProLogium also verfeinert, sind die Fertigungsprozesse und die Materialzusammensetzungen, nicht aber den Grundaufbau. Die Architektur kombiniert stets einen Keramikseparator mit einer proprietären Randrahmenstruktur, wodurch ein zusätzlicher Separator um die Elektroden herum entsteht, der dazu beiträgt, mögliche Grate – also Defekte – zu isolieren und gleichzeitig für Abdichtung und Isolierung sorgt.

Seit 2012 hat ProLogium auf diesem Fundament vier Generationen von Batterien und drei Generationen von Fertigungstechnologie entwickelt. In die Serie ist nun die genannte Generation 3.5 gegangen. Das Unternehmen arbeitet aber schon an der Kommerzialisierung der vierten Generation. Dabei sind Autohersteller zwar eine Zielgruppe, aber bei Weitem nicht die einzige.

Ein explizites Ziel bei den fortschreitenden Generationen ist die schrittweise Reduzierung des Gehalts an organischen Elektrolyten. Die „Gen 4 LCB“ soll dabei einen neuen Maßstab setzen und ein „vollständig anorganisches, superfluidisiertes Elektrolytsystem“ enthalten, wie ProLogium schreibt. Und: Zurzeit geht das Unternehmen geht davon aus, „dass nur etwa 10 % der bestehenden Produktionslinie im Giga-Maßstab und der dazugehörigen Anlagen angepasst werden müssen, um Gen 4-Zellen herzustellen“. Die vierte Generation soll gegenüber der aktuellen u.a. die Leistung bei niedrigen Temperaturen verbessern, die Material- und Herstellungskosten senken sowie als neue Sicherheitsebene ProLogiums ASM („Active Safety Mechanism“) integrieren.

Was die Produktion angeht, plant ProLogium den Aus- und Aufbau von Kapazitäten in Taiwan, Frankreich und Nordamerika. In letzterer Region sollen dabei zunächst zentrale einlagige Einheiten der Zelle („Inlays“) aus Frankreich zum Einsatz kommen und durch Kooperationspartner vor Ort „durch einfaches direktes Stapeln zu Pouch-Zellen zusammengebaut werden“. Anschließend soll die Modul- und Pack-Integration erfolgen.

Apropos Frankreich: ProLogium hat im Februar 2026 offiziell mit dem Bau seiner 2023 angekündigten Fabrik im nordfranzösischen Dunkerque begonnen. Der erste Bauabschnitt zur Produktion von den Feststoffbatterien der vierten Generation mit einer Jahreskapazität von zunächst 0,8 GWh soll laut aktuellen Planungen 2028 fertiggestellt werden. Zum Vergleich: Die bestehenden Fabrik in Taoyuan in Taiwan kommt auf 3 GWh. Ab 2029 soll die Kapazität in Dunkerque bereits hochgefahren werden, damit 2030 in der Phase 2 die Anlagen voll ausgelastet bei 4 GWh pro Jahr laufen. Für 2032 ist dann die volle Kapazität der „Fab 1“ genannten Anlage von 12 GWh vorgesehen.