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Tehnologija

GM kündigt hocheffiziente neue EV-Plattform an

GM kündigt hocheffiziente neue EV-Plattform an

GM hat seine Entwicklungsabläufe optimiert und so in verkürzter Zeit eine neue Plattform auf die Räder gestellt, die bereits "sehr bald" ihre Premiere in Serienfahrzeugen feiern soll. Zudem sollen ab 2028 erheblich effizientere Akkus und ein schnelleres, zentrales Computersystem in den Fahrzeugen zum Einsatz kommen.

Bild: GM

General Motors (GM) hat die vierte Generation seiner Elektroauto-Plattform vorgestellt. Gerüchte darüber, dass das Unternehmen an einem Nachfolger der BEV3-Architektur arbeitet, kursierten bereits im Juli. Die Weiterentwicklung soll effizienter und kostengünstiger sein sowie mit weniger Bauteilen auskommen. Während der Präsentation bei der Veranstaltung „GM Forward“ in New York sprach GM-Präsident Mark Reuss von einem „sehr baldigen“ Start der Plattform. Vorgesehen ist sie vor allem für Volumenmodelle wie Crossover-SUVs.

Reuss wies bei der Präsentation darauf hin, dass GM als globaler Konzern vom weltweit steigenden E-Auto-Absatz profitiere. „Sobald der US-Markt bereit für den Hochlauf der Elektromobilität ist, stehen wir bereit.“

Mit dem Schritt reagiert der Konzern auf den starken Wettbewerbsdruck im E-Auto-Segment. Rivale Ford arbeitet mit seiner „Universal Electric Vehicle Platform“ an einem vergleichbaren Konzept für effizientere und günstigere Elektrofahrzeuge. Dort soll Ende nächsten Jahres ein Pickup namens „Fathom“ für rund 30.000 US-Dollar als erstes Modell in Produktion gehen.

Schnellere Entwicklungsabläufe etabliert

Bei der Entwicklung der Plattform ist GM neue Wege gegangen und hat die Teams, die sonst hintereinander an einem Projekt arbeiten, näher zusammengebracht. Durch das neue Vorgehen können Designer, Ingenieure und Fertigungsteams früher gemeinsam Ideen ausarbeiten und Probleme lösen. Die Umstellung verkürzt den gesamten Entwicklungszyklus eines Fahrzeugs von fünf Jahren auf rund die Hälfte, sagt der Hersteller.

So entstand laut GM eine EV-Basis, die das Fahrzeuggewicht um 15 Prozent senkt, die Aerodynamik um 25 Prozent verbessert und die Bauteile des Antriebs um 40 Prozent reduziert. Zudem setzt GM auf neue lithium-manganreiche Akkus (LMR) mit prismatischen Zellen und flacher Bauform. Daraus ergibt sich laut Hersteller eine Steigerung der Gesamtreichweite von 20 Prozent pro Kilowattstunde. Diese Effizienzsteigerung ermöglicht wiederum kleinere Batterien. Davon verspricht sich der Konzern erhebliche Kostenvorteile in der Produktion.

Die flacheren Akkuzellen erlauben zudem eine niedrigere, aerodynamischere Fahrzeughöhe, ohne dass der Innenraum dadurch beeinträchtigt wird. Über digitale Simulationen haben die Entwickler über 300.000 Batteriedesigns getestet, bevor ein erster echter Prototyp gebaut wurde. Dieses Vorgehen verkürzte die übliche Entwicklungszeit von Jahren auf einen Monat.

LMR-Akkus versprechen eine 33 Prozent höhere Energiedichte

Die Zellchemie der LMR-Akkus bietet nicht nur eine um 33 Prozent höhere Energiedichte als Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP), sondern bleibt bei den Herstellkosten auf einem ähnlich niedrigen Niveau, da gegenüber herkömmlichen Hochleistungsakkus deutlich weniger der teuren und rohstoffkritischen Elemente zum Einsatz kommen. Die Fertigung der LMR-Zellen erfolgt ab 2028 über das Joint Venture zwischen GM Ultium Cells und LG Energy Solutions im US-Werk Spring Hill (Tennessee).

Neue Computer-Architektur ab 2028

Neben der Plattform hat GM auch die Elektronik von Grund auf verändert. Statt vieler kleinerer Steuergeräte übernimmt künftig ein Zentralrechner im vorderen Teil des Fahrzeugs die Steuerung aller Funktionen, von Antrieb über Fahrwerk bis hin zu Sicherheitssystemen. Dadurch wird die Verkabelung laut GM um 30 Prozent reduziert und die Rechenleistung steigt um das 40-Fache, wodurch unter anderem auch der Einsatz von KI bei der Interaktion mit den Passagieren und beim Energiemanagement möglich wird. Die neue Computer-Architektur soll erstmals im Cadillac Escalade IQ ab Modelljahr 2028 in Serie gehen.