Göttingen plant neuen Betriebshof für mindestens 100 Elektrobusse

Die Göttinger Verkehrsbetriebe haben den Planungsauftrag für ihren neuen Elektrobusbetriebshof vergeben. Auf rund 40.000 Quadratmetern sollen unter anderem Abstellflächen für mindestens 100 Elektrobusse samt Ladeinfrastruktur entstehen. Der Baustart soll 2029 erfolgen.
Mercedes-Benz eCitaro in der GöVB-Flotte
Bild: GöVB
Mit der Vertragsunterzeichnung beginnen die konkreten Planungen für den neuen Betriebshof der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) an der Hermann-Kolbe-Straße in Göttingen. Den Auftrag erhielt eine Bietergemeinschaft aus Ingérop Deutschland, AREP und AREP ARCHITECTES aus Paris. Vorausgegangen war ein europaweites, zweistufiges Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb.
„Unser Ziel ist eine leistungsfähige, wirtschaftliche und zukunftsfähige Infrastruktur, die den zuverlässigen Betrieb einer wachsenden Elektrobusflotte ermöglicht. Gemeinsam mit dem Planungsbüro werden wir nun die nächsten Schritte zügig angehen und das überzeugende Konzept in eine tragfähige Umsetzung überführen“, erklärt Michaél Neugebauer, Geschäftsführer GöVB. „Mit der Entscheidung für den Neubau des Elektrobusbetriebshofs am Standort Herman-Kolbe-Straße stellen wir wichtige Weichen für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in unserer Stadt“, ergänzt betont Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende Petra Broistedt.
Das Konzept sieht Abstellflächen für mindestens 100 Elektrobusse sowie eine Reservefläche vor, über die der Standort perspektivisch erweitert werden kann. Hinzu kommen Werkstatt- und Wartungsbereiche, Betriebs- und Verwaltungsgebäude, Stellplätze für Beschäftigte sowie die benötigte Energie- und Ladeinfrastruktur. Insgesamt veranschlagen die GöVB für das Projekt einen Flächenbedarf von rund 40.000 Quadratmetern.
Welche Ladeinfrastruktur konkret entstehen soll, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Angaben zur Zahl der Ladepunkte, zu deren Leistung oder zum vorgesehenen Ladekonzept machen die GöVB bislang nicht. Das Investitionsvolumen für das Gesamtprojekt geben sie mit 60 Millionen Euro an.
Inbetriebnahme für Ende 2031 geplant
In den kommenden Monaten stehen die projektbezogene Grundlagenermittlung und Vorplanung an. Parallel wollen die GöVB weitere Fachplanungsleistungen ausschreiben und vergeben sowie Förderanträge stellen. Im Anschluss sollen die Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung folgen.
Nach aktuellem Stand soll der Bau im Jahr 2029 beginnen. Die Inbetriebnahme des neuen Betriebshofs ist für Ende 2031 vorgesehen. Bis dahin soll der Standort die Voraussetzungen für eine weiter wachsende Elektrobusflotte schaffen.
GöVB verfolgen Elektrifizierung schon länger
Die Elektrifizierung ihrer Busflotte hatten die Göttinger Verkehrsbetriebe bereits Jahre zuvor eingeleitet. Im November 2021 übernahmen sie die ersten beiden rein elektrischen Mercedes-Benz eCitaro G. Vier weitere Fahrzeuge sollten damals in den folgenden Wochen hinzukommen, womit ab Anfang 2022 sechs E-Busse im regulären Linienverkehr eingesetzt werden sollten. Zu diesem Zeitpunkt fuhren außerdem zwölf Plug-in-Hybridbusse in der Göttinger Flotte.
Als Ziel hatten die GöVB im November 2021 ausgegeben, innerhalb der folgenden zehn Jahre zwei Drittel ihrer Busflotte auf Elektroantrieb umzustellen. Ob das vor knapp fünf Jahren formulierte Ziel unverändert weiterhin besteht, geht aus der aktuellen Mitteilung nicht hervor. Klar ist, dass mit zwei neuen Mercedes-Benz eCitaro, die Ende August an die Göttinger Verkehrsbetriebe ausgeliefert wurden, die Flotte derzeit aus 30 Elektrobussen besteht.