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Fiat Koala: Elektro-Kleinwagen auf 2CV-Basis kommt 2028

Fiat Koala: Elektro-Kleinwagen auf 2CV-Basis kommt 2028

Fiat hat sich den Namen „Koala“ gesichert. Dahinter verbirgt sich ein elektrischer Kleinwagen, der sich die Plattform mit dem neuen Citroën 2CV teilt und voraussichtlich im Jahr 2028 auf den Markt kommen wird. Laut dem Designchef ist er so weit wie die Citroën-Studie. Gezeigt hat Fiat ihn in Paris trotzdem nicht.

Auf dem Pariser Autosalon gehörte die Bühne Citroën. Dort stand der neue 2CV als Studie: 3,76 Meter lang, in Serie rund eine Tonne schwer, bis 2028 angekündigt und für rund 15.000 Euro zu haben. Fiat hielt sich hingegen zurück, obwohl die Italiener ein Schwestermodell vorbereiten. „Wir arbeiten an einigen Autos auf Basis der E-Car-Plattform. Wir bereiten einen kleinen Wagen vor, der auf dem 2CV basiert, und er wird ein Wow“, sagte Arnaud Belloni dem britischen Magazin Autocar. Belloni ist der neue Chef von Fiat, Abarth und Lancia und hat Olivier François abgelöst.

Designchef François Leboine ergänzte, das erste E-Car von Fiat sei „so fertig wie der 2CV“. Es sei aber „nicht der richtige Moment“ gewesen, es zu zeigen. Autocar vermutet, dass Fiat der französischen Konzernschwester die Premiere auf ihrer Heimmesse nicht nehmen wollte. Nach dem Grande Panda und dem SUV Grizzly hat für Leboine jetzt das Kleinwagenangebot Vorrang. „Wir erneuern den unteren Teil unserer Modellpalette“, sagte er. „Das sind heute der Pandina, aber auch der 500. Wir zeigen sie zu einem guten Zeitpunkt.“

Panda, Grizzly oder Koala?

Der neue Fiat gehört zwar zur Panda-Familie, soll aber nicht zwingend Panda heißen. „Koala gehört jetzt zu Fiat“, sagte Belloni. „Wir haben einen Koala, einen Panda und einen Grizzly.“ Fiat hat den Namen markenrechtlich schützen lassen und bleibt damit bei den Bären, auch wenn der Koala zoologisch gesehen ein Beuteltier ist. Den einzigen Bärennamen, den Fiat nicht verwenden kann, lieferte Belloni gleich mit: Kodiak, weil Škoda so sein großes SUV nennt.

Der Name „Pandina“ geisterte als Kandidat für ein neues Elektroauto bereits durch die Berichterstattung. Ende 2023 hieß es, Fiats Elektrokleinwagen solle Pandina heißen. Anfang 2024 zeigte Fiat dann fünf Studien für die Elektrozukunft, angeführt von einem „Mega-Panda“, der als „Grande Panda“ in Serie ging. Seit 2024 heißt der alte Panda mit Verbrennungsmotor, der seit rund 15 Jahren in Europa verkauft wird, offiziell Pandina.

Der Verbrenner-Panda bleibt vorerst

Der neue Koala hat einen handfesten Grund für seinen eigenen Namen: Er trennt das Elektroauto klar vom Verbrenner. Letzterer ist in Italien das meistverkaufte Auto und soll noch mindestens bis 2027 im Werk Pomigliano d’Arco bei Neapel gebaut werden. Fiat hat zugesagt, weiterhin einen günstigen Benziner anzubieten. Der Koala ersetzt den Pandina also nicht sofort, sondern wird zunächst zusätzlich in einer anderen Klasse angeboten.

