Hyundai startet Ioniq-3-Produktion in der Türkei

Hyundai hat im türkischen Werk İzmit die Produktion des vollelektrischen Ioniq 3 aufgenommen. Für die Umrüstung des Standorts investierte der Hersteller 250 Millionen Euro. Zunächst sollen jährlich 30.000 Exemplare des für Europa entwickelten Kompaktmodells entstehen.
Mit dem Produktionsstart steigt das Hyundai-Werk Izmit erstmals in die Fertigung Batterie-elektrischer Pkw ein. Zugleich ist Hyundai nach dem heimischen Hersteller Togg der zweite Autobauer, der Elektroautos in der Türkei produziert, und nach eigenen Angaben der erste ausländische Hersteller. Der Marktstart des Ioniq 3 ist für Oktober vorgesehen. Dem Serienanlauf gingen umfangreiche Umbauten voraus. Hyundai hat in den vergangenen zwei Jahren mehr als 50 Prozent des Werks modernisiert und dafür 250 Millionen Euro investiert. Mehr als 1.000 Beschäftigte haben im Zuge der Transformation neue Aufgaben übernommen, insgesamt beschäftigt Hyundai Motor Türkiye rund 2.400 Menschen in İzmit und am Unternehmenssitz in Istanbul.
Zum geplanten Produktionsvolumen äußert sich Hyundai in seiner aktuellen Mitteilung nicht konkret. Der türkische Industrie- und Technologieminister Mehmet Fatih Kacır nannte zum Produktionsstart jedoch zunächst 30.000 Ioniq 3 pro Jahr. Noch im Juni war für 2026 von 27.000 Fahrzeugen und für das kommende Jahr von mehr als 40.000 Einheiten die Rede gewesen.
Der Ioniq 3 wurde vor allem für den europäischen Markt entwickelt und basiert auf der E-GMP in 400-Volt-Auslegung. Hyundai bezeichnet das kompakte Modell aufgrund seiner aerodynamischen Karosserie als „Aero Hatch“. Angeboten werden zwei Batteriegrößen mit 42,2 und 61 kWh, damit sind nach WLTP bis zu 344 beziehungsweise 496 Kilometer Reichweite möglich. Für die deutsche Ausführung steht die endgültige Homologation allerdings noch aus.
Hyundai baut seinen Standort in Izmit weiter aus
Parallel zur Fahrzeugproduktion entsteht gemeinsam mit Hyundai Mobis eine Batteriemontage auf dem Werksgelände. Wie bereits im Juni berichtet, investiert Hyundai 55 Millionen Euro in die rund 30.000 Quadratmeter große Anlage. Dort sollen Batteriepakete mithilfe von 27 Robotern automatisiert montiert werden. Die Batteriemontage ist Teil eines größeren, insgesamt 715 Millionen Euro umfassenden Investitionspakets für den Standort.
Nun konkretisiert Hyundai seine Pläne für die Anlage. Ab 2027 sollen in Izmit auch Hybridversionen der nächsten Generationen von Bayon und i20 produziert werden, die gemeinsam mit Hyundai Mobis aufgebaute Anlage soll dafür Batteriesysteme montieren. Hyundai verfolgt am Standort damit weiterhin eine flexible Antriebsstrategie. Das Werk wurde 1997 eröffnet und ist das erste und am längsten bestehende Auslandswerk des koreanischen Autobauers. Seit Produktionsbeginn wurden dort rund 3,3 Millionen Fahrzeuge gefertigt, Hyundai beziffert seine bisherigen Investitionen in den Standort auf 1,185 Milliarden Euro.
„Der Produktionsstart des IONIQ 3 ist ein wichtiger Meilenstein für unser Werk in Izmit und für Hyundai in Europa“, sagt Xavier Martinet, President und CEO von Hyundai Motor Europe. Die Produktion des ersten Elektroautos am Standort stärke die Fertigungskompetenz und erhöhe die Flexibilität, um auf die sich wandelnde Nachfrage in Europa reagieren zu können. Mit dem Ioniq 3, der eigenen Batteriemontage und den ab 2027 geplanten Hybridmodellen entwickelt sich İzmit damit schrittweise von einem Produktionsstandort für i20 und Bayon zu einem breiter aufgestellten Werk für elektrifizierte Fahrzeuge.