Polestar 4 SUV: 630 km Reichweite und viel Platz

Der Polestar 4 SUV bietet bis zu 1.680 Liter Stauraum, eine 100-kWh-Batterie und maximal 630 Kilometer WLTP-Reichweite. In Deutschland kostet das Elektroauto ab 57.900 Euro.
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Neues Heck schafft Platz für Gepäck und Passagiere
Polestar erweitert die Modellreihe des Polestar 4 um eine SUV-Variante. Das neue Elektroauto übernimmt wesentliche technische und gestalterische Merkmale des bisherigen Polestar 4 Coupé, erhält jedoch ein stärker auf Alltagstauglichkeit ausgerichtetes Heck. In Deutschland kostet die Version mit Hinterradantrieb ab 57.900 Euro. Für das allradgetriebene Dual-Motor-Modell verlangt der Hersteller mindestens 65.900 Euro, während die Ausführung mit Performance-Paket ab 76.300 Euro angeboten wird. Hinzu kommen jeweils Überführungskosten.
Die Front mit den geteilten Dual-Blade-Scheinwerfern und dem beleuchteten Markenlogo bleibt weitgehend vom Coupé übernommen. Die auffälligsten Änderungen betreffen die geradere Dachlinie und die aufrechter stehende Heckklappe. Dadurch wächst nicht nur der Gepäckraum, sondern auch die Kopffreiheit in der zweiten Sitzreihe um 2,5 Zentimeter. Eine serienmäßige Dachreling erlaubt laut Polestar eine dynamische Dachlast von bis zu 100 Kilogramm.
Insgesamt stehen in den vorderen und hinteren Gepäckräumen nach Herstellerangaben 1.680 Liter Stauraum zur Verfügung. Der hintere Kofferraum fasst 530 Liter bis zur Oberkante der Rücksitzlehnen beziehungsweise 655 Liter bei einer Beladung bis zum Dach. Nach dem Umklappen der im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehnen steigt das hintere Ladevolumen auf bis zu 1.665 Liter.
Anders als das Polestar 4 Coupé besitzt die SUV-Version eine konventionelle Heckscheibe und serienmäßig einen klassischen Innenspiegel. Der digitale Rückspiegel des Coupés bleibt gegen Aufpreis erhältlich und soll unter anderem bei einem voll beladenen Kofferraum ein freies Sichtfeld nach hinten ermöglichen. Zur Serienausstattung gehört außerdem ein vergrößertes Panoramaglasdach mit 99,5 Prozent UV-Schutz. Optional bietet Polestar eine elektrochrome Ausführung an, deren Lichtdurchlässigkeit über das Zentraldisplay für einzelne Bereiche oder die gesamte Fläche verändert werden kann.

