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Polestar bringt SUV-Ableger des Polestar 4 für 57.900 Euro

Polestar bringt SUV-Ableger des Polestar 4 für 57.900 Euro

Der schwedisch-chinesische E-Autobauer hat den Polestar 4 SUV vorgestellt. Anders als der Polestar 3 bleibt die neue Karosserievariante des 4ers wie das Coupé bei der 400-Volt-Plattform. In Deutschland kann das SUV ab sofort ab 57.900 Euro bestellt werden. Die ersten Auslieferungen sind für das vierte Quartal geplant.

Polestar hatte bereits im Februar angekündigt, seine Modellpalette mit vier Neuheiten innerhalb von drei Jahren deutlich ausbauen zu wollen. Neben dem inzwischen gestarteten Polestar 5 stellte der Hersteller Anfang dieses Jahres eine neue Generation des Polestar 2 für 2027 und den Polestar 7 für 2028 in Aussicht.

Für Ende 2026 war zudem eine weitere Variante des Polestar 4 angekündigt worden, ohne jedoch nähere Details zu nennen. Im Mai erhielt zunächst das bestehende Modell eine Überarbeitung und trägt seither offiziell die Bezeichnung Polestar 4 Coupé. Nun ist klar, dass es sich bei der neuen Variante um den Polestar 4 SUV handelt.

Bei dem neuen Modell handelt es sich jedoch nicht um ein „höhergelegtes“ Coupé, die Bodenfreiheit bleibt mit 166 Millimetern identisch. Die Unterschiede beginnen erst hinter der B-Säule. Die Dachlinie verläuft gerader nach hinten. Hinzu kommen eine Dachreling und eine deutlich steilere Heckpartie mit aufrecht stehender Heckklappe. Das SUV besitzt allerdings eine klassische Heckscheibe. Beim Coupé hatte Polestar darauf verzichtet und die Sicht nach hinten ausschließlich über eine Kamera und einen digitalen Innenspiegel ermöglicht.

Kaum größer, aber deutlich praktischer

Mit der geänderten Dach- und Heckform wachsen die Abmessungen kaum, der Nutzwert dafür umso mehr. Der Polestar 4 SUV ist 4,84 Meter lang, inklusive Außenspiegel gut 2,14 Meter breit und verfügt über einen Radstand von fast drei Metern – alles identisch mit dem Coupé. Nur in der Höhe unterscheiden sich die beiden: Mit 1,556 Metern überragt das SUV das 1,534 Meter hohe Coupé um 22 Millimeter. Davon profitieren vor allem die Passagiere im Fond, die 25 Millimeter mehr Kopffreiheit gewinnen.

Hinter der Rückbank stehen beim Polestar 4 SUV 530 Liter Kofferraumvolumen bis zur Oberkante der Sitzlehnen zur Verfügung, nur vier Liter mehr als beim Coupé. Der eigentliche Zugewinn liegt in der Höhe: Bei Beladung bis unters Dach fasst das SUV 655 Liter, werden die im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitze umgelegt, sind bis zu 1.665 Liter (1.536 Liter beim Coupé) möglich. Hinzu kommt bei beiden Varianten ein 15 Liter großer Frunk. Im Gegensatz zum Coupé verfügt das SUV über eine Dachreling, die bis zu 100 kg trägt. Bei der Anhängelast gibt es keinen Unterschied zum Coupé: Der Rear Motor darf bis zu 1.500 Kilogramm ziehen, der Dual Motor bis zu 2.000 Kilogramm.

400 Volt wie beim Polestar 4 Coupé

Beide Karosserievarianten nutzen die SEA-Plattform des Geely-Konzerns mit 400-Volt-Architektur. Der Polestar 3 basiert hingegen auf der SPA2-Plattform und fährt mittlerweile mit einer 800-Volt-Architektur vor. Wie das Coupé wird auch das SUV mit zwei Antriebsvarianten angeboten. In der Version Rear Motor leistet der Elektromotor an der Hinterachse 200 kW und stellt 343 Nm Drehmoment bereit. Beim Dual Motor kommen zwei E-Motoren zusammen auf eine Systemleistung von 400 kW und 686 Nm Drehmoment. Schluss ist bei 200 km/h.

