Deutschlandnetz: 100. Autobahn-Ladepark an der A81 eröffnet

An der A81 bei Räthisgraben ist der 100. Autobahnstandort des Deutschlandnetzes in Betrieb gegangen. E.ON bietet dort sechs Ladepunkte mit bis zu 400 kW, bezahlt werden kann auch per Debit- und Kreditkarte.
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Das Deutschlandnetz hat an den Autobahnen die Marke von 100 Standorten erreicht. Der jüngste Schnellladepark steht an der A81 in Baden-Württemberg, auf der Parkplatz-mit-WC-Anlage (PWC) Räthisgraben in Fahrtrichtung Stuttgart. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat den Standort gemeinsam mit Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes, eröffnet. Betrieben wird die Anlage von der E.ON Drive Infrastructure GmbH.
Die Autobahnstandorte des Deutschlandnetzes entstehen an sogenannten unbewirtschafteten Rastanlagen, also an Parkplätzen ohne Tankstelle und Raststätte. Dort gab es bislang in der Regel keine Möglichkeit, ein Elektroauto zu laden.
Sechs Ladepunkte mit bis zu 400 kW
Der Ladepark Räthisgraben verfügt über sechs Ladepunkte. Jeder davon soll eine Ladeleistung von bis zu 400 kW bereitstellen. Angaben zum Hersteller der Ladesäulen oder zur Zahl der Säulen macht die Pressemitteilung nicht.
Laut Autobahn GmbH lässt sich ein Mittelklassefahrzeug in etwa zehn Minuten mit Energie für 300 bis 500 Kilometer Reichweite laden. Diese Angabe ist allerdings als Idealwert zu verstehen: Wie viel Energie tatsächlich in dieser Zeit ins Fahrzeug fließt, hängt vor allem von der maximalen Ladeleistung des jeweiligen Autos, dem Ladezustand der Batterie und der Temperatur ab. Nur wenige Modelle können die 400 kW überhaupt nutzen.
Bezahlt werden kann an der Anlage mit den gängigen Ladekarten sowie mit Debit- und Kreditkarten. Damit erfüllt der Standort die Anforderungen an das spontane Laden ohne Vertragsbindung, wie sie für die Deutschlandnetz-Standorte vorgesehen sind.
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Ausbau an den Autobahnen hat deutlich zugelegt
Der Meilenstein zeigt, wie stark sich der Ausbau an den Autobahnen im vergangenen Jahr beschleunigt hat. Im September 2025 waren nach Angaben der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur erst 25 Autobahnstandorte des Deutschlandnetzes in Betrieb, weitere 58 befanden sich damals im Bau. Die Regionalstandorte waren zu diesem Zeitpunkt bereits weiter: Der 100. Regionalstandort ging Anfang Oktober 2025 in Bad Neustadt an der Saale in Betrieb.
Insgesamt plant die Autobahn GmbH an den Autobahnen 1.000 Schnellladepunkte an 200 Standorten. Mit dem Standort Räthisgraben ist damit die Hälfte der geplanten Autobahnstandorte in Betrieb.
Südwesten: fünf von zwölf Anlagen am Netz
In der Niederlassung Südwest der Autobahn GmbH ist Räthisgraben die fünfte von insgesamt zwölf PWC-Anlagen mit freigegebenen Ladepunkten. Die übrigen sieben Standorte sollen nach Angaben von Niederlassungsdirektorin Christine Baur-Fewson bis Ende 2026 folgen – also innerhalb der kommenden drei Monate.
Deutschlandnetz: 9.000 Schnellladepunkte an über 1.000 Standorten
Das Deutschlandnetz ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr (BMV). Private Unternehmen bauen und betreiben die Standorte im Auftrag des Bundes. Geplant sind rund 9.000 zusätzliche Schnellladepunkte an mehr als 1.000 Standorten. Davon entfallen rund 900 auf Städte und ländliche Regionen, 200 liegen direkt an Autobahnen. Ziel ist es, Lücken in der Versorgung mit Schnellladern zu schließen, sodass die nächste Schnellladesäule überall in wenigen Minuten erreichbar ist.
Der Bund investiert in das Programm rund 2,3 Milliarden Euro. Der erste Standort ging Ende 2023 in Betrieb. Bis Ende 2026 soll das Netz nach bisheriger Planung weitgehend vollständig sein. Koordiniert wird die Umsetzung von der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur unter dem Dach der NOW GmbH, die unter anderem für Bedarfsplanung, technische Prüfung und Datenmonitoring der Standorte zuständig ist.
Betreiber E.ON verweist anlässlich der Eröffnung auf die wachsende Zahl von Elektroautos: In Deutschland seien mehr als zwei Millionen batterieelektrische Fahrzeuge zugelassen, ihr Anteil an den Neuzulassungen liege aktuell bei über 30 Prozent. Das Unternehmen selbst betreibt nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Ladepunkte in elf europäischen Ländern.
Die Autobahn GmbH des Bundes ist seit Januar 2021 für Planung, Bau, Betrieb und Erhalt der Bundesautobahnen zuständig und verwaltet mit zehn regionalen Niederlassungen ein Netz von mehr als 13.000 Kilometern.
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