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Regulativa

Portugal plant E-Auto-Förderung von bis zu 80 Prozent

Portugal plant E-Auto-Förderung von bis zu 80 Prozent

Portugal will einkommensschwache Haushalte beim Kauf eines Elektroautos künftig mit bis zu 80 Prozent des Fahrzeugpreises unterstützen. Das neue Programm soll rund 20.000 Fahrzeuge umfassen. Parallel will die Regierung die reguläre E-Auto-Förderung mit einem Budget von 50 Millionen Euro fortsetzen.

Image 1: dacia spring electric facelift 2024 09 min

Der Dacia Spring passt in das geplante Fördermodell Portugals.

Bild: Dacia

Die portugiesische Umwelt- und Energieministerin Maria da Graca Carvalho hat die neue Förderung während der parlamentarischen Beratungen über den Staatshaushalt 2027 angekündigt. Demnach soll es erstmals ein eigenes Programm für einkommensschwache Haushalte geben. Vorgesehen ist eine Förderung von bis zu 80 Prozent des Fahrzeugwerts für rund 20.000 Elektroautos.

Nach Angaben des portugiesischen Umweltministeriums soll der förderfähige Kaufpreis bei maximal 15.000 Euro ohne Mehrwertsteuer liegen. Wird gleichzeitig ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor verschrottet, steigt die Obergrenze um 1.000 Euro auf 16.000 Euro. Zusätzlich sollen bis zu 1.000 Euro für die Installation eines Ladepunkts gewährt werden.

Damit ist die angekündigte Förderquote von 80 Prozent deutlich einzuordnen: Sie gilt nicht unbegrenzt für beliebig teure Elektroautos, sondern innerhalb dieser Preisgrenzen. Noch offen ist allerdings, welche Einkommensgrenzen für die Teilnahme gelten und wann das Programm konkret startet.

Reguläre E-Auto-Förderung soll weiterlaufen

Neben dem neuen Sozialprogramm will Portugal auch die bisherige Förderung für die breite Bevölkerung fortsetzen. Dafür sollen 2027 rund 50 Millionen Euro bereitstehen. Nach Angaben der Ministerin sollen sich die Bedingungen grundsätzlich an den bisherigen Programmen orientieren.

Portugal fördert Elektrofahrzeuge bereits seit mehreren Jahren. Anfang 2026 hatte die Regierung ein 17,6 Millionen Euro schweres Programm für Elektroautos, elektrische Zweiräder und Ladeinfrastruktur aufgelegt. Privatpersonen konnten dabei beim Kauf eines Elektroautos bis zu 4.000 Euro erhalten. Voraussetzung war unter anderem die Verschrottung eines mindestens zehn Jahre alten Verbrenners. Der förderfähige Kaufpreis lag bei höchstens 38.500 Euro beziehungsweise 55.000 Euro für Fahrzeuge mit mehr als fünf Sitzplätzen.

Im Juni folgte eine weitere Förderrunde des portugiesischen Umweltfonds mit einem Volumen von zehn Millionen Euro. Förderfähig waren dabei auch Fahrzeuge, die seit Anfang 2025 erworben worden waren, sofern die Antragsteller nicht bereits in einer vorherigen Runde berücksichtigt wurden.

Mit dem neuen Programm für einkommensschwache Haushalte würde Portugal damit erstmals von der bisherigen Förderung mit festen Zuschussbeträgen abweichen. Stattdessen soll ein prozentualer Anteil des Fahrzeugpreises übernommen werden. Wie groß der tatsächliche Zuschuss je Haushalt ausfällt, hängt damit künftig stärker vom Kaufpreis und den noch festzulegenden Zugangskriterien ab.

Zusätzlich plant die Regierung weitere Maßnahmen zur Elektrifizierung des Verkehrs. Nach Angaben aus der Haushaltsdebatte sollen bis zu 9.000 Elektrofahrzeuge für Kleinstunternehmen unterstützt werden. Daneben sind Förderungen für emissionsärmere schwere Nutzfahrzeuge sowie deren Ladeinfrastruktur vorgesehen. Auch die Beschaffung von Elektrobussen in dünner besiedelten Regionen soll kofinanziert werden.

Der Staatshaushalt für 2027 ist allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Das Parlament hat den Entwurf am 28. Oktober zunächst in erster Lesung gebilligt, die Schlussabstimmung ist aber erst für den 24. November vorgesehen. Die konkreten Förderrichtlinien für das neue Programm stehen ebenfalls noch aus.