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LG Energy Solution startet Batteriefertigung in Lansing

LG Energy Solution startet Batteriefertigung in Lansing

LG Energy Solution (LGES) hat in seinem neuen Batteriewerk in Lansing im US-Bundesstaat Michigan die Produktion aufgenommen. Die ursprünglich gemeinsam mit GM geplante Fabrik gehört inzwischen vollständig dem koreanischen Zellhersteller. LGES richtet den Standort nun breiter aus: Neben LFP-Zellen für stationäre Speicher von Tesla sollen dort künftig auch NMC-Zellen für Toyota-Elektroautos entstehen.

LG Energy Solution (LGES) hat den Produktionsstart in seinem Batteriewerk in Lansing offiziell bekannt gegeben. Die etwa 91,5 Hektar große Anlage soll bei voller Auslastung auf eine jährliche Produktionskapazität von mehr als 35 GWh kommen. Seit 2022 hat LGES nach eigenen Angaben mehr als zwei Milliarden Dollar in den Standort investiert. Aktuell beschäftigt das Werk rund 900 Menschen, perspektivisch sollen es bis zu 1.700 werden.

Bemerkenswert ist der Produktionsstart vor allem angesichts der Vorgeschichte des Werks: Lansing war ursprünglich als dritte Zellfabrik von Ultium Cells geplant, dem Batterie-Joint-Venture von General Motors und LG Energy Solution. Ende 2024 kündigte GM jedoch an, seinen Anteil an dem damals nahezu fertiggestellten Standort an LGES zu verkaufen.

Dies bedeutete allerdings keinen vollständigen Rückzug von General Motors aus Ultium Cells. Die gemeinsamen Werke in Ohio und Tennessee blieben von der Transaktion unberührt. GM begründete den Schritt unter anderem damit, seine Batterieproduktionskapazitäten kapitaleffizient an die Entwicklung des Elektroautomarkts anzupassen.

Im Mai 2025 wurde die Übernahme abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Bauarbeiten laut LGES bereits zu 98 Prozent fertiggestellt. Seitdem gehört Lansing vollständig dem koreanischen Zellhersteller.

Toyota übernimmt Kapazitäten von GM

Nach dem Ausstieg von GM aus dem Projekt hat LGES den Standort neu ausgerichtet. Schon Anfang 2025 wurde bekannt, dass Toyota einen bestehenden Batterieauftrag bei LG Energy Solution auf die Fabrik in Lansing verlagern würde. Damit erhielt das zuvor auf GM zugeschnittene Werk einen neuen wichtigen Abnehmer aus der Autoindustrie.

Künftig soll LG Energy Solution in Lansing NMC-Zellen mit Nickel, Mangan und Kobalt für Toyota fertigen. Als eines der vorgesehenen Fahrzeuge nennt LGES den vollelektrischen Toyota Highlander des Modelljahrs 2027. Das dreireihige Elektro-SUV soll im Toyota-Werk in Georgetown im US-Bundesstaat Kentucky gebaut werden.

Die Batterielieferkette umfasst dabei weitere Standorte: Toyota selbst gibt an, dass die Batteriemodule für den Highlander in seinem Batteriewerk in North Carolina montiert werden. Die von LGES genannten Zellen aus Lansing können somit innerhalb einer weitgehend US-amerikanischen Lieferkette weiterverarbeitet werden, bevor die Batterie in Kentucky ins Fahrzeug gelangt.

Anders als bei den Toyota-Zellen läuft die LFP-Produktion für stationäre Energiespeicher in Lansing bereits. LGES fertigt dort Lithium-Eisenphosphat-Zellen für sogenannte Energy Storage Systems (ESS). Diese sollen unter anderem von der US-Tochter LG Energy Solution Vertech in Komplettsysteme für Energieversorger sowie gewerbliche und industrielle Anwendungen integriert werden. Zu den Abnehmern zählt künftig unter anderem der Energieversorger DTE Energy aus Detroit.

Tesla soll ab 2027 Zellen erhalten

Ab 2027 soll zudem Tesla LFP-Zellen aus Lansing beziehen. LGES hatte bereits 2025 einen Liefervertrag über rund 4,3 Milliarden Dollar für prismatische LFP-Zellen bekannt gegeben. Im März 2026 bestätigte die US-Regierung, dass Tesla hinter dem Auftrag steht.

Die Zellen sollen unter anderem in Teslas Megapack 3 eingesetzt werden, dessen Produktion in Houston im US-Bundesstaat Texas vorgesehen ist. Damit gewinnt für LGES neben dem Geschäft mit Elektroauto-Batterien auch der Markt für stationäre Großspeicher zunehmend an Bedeutung.

Gerade für den Standort Lansing ist diese Diversifizierung strategisch relevant. Aus einer ursprünglich stark auf den Hochlauf von General Motors zugeschnittenen Zellfabrik wird ein Standort, der zwei unterschiedliche Märkte und Zellchemien bedient: energiedichte NMC-Zellen für Elektrofahrzeuge sowie kostengünstigere und zyklenfeste LFP-Zellen für stationäre Speicher.

Die unterschiedlichen Anwendungen stellen jeweils andere Anforderungen an die Batterien. Im Fahrzeug spielen Energiedichte, Gewicht und Bauraum eine besonders große Rolle. Bei stationären Speichern stehen dagegen vor allem Kosten, Lebensdauer und eine hohe Zahl an Ladezyklen im Vordergrund.

LGES baut ESS-Geschäft in Nordamerika aus

Lansing ist zugleich Teil einer größeren Strategie von LG Energy Solution. Bis Ende 2026 will das Unternehmen an drei eigenen und zwei gemeinsam betriebenen Standorten in Nordamerika zusammen mehr als 50 GWh Produktionskapazität für LFP-Zellen für stationäre Speicher aufbauen.

Nach Angaben des Konzerns sollen dann rund 80 Prozent seiner weltweiten ESS-Produktionskapazitäten in Nordamerika angesiedelt sein. LGES reagiert damit sowohl auf den wachsenden Bedarf an lokal produzierten Batterien als auch auf die zunehmende Nachfrage nach Großspeichern für Stromnetze, erneuerbare Energien und Industrie.

Aus dem einst geplanten dritten Ultium-Werk von GM und LGES ist damit ein deutlich breiter aufgestellter Batteriestandort geworden. Toyota sichert einen Teil der künftigen Nachfrage aus dem Automobilbereich, während das ESS-Geschäft bereits für Auslastung sorgt. Für LGES reduziert diese Kombination zugleich die Abhängigkeit vom Markthochlauf einzelner Elektroauto-Modelle und Hersteller.