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Feststoff-Batterie: Factorial setzt bei Elektrolyt auf japanisches Knowhow

Feststoff-Batterie: Factorial setzt bei Elektrolyt auf japanisches Knowhow

Batterie-Entwickler Factorial Energy schließt eine strategische Partnerschaft mit dem japanischen Unternehmen Mitsui Kinzoku, um die Industrialisierung von einer seiner Plattformen für Feststoffbatterien zu beschleunigen. Mitsui Kinzoku ist Hersteller von festen, sulfidbasierten Elektrolyten.

Sind sich einig: Alex Yu, Mitbegründer und CTO von Factorial Energy (links) und Dr. Kiyotaka Yasuda von Mitsui Kinzoku.

Bild: Factorial Energy

Im Mittelpunkte der neuen Kooperation steht Factorial Energys All-Solid-State-Batterieplattform namens Solistice. Mitsui Kinzoku soll ab sofort zur Industrialisierung dieser Technologie durch sein Knowhow bei Elektrolyten beitragen. Der US-Entwickler bezeichnet seinen neuen japanischen Partner in einer begleitenden Mitteilung als „eines der wenigen Unternehmen weltweit, das über grundlegende Technologien für Festkörperelektrolyte verfügt“.

Dazu folgender Hintergrund: Bei Factorial handelt es sich um einen von Mercedes-Benz, Stellantis sowie Hyundai-Kia unterstützten US-Spezialist für Feststoffbatteriezellen. Das Unternehmen verfolgt mehrere Entwicklungsstränge. Solieferte Factorial im Juni 2024bereits B-Muster seiner Feststoffzellen der Marke FEST mit mehr als 106 Ah Ladekapazität an Mercedes-Benz.

Gleichzeitig arbeitet die Firma – explizit zusammen mit Mercedes – an Zellen mit besagtem Markennamen Solstice, die bisher erst A-Muster-Status haben, aber dafür durch noch eine höhere Energiedichte und durch ein Trockenkathoden-Beschichtungsverfahren punkten sollen. Die Zellen warten mit einer NMC-Kathode und einer Lithium-Metall-Anode auf. Im September 2024 versprach Factorial für sein Solstice-Produkt eineEnergiedichte von bis zu 450Wh/kg(allerdings ohne Präzisierung zu Zell- oder Packebene). Außerdem meldete das Unternehmen vor eineinhalb Jahrenden nächsten Entwicklungsschritt, indem dieser Zelltypus auf eine Ladekapazität von 40 Ah gebracht wurde.

Zur Industrialisierung der Solstice-Plattform ziehen die US-Amerikaner nun also auch japanisches Knowhow hinzu. Mitsui Kinzoku gilt als Hersteller von sulfidbasierten Festelektrolyten und soll zudem „weltweit führend bei ultradünner Kupferfolie mit einem geschätzten Marktanteil von 90 % am Halbleitermarkt für diese Folie“ sein, wie Factorial betont. Dieses materialwissenschaftliche Wissen bilde auch die Grundlage für einen von Mitsui Kinzoku bereits 2016 vorgestellten Sulfid-Festelektrolyten, dessen Serienproduktion in einem eigens dafür errichteten Werk in Saitama (Japan) vorangetrieben werde.

„Ich freue mich sehr, dass wir diese Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung mit Factorial abschließen konnten“, kommentiert Dr. Kiyotaka Yasuda, Senior Executive Officer und Leiter der Abteilung für Geschäftsentwicklung bei Mitsui Kinzoku. „Batterien sind eine Schlüsseltechnologie für die Verwirklichung einer elektrifizierten Gesellschaft, doch es bestehen nach wie vor erhebliche technische Herausforderungen. Genau deshalb halten wir es für notwendig, über die Weiterentwicklung bestehender Technologien hinauszugehen und uns der Herausforderung zu stellen, neue Werte zu schaffen.“

Innerhalb der neuen Kooperation wird Factorial weiterhin die Federführung bei Zelldesign, Prozessentwicklung, Qualifizierung der Lieferkette, Linienintegration und Fertigungsvalidierung innehaben. Factorial-CEO Siyu Huang kommentiert: „Batterieinnovationen können nicht von einem einzigen Unternehmen vorangetrieben werden. Sie werden von der gesamten Lieferkette und zunehmend von einem gesamten Branchenbündnis vorangetrieben. Die grundlegende Elektrolyt-Technologie von Mitsui Kinzoku bringt entscheidendes Material-Know-how in unsere Arbeit ein, um Solstice in Richtung kommerzieller Einsatz zu bringen. Wir bauen nicht nur eine Batterie. Wir schaffen den verbindenden Faden, der der gesamten Branche hilft, gemeinsam voranzukommen.“

Factorial sucht aktuell in der Tat vermehrt nach Partnern. Erst vor wenigen Wochen machten die Amerikaner auch eine strategische Kooperation mit dem großen Batteriehersteller SK On publik, um in diesem Fall den Markthochlauf seines anderen Entwicklungsstrangs – die FEST-Technologie –voranzubringen. Diese wird aktuell u.a. schon mit der Stellantis-Marke Dodgein der Praxis getestet. Strategische Investitionen verbuchte Factorial jüngst ferner von IQT und Posco Future M. Und: „Die ersten kommerziellen Aufträge für Personenkraftwagen sind im Januar und für die Luft- und Raumfahrt im Juli eingegangen“, so das Unternehmen. Im Juni feierte Factorial außerdem die Notierung an der Nasdaq – unter dem Tickersymbol FAC.

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