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Tehnologija

Echion gewinnt ETS als Partner für Niob-Anodenmaterial

Echion gewinnt ETS als Partner für Niob-Anodenmaterial

Das britische Batteriematerial-Startup Echion arbeitet künftig mit dem südkoreanischen Batterieausrüster Energy Tech Solution (ETS) zusammen. Im Zentrum steht XNO, das Niob-basierte Anodenmaterial von Echion, das besonders schnelles Laden und eine sehr hohe Zyklenfestigkeit ermöglichen soll.

Messestand von Echion auf der Battery Show

Bild: Echion

Konkret hat Echion Technologies eine Absichtserklärung (MoU) mit Energy Tech Solution (ETS) unterzeichnet mit dem Ziel, gemeinsam Batteriezellen auf Basis von Echions XNO-Anodenmaterial entwickeln. ETS soll dabei nicht nur Fertigungstechnik liefern, sondern auch die Zellkonstruktion übernehmen und als Auftragsfertiger für Demonstrationszellen fungieren.

Für Echion ist ETS damit der erste sogenannte „Total Battery Solution Provider“ im eigenen Partnernetzwerk. Das Unternehmen mit Sitz in Seoul und einem weiteren Standort im südkoreanischen Chungju entwickelt Produktionsanlagen für Batterie-Startups und Gigafactories und fertigt auch Zellen im Auftrag. Im Rahmen der Vereinbarung will ETS in Chungju Kapazitäten für XNO-Zellen in zylindrischer, prismatischer und Pouch-Bauweise bereitstellen.

„Echion hat bei unseren speziell entwickelten Zellen eine beeindruckende Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt“, sagt Y.H. Kim, CEO von ETS. „Da die Batterietechnologie zunehmend alle Bereiche des globalen Energiesystems durchdringt, wird diese langlebige Hochleistungschemie ihren Platz bei den anspruchsvollsten Anwendern finden.“

Echion hat „Drop-in“-Anodenmaterial XNO entwickelt

Doch was steckt hinter XNO? Vereinfacht gesagt setzt Echion nicht bei der gesamten Lithium-Ionen-Batterie an, sondern bei einer ihrer beiden Elektroden: der Anode. In heutigen Lithium-Ionen-Zellen besteht diese meist aus Graphit. XNO ersetzt das Graphit durch ein von Echion entwickeltes, auf Nioboxiden basierendes Material. Die Kathode – etwa aus NMC oder LFP – kann laut Echion dagegen unverändert bleiben. Das Unternehmen bezeichnet XNO deshalb als „Drop-in“-Anodenmaterial, das sich auf herkömmlichen Elektrodenbeschichtungsanlagen verarbeiten lässt.

Der Vorteil soll vor allem beim schnellen Laden und bei der Lebensdauer liegen. Echion gibt für XNO-Zellen eine kontinuierliche Ladeleistung von bis zu 10C an – theoretisch wäre damit eine vollständige Ladung in rund sechs Minuten möglich. Unter optimierten Bedingungen nennt das Unternehmen mehr als 50.000 Ladezyklen, bei tieferen Zyklen im realen industriellen Betrieb mehr als 15.000. Zum Vergleich: LFP-Zellen werden typischerweise mit deutlich niedrigeren C-Raten geladen. XNO positioniert sich damit weniger als Alternative für möglichst große Reichweiten, sondern für Anwendungen, bei denen Batterien häufig und schnell geladen und entladen werden.

Niob-Anoden v.a. für anspruchsvolle Anwendungen

Damit zielt Echion vor allem auf industrielle Anwendungen wie Bergbaufahrzeuge, Schienenfahrzeuge, Schiffe, Flurförderzeuge sowie stationäre Speicher und unterbrechungsfreie Stromversorgungen für Rechenzentren. Ein weiterer Vergleichspunkt ist Lithium-Titanat (LTO): Diese Technologie ist ebenfalls für sehr schnelles Laden und viele Zyklen bekannt, hat allerdings eine relativ geringe Energiedichte. Echion gibt für XNO gegenüber LTO etwa die doppelte Energiedichte an. Das soll kleinere und leichtere Batterien bei ähnlich hoher Zyklenfestigkeit ermöglichen.

Die Technologie ist dabei nicht mehr ausschließlich im Laborstadium. Echion produziert XNO nach eigenen Angaben seit 2025 im industriellen Maßstab. Gemeinsam mit dem Niob-Produzenten CBMM betreibt das Unternehmen im brasilianischen Araxá eine Anlage mit einer Jahreskapazität von 2.000 Tonnen XNO – ausreichend für rechnerisch rund 1 GWh Batteriezellen. Mit ETS kommt nun ein Partner hinzu, der den nächsten Teil der Wertschöpfung abdecken soll: die Entwicklung und Fertigung konkreter Zellen.

Ziel: Laden mit 10C und 50.000 Zyklen

Im Rahmen der Kooperation wollen Echion und ETS zunächst XNO-Zellen mit hoher Zyklenfestigkeit und hohen Laderaten demonstrieren. Als Ziel nennt ETS bis zu 50.000 Zyklen und Ladeleistungen von bis zu 10C. Ob sich diese Werte in großserienfähigen Zellen und unter den jeweiligen realen Einsatzbedingungen erreichen lassen, muss die weitere Entwicklung zeigen.

„Energy Tech Solution bietet ein umfassendes Spektrum an Dienstleistungen rund um Batterielösungen sowie Fertigungskompetenz und hat bewiesen, dass das Unternehmen die Schnittstelle zwischen Verfahrenstechnik und wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung hervorragend beherrscht“, sagt Jean de La Verpilliere, CEO von Echion. „Wir sind davon überzeugt, dass XNO-Batterien, die von den Experten bei ETS auf bewährten Anlagen gefertigt werden, genau jene Ladeleistung und Zyklenfestigkeit bieten, die Kunden für ihren Geschäftsbetrieb benötigen, wenn sie ihre eigenen XNO-Batterien herstellen möchten.“