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Regulativa

Göttinger Verkehrsbetriebe nehmen vier eCitaro-Gelenkbusse in Betrieb

Göttinger Verkehrsbetriebe nehmen vier eCitaro-Gelenkbusse in Betrieb

Die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) haben vier neue Mercedes-Benz eCitaro in Betrieb genommen. Die Gelenkbusse werden vorwiegend auf den Linien 71 und 72 eingesetzt und erweitern die Elektroflotte der GöVB auf 34 Fahrzeuge. Gut die Hälfte der Anschaffungskosten übernehmen Bund und Land.

Bild: GöVB

Die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) erweitern ihre Elektrobusflotte. Seit Mitte Oktober sind vier zusätzliche Mercedes-Benz eCitaro in der Gelenkversion im Dienst. Sie werden überwiegend auf den Linien 71 und 72 eingesetzt. Damit verfügt die GöVB nun über 34 Elektrobusse, darunter 26 Gelenk- und acht Solobusse. Vor einem Monat waren es noch 30, nachdem Ende August bereits zwei eCitaro ausgeliefert worden waren.

Die vier Busse haben rund 3,5 Millionen Euro gekostet, also etwa 875.000 Euro pro Fahrzeug. Das Bundesverkehrsministerium gibt 1,3 Millionen Euro dazu, die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) weitere 513.000 Euro. Die Förderung deckt damit knapp 52 Prozent der Investition; gut 1,7 Millionen Euro bleiben bei der GöVB.

Die neuen E-Busse der GöVB im Detail

Jeder Bus bietet Platz für 139 Fahrgäste, davon 44 auf Sitz- und 95 auf Stehplätzen. An Bord gibt es barrierefreie Einstiege, eine Klimaanlage, USB-Ladeanschlüsse sowie eine digitale Fahrgastinformation. Die Reichweite gibt der Verkehrsbetrieb mit bis zu 350 Kilometern an, abhängig von den Einsatzbedingungen. Wie groß die Batterien sind und mit welcher Leistung sie geladen werden, verrät die GöVB nicht. Geladen wird auf dem Betriebshof in der Gustav-Bielefeld-Straße sowie an Ladestationen an den Linienenden. Dort können die Busse in den Wendepausen Strom nachladen, bevor sie zur nächsten Runde aufbrechen.

„Jeder zusätzliche Elektrobus bedeutet weniger Lärm und einen Betrieb ohne lokale Abgasemissionen“, sagt GöVB-Geschäftsführer Michael Neugebauer. Im Stadtverkehr ist das durchaus ein Argument. Ein Dieselbus ist an der Haltestelle und beim Anfahren deutlich lauter als ein Elektrobus.

Göttingen elektrifiziert seine Flotte bereits seit Langem

Das Thema ist in Göttingen nicht ganz neu, der Einstieg lief allerdings über einen Umweg. Im September 2017bestellte die GöVB drei Plug-in-Hybridbusse des Typs Volvo 7900 EH. Im April 2018 gingen diese auf den Linien 41 und 42 in Betrieb. Die Busse konnten an einer OppCharge-Station von ABB mit 150 kW in rund sechs Minuten nachgeladen werden und kamen damit im rein elektrischen Betrieb etwa sieben Kilometer weit. Das reichte für die Abschnitte in der Innenstadt, am Klinikum und am Bahnhof; den Rest erledigte der Dieselmotor. Pro Bus zahlte die GöVB damals 435.000 Euro, das Land Niedersachsen schoss jeweils 138.000 Euro zu.

Im November 2021 folgten die ersten beiden rein elektrischen eCitaro G. Damals gab der Verkehrsbetrieb das Ziel aus, binnen zehn Jahren zwei Drittel der Busflotte auf Elektroantrieb umzustellen. Ob dieses Ziel heute noch gilt, ist offen.

Wie schnell es weitergeht, hängt vor allem vom Platz zum Abstellen und Laden ab. Die GöVB plant deshalb einen neuen Betriebshof an der Hermann-Kolbe-Straße. Auf einer Fläche von rund 40.000 Quadratmetern, was etwa fünfeinhalb Fußballfeldern entspricht, sollen Stellplätze und Ladeinfrastruktur für mindestens 100 Elektrobusse sowie Werkstätten und ein Verwaltungsgebäude entstehen. Rund 60 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Der Baustart ist für 2029 vorgesehen, die Inbetriebnahme für Ende 2031. Bis dahin müssen der bestehende Hof und die Ladepunkte an den Endhaltestellen ausreichen.