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Infrastruktura

Europäische MAN-Partner investieren in Service- und Ladenetz

Europäische MAN-Partner investieren in Service- und Ladenetz

MAN Truck & Bus wird bis 2030 noch deutlich mehr in die Weiterentwicklung des Servicenetzwerks investieren als bislang geplant. Dank Händlern und Partnern sollen nun insgesamt rund 700 Millionen Euro bis Ende 2030 in den Ausbau und die Weiterentwicklung des europäischen Service- und Vertriebsnetzes fließen.

MAN hatte bereits im Frühjahr angekündigt, selbst 300 Millionen Euro in das eigene Netz investieren zu wollen. Zusätzlich planen nun auch die Händler, Service-Partner und Importeure von MAN, rund 400 Millionen Euro an Investitionen in ihre MAN-Servicestandorte in Europa zu pumpen. Rund ein Drittel der geplanten Investitionen fließt dabei gezielt in Elektromobilität und Digitalisierung – von Hochvolt-Schulungen für Service-Beschäftigte über Batteriereparatur-Zentren bis hin zum Aufbau öffentlich zugänglicher Ladepunkte an MAN-Niederlassungen.

„Die Investitionen sind in ihrer Größe beispiellos in der Geschichte von MAN“, betont Friedrich Baumann, Vorstand für Sales und Customer Solutions bei MAN. „Es ist ein kraftvolles Programm von MAN und seinen Partnern, die mit ihrem geplanten zusätzlichen Engagement ihr Vertrauen in unsere Produkte und auch die Marke insgesamt sehr deutlich unterstreichen. Unsere Kunden werden davon profitieren und wir werden sie perspektivisch mit einem noch besseren Service unterstützen können.“

Ladenetz-Aufbau in Kooperation mit E.On

Der in das Programm eingebettete Ladenetz-Aufbau erfolgt bekanntlich in Kooperation mit Energiekonzern E.On. Innerhalb des 2024 angekündigten Projekts werden eine Vielzahl von MAN-Serviceniederlassungen mit öffentlich zugänglichen Ladepunkten für Elektro-Lkw ausgestattet. Insgesamt streben die Partner bis zu 400 Ladepunkte an bis zu 170 Standorten in Europa an, davon bis zu 125 Standorte allein in Deutschland. Als bisher in Betrieb genommene Anlaufpunkte nennt MAN die Standorte Berlin-Wildau, Fürstenwalde und Karlsfeld sowie der österreichische Standort Eugendorf sowie Čestlice in Tschechien. „Weitere Stationen werden noch in diesem Jahr in verschiedenen Märkten eröffnet“, äußerte der Hersteller im Frühjahr, ohne an dieser Stelle näher ins Detail zu gehen.

Grundsätzlich macht MAN klar, dass die Investition in das europäische Servicenetz die Kundenbindung nochmals stärken soll. Die 300 Millionen Euro an Eigeninvestitionen bis 2030 sind den Münchnern zufolge ein für das Unternehmen bisher einmaliges Budget-Vorhaben. Interessant dabei: MAN hat eigentlich heute schon ein recht dichtes Netz an Service- und Vertriebsstandorten: Europaweit gibt es rund 1.200 MAN-eigene und Partner-Betriebe – mit in Summe circa 7.000 Beschäftigten (in MAN-Betrieben). Und über den Pannen- und Mobilitätsdienst MAN Mobile24 sorgen gut 2.000 MAN-Servicestützpunkte und Kooperationspartner für eine enge Betreuung. Auf Deutschland heruntergebrochen umfasst das MAN-Servicenetz mehr als 340 eigene und Partner-Servicestandorte.

„Unser starkes Netz ist ein Wettbewerbsvorteil“

Warum MAN in Zeiten seines harten Sparkurses samt Stellenabbau trotzdem so viele Mittel in das Servicenetz pumpt, erläuterte Friedrich Baumann im Frühjahr wie folgt: „Eine starke Marke braucht ein starkes Servicenetz. Das haben wir – und wir machen es jetzt noch stärker. Neben unserer Vertriebsmannschaft sind unsere Werkstätten unser Gesicht für unsere Kunden. Unser starkes Netz ist ein Wettbewerbsvorteil. Den wollen wir weiter ausbauen. Deshalb investieren wir hier in den nächsten Jahren massiv, denn die Kombination von Produkt, Service und guter Qualität wird in den kommenden Jahren auch vor dem Hintergrund neuer Wettbewerber noch wichtiger.“

Mit neuen Wettbewerbern dürften unter anderem die angekündigten China-Marken im Lkw-Bereich gemeint sein, von denen sich viele auch zur IAA Transportation in zwei Wochen angemeldet haben. Bei den Bussen sind Yutong, BYD und Co. ja schon länger konkurrenzfähig. Baumann will sein Unternehmen deshalb im Service „noch einmal deutlich stärker abheben und nachhaltig aufstellen“. Denn: „Das Nutzfahrzeug-Geschäft ist im Vergleich zum Pkw deutlich komplexer und serviceintensiver. Die tägliche Verfügbarkeit der Fahrzeuge ist für unsere Kunden essenziell wichtig für ihr Geschäft. Um erfolgreich zu sein, müssen wir ganz nah an unseren Kunden sein und einen top Service bieten.“

Den angestrebten Service-Mehrwert gießt der Hersteller auch in Zielwerte: Angestrebt wird etwa, dass fast 80 Prozent der Kunden künftig eine Fahrzeit unter 30 Minuten zum nächsten MAN-Servicestandort haben. Zu den wichtigsten Märkten, in denen dieses Ziel vorrangig und vor 2030 erreicht werden soll, gehören Deutschland, Österreich und Schweiz sowie unter anderem Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Polen und die Türkei. Und: „In einzelnen besonders Logistik-intensiven Regionen soll das Ziel unter anderem auch durch das Schaffen neuer Stützpunkte erreicht werden. In diesen Ländern eröffnen wir im Schnitt pro Jahr sieben neue Niederlassungen“, skizziert Baumann.

Erste Standorte für neue Stützpunkte sind inzwischen auch spruchreif: In Portugal fand laut MAN nahe Lissabon kürzlich der Spatenstich für den Bau einer neuen MAN-eigenen Vertriebs- und Service-Niederlassung statt Hinzukommt die bevorstehende Eröffnung eines neuen Standortes in Litauen: „Dort wird ein langjähriger Partner von MAN, die Adampolis Group in Kaunas, noch in diesem Jahr einen der größten Standorte für Vertrieb und Service von MAN-Fahrzeugen in ganz Europa eröffnen“, heißt es aus der Unternehmenszentrale.