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Geely kontert BYD mit 2,25-MW-Ladesystem

Geely kontert BYD mit 2,25-MW-Ladesystem

Geely steigt mit einer neuen Generation seiner Smart-Charging-Technologie in das Wettrennen um immer höhere Ladeleistungen in China ein. Zusammen mit einer bis zu 12C-fähigen Batterie sollen E-Autos an einem eigens entwickelten Ladesystem in viereinhalb Minuten von zehn auf 70 Prozent laden können.

Der chinesische Autobauer hat die neue Technik in Ningbo zusammen mit der fünften Generation seiner Geely Smart Charging Station vorgestellt. Sie erreicht laut Hersteller eine Spitzenleistung von bis zu 2.250 kW. Damit übertrifft sie auf dem Papier die im März vorgestellte Flash-Charging-Säule von BYD, die maximal 1.500 kW über einen einzelnen Anschluss bereitstellt.

Die hohe Leistung der Säule ist laut Berichten des Portals CnevPost aber nur ein Teil des Systems. Geely kombiniert sie mit seiner für besonders schnelles Laden ausgelegten „Shendun Golden Battery“, die eine maximale Laderate von 12C unterstützt. In Praxistests benötigten damit ausgerüstete Lynk & Co 10 und Zeekr 001 laut Geely 4:30 Minuten, um den Ladestand von zehn auf 70 Prozent zu erhöhen. Von zehn auf 97 Prozent sollen 8:40 Minuten vergehen.

Damit unterbietet Geely die von BYD für seine zweite Generation der Blade Battery genannten Werte geringfügig. BYD gibt in Verbindung mit seinem Flash-Charging-System fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent und neun Minuten von zehn auf 97 Prozent bei normalen Temperaturen an. Noch schneller war ein im Juli veröffentlichter Test der FAW-Marke Hongqi mit 3:41 Minuten von zehn auf 70 Prozent – für diese Technik wurde bislang allerdings kein Zeitplan für die Serienproduktion genannt.

Geely setzt auf 12C und KI-Ladesteuerung

Um die hohen Ladeleistungen zu steuern, setzt Geely auf das gemeinsam mit dem chinesischen KI-Unternehmen StepFun entwickelte Modell „Xingrui PowerMind“. Es verknüpft Fahrzeug, Batterie, Ladesäule, Cloud, Stromnetz und stationären Speicher und passt die Ladestrategie an Fahrzeug und Batterie an.

Geely Smart Charging Station für das ultraschnelle Laden von Elektroautos

Das System soll die Batterietemperatur bis zu 30 Sekunden im Voraus prognostizieren und die Ladeleistung entsprechend regeln. Geely will die Durchschnittstemperatur während des Schnellladens unter 55 Grad Celsius und die Spitzentemperatur unter 65 Grad halten. Unterstützt wird das Thermomanagement durch eine Flüssigkühlung, die vom stationären Batteriespeicher über Ladesäule, Kabel und Ladeanschluss bis zum Fahrzeugakku reicht.

Auch die Auswirkungen wiederholten Schnellladens auf die Batterie adressiert Geely. Eine sogenannte Lithium-Ionen-Pulsregeneration soll mittels Mikropulsen Lithium-Ionen reaktivieren, die sich an der negativen Elektrode angesammelt haben. Zusammen mit dem KI-basierten Lademanagement soll die Technologie die Zyklenlebensdauer nach Herstellerangaben um bis zu 20 Prozent erhöhen. Auf die konkrete Lebensdauer ein geht Unternehmen an dieser Stelle allerdings nicht.

Für das Laden zu Hause verfolgt Geely übrigens eine Strategie mit niedriger Ladeleistung, die Auswirkungen häufigen Schnellladens auf die Batterie reduzieren soll. Und für günstigere Elektroautos entwickelt Geely parallel die nächste Generation seiner Ultra Short Blade Battery. Ein eigenes Laserschweißverfahren soll die Wärmeentwicklung hier beim Laden um zehn Prozent reduzieren, während die maximale Laderate auf 6C steigt.

Der Wettbewerb um extrem kurze Ladezeiten hat sich in China zuletzt deutlich verschärft. Dabei geht es zunehmend nicht nur um Batterie und Fahrzeug, sondern auch um den Aufbau der passenden Megawatt-Ladeinfrastruktur. BYD hatte Ende August bereits 10.000 seiner Flash-Charging-Stationen errichtet und will bis Ende 2026 auf 20.000 kommen. Auch Batteriehersteller Sunwoda hat inzwischen eine Schnellladebatterie vorgestellt und plant bis Ende 2027 den Aufbau von 10.000 Ladestationen der Megawattklasse.