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Indien: JSW Greentech steigt mit Ampstar ins Geschäft mit E-Nutzfahrzeugen ein

Indien: JSW Greentech steigt mit Ampstar ins Geschäft mit E-Nutzfahrzeugen ein

JSW Greentech, eine Tochter des indischen Mischkonzerns JSW Group, will unter der Marke Ampstar in Maharashtra jährlich bis zu 15.000 E-Nutzfahrzeuge bauen. Dafür hat die JSW-Tochter eine eigene Fahrzeugplattform entwickelt und zunächst drei Busmodelle sowie einen 55-Tonnen-Lkw vorgestellt. Das hat electrive-Korrespondent Sagar Parikh auf dem entsprechenden Launch-Event in Indien erfahren.

Bild: JSW Group

JSW Greentech hat diese Woche offiziell die Marke Ampstar vorgestellt und zu diesem Anlass seine Aktivitäten und Ambitionen im Bereich E-Nutzfahrzeuge skizziert. Schon errichtet hat das Unternehmen demnach ein neues Werk in Chhatrapati Sambhajinagar im indischen Bundesstaat Maharashtra – und zwar auf einer Fläche von rund 36 Hektar. Die Anlage verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von 15.000 Elektrofahrzeugen, darunter 10.000 Busse und 5.000 Lkw. Das Unternehmen kann die Kapazität jedoch flexibel zwischen Bussen und Lkw aufteilen. Bei einer Kapazitätsauslastung von 50 bis 70 Prozent soll das Werk erweitert werden. Innerhalb der bestehenden Anlage könnte die Jahreskapazität laut JSW Greentech problemlos auf 25.000 Fahrzeuge steigen.

JSW Greentech gibt an, 25 Milliarden Rupien (rund 229 Millionen Euro) in sein Geschäft mit elektrischen Nutzfahrzeugen investiert und einen erheblichen Teil davon in die Eigenentwicklung gesteckt zu haben. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen die Fahrzeugplattform, das Vehicle Control Unit (VCU) sowie eine Vier-in-eins-Einheit entwickelt, die die Power Distribution Unit, den DC/DC-Wandler, den Inverter für die Servolenkungspumpe und den Inverter für den Luftkompressor integriert. Hinzu kommt der Basisaufbau, die Software und die Algorithmen für den gesamten elektrischen Antriebsstrang.

CEO Sumit Mittal sagte beim Markenstart diese Woche, JSW Greentech strebe bei seinen Elektro-Lkw innerhalb von sechs Monaten einen Lokalisierungsgrad von 50 Prozent an. Innerhalb von neun bis zwölf Monaten soll dieser auf rund 75 Prozent steigen – ähnlich wie bei den Elektrobussen. Parth Jindal, Managing Director von JSW Cement und JSW Paints, erklärte bei der Veranstaltung, dass die Nutzfahrzeug-Tochter an staatlichen Ausschreibungen für Busse teilnehmen und sich bei Lkw zunächst auf B2B-Verträge konzentrieren werde.

Beim Vertrieb will das Unternehmen mehrere Optionen anbieten. Dazu gehören der direkte Kauf, Leasing, Battery-as-a-Service (BaaS) sowie nutzungsabhängige Modelle. Bei Lkw soll dabei pro Tonne, bei Bussen pro Kilometer abgerechnet werden.

Image 2: Jsw group launch ampstar sept nutzfahrzeuge commercial vehicles by sagar parikh

Bild: Sagar Parikh

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JSW Greentech plant zudem eine breite Palette elektrischer Busmodelle mit Längen zwischen sieben und 18 Metern für den Überlandverkehr sowie für Schul- Werk- und Stadtverkehre. Zum Start hat das Unternehmen einen neun Meter langen Stadtbus, einen zwölf Meter langen Bus für Werksverkehre und einen zwölf Meter langen Stadtbus vorgestellt.

Das zwölf Meter lange Werksshuttle verfügt dabei über einen 302-kWh-LFP-Akku, der CCS-Laden über zwei Ladeanschlüsse unterstützt und eine Reichweite von 200 Kilometern ermöglicht. Das Fahrzeug kann laut Hersteller Steigungen von bis zu 18 Prozent bewältigen und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. JSW Greentech bietet den Bus in zwei Varianten an: mit 45 Pushback-Sitzen oder mit 52 Sitzen mit hohen Kopfstützen. Zur Ausstattung gehören unter anderem eine Luftfederung an Vorder- und Hinterachse, ein 360-Grad-Kamerasystem, USB-Ladeanschlüsse und fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme.

Im Lkw-Segment hat JSW Greentech ein Modell mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 55 Tonnen vorgestellt. Er wird als 4×2- und 6×4-Sattelzug sowie als 6×4- und 8×4-Kipper angeboten. Als Energiespeicher kommt ein 282-kWh-LFP-Akku zum Einsatz. Kunden können dabei zwischen einer fest verbauten und einer austauschbaren Batterie wählen. Unter idealen Bedingungen soll sich der Wechselakku innerhalb von sieben Minuten austauschen lassen.

Im Gespräch mit _electrive_ am Rande des Markenstarts erklärte Mittal, das Unternehmen arbeite an einem fest verbauten 400-kWh-Akku. Dieser soll voraussichtlich in drei bis vier Jahren eingeführt werden. Mit dem 282-kWh-Akku soll der Lkw über eine Reichweite von 140 bis 150 Kilometern verfügen. Die 400-kWh-Batterie soll laut Mittal später rund 200 Kilometer Reichweite mit einer Ladung ermöglichen.

Der 55-Tonnen-Lkw verfügt ferner über einen 420-kW-Motor und ein automatisiertes Schaltgetriebe mit sechs oder vier Gängen. Er soll Steigungen von bis zu 27 Prozent bewältigen können. Für den Einsatz auf Langstrecken stattet JSW Greentech das Fahrzeug mit einer Schlafkabine aus. Ein luftgefederter Fahrersitz soll zudem den Komfort erhöhen.

Im weiteren Gespräch mit _electrive_ erklärte Mittal, JSW Greentech warte noch auf die endgültigen Genehmigungen und wolle innerhalb eines Monats sowohl mit der Bus- als auch mit der Lkw-Produktion beginnen. Zwischen Oktober 2026 und März 2027 rechnet das Unternehmen mit der Auslieferung von 500 bis 2.000 Elektrofahrzeugen. Jindal zufolge soll die neue Marke bereits zum Start über einen umfangreichen Auftragsbestand verfügen. So seien allein für den ersten Tag mehrere Vereinbarungen über insgesamt rund 3.000 Lkw geplant.

Quelle: _electrive vor Ort_, jsw.in