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Mahle startet erste Range-Extender-Projekte mit Lkw-Herstellern

Mahle startet erste Range-Extender-Projekte mit Lkw-Herstellern

Mahle geht mit seinem Range Extender für Elektro-Lkw den nächsten Schritt: Nach der Ankündigung im August hat der Zulieferer nun erste konkrete Projekte mit Nutzfahrzeugherstellern gestartet. Dabei sollen Prototypen entstehen und zeitnah auf die Straße kommen.

Der Range Extender von Mahle besteht aus einer kompakten Einheit u.a. mit Generator, Verbrennungsmotor und Thermomanagement

Bild: Mahle

Das Range-Extender-System wurde im August im Vorfeld der IAA Transportation angekündigt. Nun feiert die Technik in Hannover ihre Messepremiere und soll offenbar bereits den Weg in erste Fahrzeuge finden. Nach Angaben des Zulieferers laufen konkrete Projekte mit Nutzfahrzeugherstellern, um Prototypen aufzubauen und anschließend im Straßenbetrieb zu testen. Zu Partnern, Stückzahlen oder einem möglichen Serientermin macht Mahle allerdings noch keine Angaben.

Das System kombiniert einen Hochvoltgenerator mit 110 kW Dauer- und 130 kW Spitzenleistung mit einem kompakten Verbrennungsmotor. Generator, Verbrenner, Thermomanagement, Kraftstoff- und AdBlue-Tank sowie Abgasnachbehandlung sind in einer Einheit zusammengefasst, die einen Teil der Batterie eines E-Lkw ersetzt. Die Räder werden weiterhin ausschließlich elektrisch angetrieben.

Nach Angaben von Mahle kann etwa ein Drittel der ursprünglichen Batteriekapazität entfallen. Dadurch soll das Fahrzeug trotz des zusätzlichen Range Extenders rund 600 Kilogramm leichter werden. Für einen entsprechend ausgelegten Lkw stellt der Zulieferer mehr als 800 Kilometer Gesamtreichweite in Aussicht – jeweils rund 400 Kilometer aus der Batterie und mithilfe des Range Extenders.

Mahle positioniert die Technik vor allem als Antwort auf Lücken in der Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge. Ob sich die versprochenen Vorteile bei Reichweite, Gewicht und Betriebskosten im realen Flotteneinsatz bestätigen, müssen die nun angekündigten Prototypen allerdings erst zeigen.

Mahle zeigt E-Motor ohne Seltene Erden

Eine weitere IAA-Premiere ist der bereits vorab angekündigte Contactless Transmitter (MCT) für elektrische Antriebsachsen schwerer Nutzfahrzeuge. Der E-Motor kommt ohne Permanentmagnete und damit ohne Seltene Erden aus. Seine Spitzenleistung beträgt 370 kW, das Drehmoment mehr als 900 Nm. Den Wirkungsgrad im VECTO-Zyklus gibt Mahle mit 95 Prozent an.

Neu beziffert der Zulieferer auch den Material- und Gewichtsvorteil: Gegenüber einer vergleichbaren permanenterregten Synchronmaschine sollen bis zu drei Kilogramm Seltenerdmagnete pro Fahrzeug entfallen und der Antrieb bis zu zehn Kilogramm leichter ausfallen.

Parallel nutzt Mahle seinen IAA-Auftritt, um erneut für technologieoffene regulatorische Rahmenbedingungen zu werben. Neben Batterie-elektrischen Antrieben sollen aus Sicht des Unternehmens auch Range Extender, Wasserstoff und erneuerbare Kraftstoffe zur Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs beitragen. Mahle fordert dazu eine Überarbeitung der europäischen CO₂-Regulierung für schwere Nutzfahrzeuge.