Die nötige Energie liefert sowohl beim Heck- als auch beim Allradantrieb eine Batterie mit einem Energieinhalt von 100 kWh (brutto). Trotz der höheren Karosserie und dem leichten Mehrgewicht von 35 kg (Rear Motor) bzw. 20 kg (Dual Motor) fällt die WLTP-Reichweite des Polestar 4 SUV geringfügig besser aus. Der Rear Motor kommt auf bis zu 630 Kilometer und damit zehn Kilometer weiter als das Coupé. Beim Dual Motor stehen 600 statt 590 Kilometer im Datenblatt. Mit Performance-Paket beträgt der Unterschied sogar 20 Kilometer: 520 Kilometer beim SUV stehen 500 Kilometern beim Coupé gegenüber.

Beim Laden übernimmt das SUV ebenfalls die Technik des Coupés. An DC-Ladesäulen sind bis zu 200 kW möglich. Für den Ladehub von zehn auf 80 Prozent nennt Polestar rund 30 Minuten. Wechselstromseitig sind serienmäßig elf kW möglich, womit eine volle Ladung elf Stunden dauert. Deutlich schneller geht es mit dem 22-kW-Lader, der 800 Euro Aufpreis kostet oder als Teil des 5.900 Euro teuren Prime-Pakets bestellt werden kann, das unter anderem auch Pilot Assist, ein Head-up-Display, die elektrische Heckklappe und die Dreizonen-Klimaautomatik umfasst.

Neu für die gesamte Baureihe ist Vehicle-to-Load. Über einen separat erhältlichen Adapter lassen sich externe Verbraucher einphasig mit bis zu 3,3 kW versorgen, bis ein zuvor im Zentraldisplay festgelegter Mindestladestand erreicht ist. Der Adapter ist bislang nur für den deutschen Markt zugelassen. Ergänzend führt Polestar einen Camping-Modus ein, über den Klimatisierung, Entertainment und Ambientebeleuchtung bei längeren Aufenthalten im Stand weiter genutzt werden können. Beide Funktionen kommen per Software-Update auch in das Polestar 4 Coupé. Die Sprachsteuerung Google Assistant wird zudem schrittweise durch Google Gemini ersetzt. Ob das nur für den neuen Modelljahrgang des Polestar 4 oder auch für ältere Modelljahrgänge gilt, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Polestar 4 SUV Rear Motor

Polestar 4 SUV Dual Motor

Antrieb

RWD

AWD

Leistung

200 kW

400 kW

Beschleunigung

7,3 s

3,9 s

Höchstgeschwindigkeit

200 km/h

200 km/h

Batterie (brutto)

100 kWh

100 kWh

WLTP-Reichweite

630 km

600 km

Ladeleistung DC

200 kW

200 kW

Ladezeit DC 10-80%

30 min

30 min

Ladeleistung AC

11 kW (22 kW optional)

11 kW (22 kW optional)

Kofferraumvolumen

530 l

530 l

Anhängelast (gebremst)

1,5 t

2,0 t

2.000 Euro günstiger als das Coupé

Das Panoramaglasdach ist beim SUV neu und größer als im Coupé: Die durchgehende Glasfläche reicht bis zur Heckklappe und gehört zur Serienausstattung. Exklusiv für das SUV ist optional eine elektrochrome Variante erhältlich, deren Lichtdurchlässigkeit über das Zentraldisplay verändert werden kann. Wegen der vorhandenen Heckscheibe gehört anders als im Coupé wieder ein konventioneller Innenspiegel zur Ausstattung, der kamerabasierte digitale Rückspiegel ist weiterhin als Option erhältlich.

In Deutschland kann der Polestar 4 SUV ab sofort bestellt werden. Der Rear Motor startet bei 57.900 Euro und ist damit 2.000 Euro günstiger als das Coupé, dessen Listenpreis von 61.900 Euro Polestar derzeit reduziert hat. Der Dual Motor kostet mindestens 65.900 Euro. Auch hier beträgt der Abstand zum aktuell rabattierten Coupé 2.000 Euro.

Produziert wird der Polestar 4 SUV bereits im südkoreanischen Busan, die Fertigung ist im zweiten Quartal angelaufen. Auch wenn das Modell schon bestellt werden kann, dauert es noch, bis die ersten Modelle bei den Kunden eintreffen. Die ersten Auslieferungen sollen zwar im vierten Quartal 2026 beginnen. Im Konfigurator nennt Polestar jedoch für den deutschen Markt eine Auslieferung für Januar bis Februar 2027.