Das passt zu dem, was Fiats Europachef Gaetano Thorel Anfang des Jahres gegenüber Autocar sagte: „Ich muss eine passende Antwort für meine Panda-Kundschaft finden. Wir brauchen eine Multi-Energy-Lösung.“ Innerhalb der neuen Plattform gibt es diese Wahlfreiheit eigentlich aber nicht, denn Stellantis setzt bei den kommenden Kleinwagen ausschließlich auf Elektroantrieb. Die Wahlfreiheit entsteht bei Fiat also durch zwei nebeneinander angebotene Autos.

Was hinter der E-Car-Plattform steckt

Die Plattform zielt auf eine mögliche neue Fahrzeugklasse ab, die Stellantis und Renault im Juli 2025 vorgeschlagen und die die EU-Kommission im Dezember 2025 in ihr Autopaket aufgenommen hat. Elektroautos der Klasse M1E dürfen höchstens 4,20 Meter lang sein und müssen in Europa gebaut werden. In der CO₂-Flottenrechnung sollen sie 1,3-fach zählen und den Durchschnittswert eines Herstellers damit stärker drücken als ein gewöhnliches Elektroauto. Das Regelwerk ist allerdings noch nicht beschlossen. Vorbild sind die japanischen Kei-Cars, die dort rund 40 Prozent des Marktes ausmachen.

Stellantis will die Plattform an unterschiedliche Karosserien und Markencharaktere anpassen. Nach Informationen des italienischen Magazins Quattroruote wird der Koala wahrscheinlich kürzer als vier Meter und wiegt wie der 2CV etwa eine Tonne. Gebaut werden sollen beide gemeinsam in Pomigliano, wo Stellantis 2028 sein E-Car-Projekt startet.

Kleine Akkus = kleiner Preis?

Weder Fiat noch Citroën haben offizielle technische Daten veröffentlicht. Realistisch sind jedoch Batterien mit einer Kapazität von etwa 25 bis 35 Kilowattstunden. Diese könnten nach WLTP für eine Reichweite von ungefähr 200 bis 300 Kilometern sorgen. Als Zellchemie gilt Lithium-Eisenphosphat (LFP) als wahrscheinlich. Diese Akkus sind günstiger und langlebiger als nickelhaltige Zellen, speichern pro Kilogramm aber weniger Energie. Für reine Stadtautos werden 29 bis 37 kW (40 bis 50 PS) und für vielseitigere Varianten 44 bis 66 kW (60 bis 90 PS) diskutiert. Fiat hat aber bisher keine dieser Werte bestätigt.

Das geringe Gewicht ist der eigentliche Hebel für den Preis. Ein leichtes Auto benötigt pro Kilometer weniger Energie, sodass eine kleinere Batterie für dieselbe Alltagsreichweite ausreicht. Die Batterie ist das teuerste Bauteil eines Elektroautos. Als Einstiegspreis wurde im Stellantis-Umfeld zuletzt ein Betrag von rund 15.000 Euro genannt, was dem Niveau des 2CV entspricht.

Kein Retroauto

Beim Design verspricht Belloni „einen ganz anderen Ansatz, kein Neo-Retro“. Trotzdem sind Panda-Elemente zu erwarten. Einen Hinweis darauf gibt ein E-Car-Designwettbewerb, den Fiat in diesem Jahr unter italienischen Studierenden ausgerichtet hat. Das Publikum wählte den Entwurf „Ippo“, einen kantigen Kleinwagen, der Anklänge an alte und neue Pandas aufweist. Belloni deutete an, dass Fiat Details davon übernehmen könnte, ebenso von den weiteren Finalisten Lumo, Su Misura und Fizz. Fiat hat Ippo seither in Strategiepräsentationen neben Multiplina und Grizzly gezeigt. Sieben der Studierenden bekamen eine Stelle im Designstudio, von denen vier geblieben sind.

In Paris stand Fiat trotzdem nicht mit leeren Händen da. Die Marke präsentierte die Studie Multiplay, eine Mischung aus Pick-up, SUV und Van in der Größe des Grizzly, sowie eine seriennahe Version der Multiplina. Das vierplätzige Leichtfahrzeug der Klasse L7e interpretiert den 600 Multipla neu und soll 2028 in Serie gehen.