Natrag na novosti
Regulativa

Elektroautos fahren 33% billiger als Benziner

Elektroautos fahren 33% billiger als Benziner

Der Betrieb von Elektroautos war in der EU im vergangenen Jahr um 33 Prozent günstiger als der von Benzinern. Das zeigt die Studie "EV Transition Check" des renommierten Think Tanks ICCT. Dieses Jahr dürfte der Kostenunterschied angesichts der Ölkrise sogar noch deutlich größer ausfallen.

Der International Council on Clean Transportation (ICCT) zeigt in der neuen Ausgabe seines jährlichen „EV Transition Check“ die Fortschritte Europas auf dem Weg zu emissionsfreien Fahrzeugen. Eines der zentralen Ergebnisse: Angesichts sinkender Batteriekosten und weiterhin hoher Kraftstoffpreise sind Elektroautos (BEV) heute bereits deutlich günstiger im täglichen Betrieb als Verbrenner.

„Fahrer von Elektroautos in Europa zahlen etwa ein Drittel weniger als Fahrer von Benziner-Pkw. Diese Einsparungen sind kaum zu ignorieren. Sie erklären auch, warum sich der Automobilmarkt weiterhin in diese eine Richtung bewegt. Wir gehen davon aus, dass die Verbreitung Batterie-elektrischer Autos in Europa in den kommenden Jahren zunehmen wird, sofern die derzeitige Politik beibehalten wird“, sagt Marie Rajon Bernard, leitende Forscherin beim ICCT und Hauptautorin des Berichts.

Selbst nur öffentlich ladende E-Autos deutlich günstiger

Dabei lohnt ein Blick in die Details: Das ICCT hat für den Vergleich Elektroautos, die sowohl an privaten als auch an öffentlichen Ladepunkten geladen wurden, mit Autos mit Benzinmotor in der EU verglichen. Das Resultat: Die E-Autos waren 2025 im Betrieb 33 Prozent günstiger als ihre Pendants mit Benzinmotor. Und selbst E-Autos, die nur an den oftmals kostspieligen öffentlichen Ladestation aufgeladen werden, waren noch immer 28 Prozent günstiger als die Benziner. Und die im Februar 2026 einsetzende Ölkrise hat den Abstand weiter vergrößert. Denn Anfang 2026 stiegen die Energiekosten für Autos mit Verbrennungsmotor um 12 bis 36 Prozent, während sie bei BEVs weitgehend unverändert blieben.

Was für den Kostenvergleich wichtig ist: Zuletzt sind die Preise von E-Autos deutlich gesunken, im Jahr 2025 haben sie in den drei größten Fahrzeugsegmenten bereits das Niveau von Benziner-Pkw erreicht. Dies belegen Preisdaten von 100.000 Fahrzeugen auf dem größten Automobilmarkt Europas, Deutschland. Zugleich ist die Auswahl an E-Autos deutlich gestiegen: Die Zahl der auf dem Markt erhältlichen BEV-Modelle hat sich zwischen 2020 und 2025 vervierfacht.

Elektroautos durch sinkende Batteriekosten günstiger

Dabei schaffen sinkende Batteriekosten Spielraum für niedrigere BEV-Preise: Weltweit sanken die Batteriekosten zwischen 2020 und 2025 um 35 Prozent. Im Zuge dessen gingen die Anschaffungskosten für Batterie-elektrische Pkw in Deutschland – bereinigt um Inflation und Fahrzeugmerkmale wie die Reichweite – im selben Zeitraum um 18 Prozent zurück. Die Preise für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor stiegen hingegen um 2 Prozent. Interessant zu sehen ist zugleich, wie die europäischen Autohersteller die Produktion von E-Autos in den vergangenen Jahren hochgefahren haben. 2025 lag der Marktanteil von vollelektrischen Antriebssträngen bereits bei 18 Prozent.

Icct produktion von elektroautos in europa

„Wir haben beobachtet, dass die Fahrzeugpreise nicht so schnell gesunken sind wie die Batteriekosten; das deutet darauf hin, dass Elektroautos in den kommenden Jahren noch günstiger werden können. Für Automobilhersteller weltweit ist dies ein entscheidender Moment. Anstatt ihren Kurs zu ändern, müssen die europäischen Hersteller ihre Investitionen in die Elektrifizierung aufrechterhalten und ausbauen. Der Wettbewerb in diesem Markt wird sich verschärfen“, sagt Peter Mock, Direktor von ICCT Europe.

Elektro-Lkw in Deutschland günstiger als Diesel-Lkw

Auch die Zahlen für Lkw können sich sehen lassen: Elektro-Lkw und Diesel-Lkw könnten im Fernverkehr in der EU bereits bis 2030 Kostengleichheit bei den Gesamtbetriebskosten erreichen. Deutschland hat diesen Punkt dank Mautbefreiungen für Elektro-Lkw bereits heute erreicht. So liegen die Kosten für Anschaffung und Betrieb eines Elektro-Lkw im Fernverkehr in Deutschland schon jetzt um 11 Prozent unter denen eines Diesel-Lkw.

Der „EV Transition Check“ des ICCT schaut aber nicht nur auf die Kosten von Elektrofahrzeugen, sondern betrachtet auch den ökologischen Aspekt des Markthochlaufs: Elektroautos verursachen über ihren gesamten Lebenszyklus demnach 73 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als Benziner – das ist ein deutlich besserer Wert als in dem umstrittenen Whitepaper der TU München. Und bei Batterie-elektrischen Langstrecken-Lkw soll die CO2-Ersparnis sogar bei 86 Prozent gegenüber Diesel-Lkw liegen. Plugin-Hybride (PHEV) weisen dagegen eine stark wachsende Diskrepanz zwischen den realen Emissionen und den Typgenehmigungswerten auf (im Schnitt um den Faktor 4,6 höher) – Stichwort „Utility Factor“.