Hohe Nachfrage nach E-Auto-Prämie: Fördermilliarden könnten früher ausgehen


Bild: Kia (Symbolbild)
Die Bundesregierung gewährt seit Beginn des Jahres einen Zuschuss von bis zu 6000 Euro beim Kauf privater Elektroautos sowie bestimmter teilelektrischer Pkw. Diese Förderung stößt auf eine unerwartet hohe Nachfrage, was laut einem Bericht die Finanzierung des Förderprogramms gefährdet.
Der Autohändlerverband ZDK prognostiziert für den Bereich der privaten Neuzulassungen mehr als 370.000 Elektroautos, was einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bei einem anhaltend hohen Abruf könnten die Auszahlungen bereits im ersten Jahr fast eine Milliarde Euro erreichen. Da die Bundesregierung insgesamt drei Milliarden Euro aus dem Klimafonds für die Förderung bis Ende 2029 reserviert hat, besteht das Risiko, dass das Budget vorzeitig erschöpft ist.
Der ZDK hebt die Prognose für den gesamten E-Auto-Markt inklusive Flotten auf rund 817.000 neue vollelektrische Pkw an. Das liegt 109.000 Fahrzeuge über der ursprünglichen Kalkulation und zudem 50 Prozent über dem Wert vom letzten Jahr. Dieser Zuwachs führt jedoch nicht zu einem allgemeinen Marktwachstum, da die Verkäufe zulasten klassischer Verbrenner gehen.
Thomas Peckruhn, Chef des ZDK, mahnte gegenüber der Welt am Sonntag die Politik zur Verlässlichkeit und warnte vor einem abrupten Ende der Förderung, wie es bereits beim Ende des „Umweltbonus“ für E-Autos 2024 der Fall war. Er forderte eine frühzeitige Information, da Anträge oft erst Monate nach dem Kauf gestellt werden können. Es dürfe kein „Windhundrennen um die letzten Förderungen“ geben.
Laut den zuständigen Behörden wurden bis Anfang August 26.875 Anträge auf die Elektroauto-Kaufprämie bewilligt und bis Ende August rund 200 Millionen Euro ausgezahlt. Viele der über 100.000 eingegangenen Anträge sind aber noch in Bearbeitung. Das Ende der Prämie werde rechtzeitig vorher verkündet, sagte ein Sprecher der Welt am Sonntag.
Um die Reichweite der Mittel zu erhöhen, prüft die Regierung die Integration von EU-Präferenzregelungen. Dies könnte dazu führen, dass beispielsweise aus China importierte Modelle nicht mehr gefördert werden. Laut dem Autoherstellerverband VDA sind aufgrund einer geplanten Evaluation der staatlichen Förderung derzeit kaum Prognosen möglich.
ZDK-Chef Peckruhn fordert, die Regierung müsse spätestens Ende 2027 Klarheit schaffen, wie es mit der Prämie weitergeht. Der auch selbst als Autohändler aktive Lobbyist beobachtet, dass die E-Autos schon jetzt neue Kundengruppen erreichen. Er sagte der Welt am Sonntag: „Die Abneigung gegen Elektroautos nimmt spürbar ab. Immer mehr Leute haben jemanden im Bekanntenkreis, der mit seinem Elektroauto zufrieden ist. Das hilft uns.“ Die neue Technik setze sich zunehmend aus eigener Kraft durch – zumal die Preisdifferenz zum Verbrenner mit neuen, kompakten Modellen sinke.
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Über den Autor
Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.
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