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Zwei Antriebe und eine 100-kWh-Batterie
Technisch basiert der Polestar 4 SUV wie das Coupé auf der SEA-Plattform. Zur Wahl stehen ein Modell mit Hinterradantrieb und eine stärkere Allradversion. Der Polestar 4 SUV Rear Motor leistet 200 kW (272 PS) und erreicht ein maximales Drehmoment von 343 Nm. Für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h nennt der Hersteller 7,3 Sekunden. Die WLTP-Reichweite soll bis zu 630 Kilometer betragen.
Beim Polestar 4 SUV Dual Motor treiben zwei Elektromotoren beide Achsen an. Zusammen stellen sie 400 kW (544 PS) und 686 Nm bereit. Damit soll das Fahrzeug innerhalb von 3,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen. Die zusätzliche Leistung und der Allradantrieb gehen mit einer etwas geringeren angegebenen WLTP-Reichweite von bis zu 600 Kilometern einher.
Beide Antriebsvarianten verwenden eine Batterie mit 100 kWh Kapazität. An einer geeigneten Gleichstrom-Ladesäule sind laut Polestar bis zu 200 kW Ladeleistung möglich. Angaben zur Dauer eines typischen Ladevorgangs, etwa von 10 auf 80 Prozent, enthält die Ankündigung nicht. In Deutschland kann der SUV dreiphasig mit bis zu 22 kW Wechselstrom laden. In Großbritannien, Irland, Südkorea und Kanada ist die AC-Ladeleistung dagegen auf maximal 11 kW begrenzt.
Die Fahrwerksabstimmung stammt vom überarbeiteten Polestar 4 Coupé. Für das Performance-Paket ergänzt der Hersteller aktive Dämpfer von ZF, eine Brembo-Bremsanlage mit goldfarbenen Bremssätteln sowie 22-Zoll-Räder mit Pirelli-P-Zero-Reifen. Polestar verspricht damit ein direkteres Lenkverhalten und eine stärkere Ausrichtung auf Fahrdynamik, ohne unabhängige Vergleichswerte zu nennen.
V2L und Camping-Modus kommen per Software-Update
Mit Vehicle-to-Load, kurz V2L, kann die Hochvoltbatterie externe elektrische Geräte versorgen. Über einen zertifizierten, separat erhältlichen Adapter stellt das Fahrzeug einphasigen Wechselstrom mit 230 Volt, 16 Ampere und bis zu 3,3 kW bereit. Damit lassen sich beispielsweise Campinggeräte, Werkzeuge oder Unterhaltungselektronik betreiben. Im Zentraldisplay kann ein Mindestladestand festgelegt werden, bei dessen Erreichen die Energieabgabe beendet wird.
V2L soll ebenso wie der neue Camping-Modus durch ein späteres Software-Update für sämtliche Fahrzeuge der Polestar-4-Baureihe freigeschaltet werden. Ein konkreter Termin wurde nicht genannt. Der Camping-Modus bündelt im geparkten Fahrzeug den Zugriff auf Klimatisierung, Unterhaltung, Ambientebeleuchtung und weitere Funktionen. Neben V2L stehen dafür USB-C-Anschlüsse und eine 12-Volt-Steckdose zur Verfügung.
Das Infotainmentsystem nutzt weiterhin Google built-in. Auf dem horizontalen Zentraldisplay bietet Polestar nun neun statt sechs Schnellzugriffe für Widgets an. Google Gemini soll den bisherigen Google Assistant schrittweise ersetzen und natürlichere, mehrstufige Sprachdialoge ermöglichen. Darüber hinaus nennt Polestar Reiseplanung, Übersetzungen und Brainstorming als mögliche Anwendungen von Gemini Live. Die Einführung ist für 22 Länder und 16 Sprachen vorgesehen, wobei Verfügbarkeit und Funktionsumfang je nach Markt variieren können. Für die Nutzung gilt ein Mindestalter von 18 Jahren.

Ausstattung, Materialien und Auslieferung
Im Innenraum setzt Polestar auf die bereits vom Coupé bekannte, reduzierte Gestaltung. Die Ambientebeleuchtung bietet verschiedene vom Sonnensystem inspirierte Farbszenarien. Auf Wunsch ist ein Harman-Kardon-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern und einem 1.400-Watt-Hybridverstärker erhältlich.
Bei den Sitzbezügen verwendet der Hersteller unterschiedliche Recyclingmaterialien. Das serienmäßige MicroTech besitzt ein Trägermaterial aus vollständig recyceltem PET; für die PVC-Oberfläche nennt Polestar einen bio-attribuierten Anteil von 53 Prozent. Die optionale, im 3D-Verfahren hergestellte Tailored-Knit-Polsterung besteht den Angaben zufolge zu 89 Prozent aus recyceltem PET. Alternativ wird chromfrei gegerbtes Nappaleder von Bridge of Weir angeboten.
Für die Anpassung des Coupés an die SUV-Karosserie entwickelte Polestar nach eigenen Angaben 48 neue Bauteile. Produziert wird das Fahrzeug seit dem zweiten Quartal 2026 im südkoreanischen Busan. Die ersten Auslieferungen sind für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
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