Deutschland überschreitet Marke von 212.000 öffentlichen Ladepunkten

Die Bundesnetzagentur hat neue Zahlen zum Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur veröffentlicht. Zum Stichtag 1. August 2026 waren bundesweit 212.064 öffentlich zugängliche Ladepunkte gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von 28.663 Ladepunkten oder 15,6 Prozent.
Gegenüber dem Bestand zum 1. Juli, den die Bundesnetzagentur in der aktuellen Auswertung mit 210.611 Ladepunkten ausweist, ergibt sich ein Plus von 1.453 Ladepunkten binnen eines Monats. Die tatsächliche Zahl könnte sich aber im Nachgang noch einmal ändern.
Wie stark die Behörde ihre Bestände durch Nachmeldungen der Betreiber nachträglich anhebt, zeigt der Blick auf den April: Im Juni hatte die Bundesnetzagentur den Stand zum 1. April bereits von ursprünglich 200.255 auf 202.118 Ladepunkte korrigiert – inzwischen weist sie für diesen Stichtag 204.266 Ladepunkte aus. Der im Juni berichtete Mai-Wert von 203.951 Ladepunkten dürfte daher ebenfalls längst überholt sein. Ein direkter Vergleich damit ist wenig aussagekräftig.
Zurück zur aktuellen Auswertung der Bundesnetzagentur: Die Zahl der Ladeeinrichtungen stieg binnen eines Jahres von 102.097 auf 118.062 und damit ebenfalls um rund 15,6 Prozent. Der Großteil der Infrastruktur entfällt weiterhin auf Normalladepunkte: Zum 1. August waren 156.399 Ladepunkte mit einer Leistung von bis zu 22 kW gemeldet, 16.652 mehr als ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Plus von 11,9 Prozent. Die Zahl der Schnellladepunkte mit mehr als 22 kW stieg um 12.011 auf 55.665, ein deutlich stärkeres Plus von 27,5 Prozent.
Die installierte Ladeleistung wuchs damit weiterhin deutlich stärker als die reine Zahl der Ladepunkte. Insgesamt weist die Bundesnetzagentur rund 9,22 Gigawatt aus, nach 7,35 Gigawatt zum Vorjahresstichtag. Das entspricht einem Plus von 25,5 Prozent. Bei dieser Kennzahl handelt es sich um die kumulierte Nennleistung der Ladeeinrichtungen und nicht um die Summe der maximalen Leistungen sämtlicher einzelner Ladepunkte.
Schnellladepunkte über 299 kW wachsen am stärksten
Bei den Normalladepunkten dominiert weiterhin die Leistungsklasse von mehr als 15 bis 22 kW. Sie kommt auf 114.589 Ladepunkte und liegt damit 12,3 Prozent über dem Vorjahreswert. In der Klasse von mehr als 3,7 bis 15 kW zählt die Bundesnetzagentur 38.899 Ladepunkte, ein Plus von elf Prozent. Die Klasse bis 3,7 kW bleibt mit 2.911 Ladepunkten (+9 %) von untergeordneter Bedeutung.
Bei den Schnellladepunkten zeigt sich die stärkste Dynamik erneut in der höchsten Leistungsklasse. Ladepunkte mit mehr als 299 kW legten binnen eines Jahres um 36,4 Prozent auf 19.566 zu. In der Klasse von mehr als 149 bis 299 kW stieg der Bestand um 25,1 Prozent auf 21.277 Ladepunkte. Zusammen entfallen damit inzwischen 40.843 Schnellladepunkte auf diese beiden Leistungsklassen.
Die niedrigeren DC-Leistungsklassen wachsen ebenfalls, allerdings weniger stark. Zwischen mehr als 59 und 149 kW wurden 4.469 Ladepunkte erfasst, 28,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Klasse von mehr als 49 bis 59 kW kam auf 8.583 Ladepunkte (+19,6 %), während die Klasse von mehr als 22 bis 49 kW mit 1.770 Ladepunkten um 6,2 Prozent zulegte.
Nordrhein-Westfalen bleibt vorne
Im Bundesländer-Ranking liegt Nordrhein-Westfalen weiterhin an der Spitze. Zum 1. August waren dort 41.646 öffentlich zugängliche Ladepunkte gemeldet. Dahinter folgen Bayern mit 40.421 und Baden-Württemberg mit 35.791 Ladepunkten. Niedersachsen liegt mit 21.075 Ladepunkten auf Rang vier.
Auf Jahressicht legte Nordrhein-Westfalen um 16,1 Prozent zu, Bayern um 14,4 Prozent und Baden-Württemberg um 13,5 Prozent. Besonders deutlich fällt der prozentuale Zuwachs in Hamburg aus: Dort stieg die Zahl der Ladepunkte um 38,6 Prozent auf 5.939. Auch Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet mit 26,3 Prozent auf 3.285 Ladepunkte einen überdurchschnittlichen Anstieg.
Nach installierter Ladeleistung führt Bayern mit rund 1,80 Gigawatt vor Nordrhein-Westfalen mit 1,71 Gigawatt und Baden-Württemberg mit 1,22 Gigawatt. Die unterschiedliche Reihenfolge gegenüber dem Ladepunkte-Ranking verdeutlicht, dass die Zahl der Anschlüsse allein nur einen Teil des Infrastrukturangebots abbildet.
EnBW führt das Betreiber-Ranking an
Insgesamt führt die Bundesnetzagentur zum 1. August 12.914 Betreiber öffentlich zugänglicher Ladeeinrichtungen. Zum 1. Juni 2025 waren es noch 11.669 Betreiber – binnen 14 Monaten ist die Zahl damit um 1.245 oder knapp elf Prozent gestiegen. Der Markt bleibt also stark fragmentiert, auch wenn wenige große Anbieter einen erheblichen Teil der Infrastruktur stellen.
Unter den Betreibern liegt EnBW mobility+ nach Anzahl der Ladepunkte weiterhin deutlich vorn. Zum 1. August waren dem Unternehmen 12.464 Ladepunkte zugeordnet. Es folgen E.ON Drive mit 4.942, Tesla mit 3.951, EWE Go mit 3.595 und BP, wozu auch Aral gehört, mit 3.149 Ladepunkten.
Nach installierter Nennleistung führt ebenfalls EnBW mobility+ mit rund 1,13 Gigawatt. Dahinter folgen Tesla Germany mit rund 980 MW und BP mit rund 486 MW. Auf den weiteren Plätzen liegen Ionity mit 461,5 MW und Shell Deutschland mit rund 344 MW.