Dacia Hipster soll 2027 als elektrisches Kei-Car kommen

Dacia wird laut einem britischen Medienbericht ab 2027 einen E-Kleinstwagen namens Hipster in Europa anbieten. Das Leichtfahrzeug der Klasse L7e wurde vor rund einem Jahr als Studie vorgestellt und soll voraussichtlich in China vom Band laufen. Und zwar dort, wo schon die erste Spring-Generation gebaut wurde.

Bild: Dacia
Dacia hatte den Hipster im Oktober 2025 als Elektro-Konzept präsentiert – allerdings noch gänzlich ohne Serienpläne. Wie „Autocar“ jetzt berichtet, sollen die Launch-Pläne inzwischen gediehen sein: Der Hipster werde kommendes Jahr in Produktion gehen und in Großbritannien zu einem Preis von etwa 9.500 Pfund auf den Markt kommen“, so das Portal unter Berufung auf eine „dem Projekt nahestehende Quelle“. Der genannte Preis entspricht umgerechnet gut 11.000 Euro.
Gebaut werden soll der Hipster in jenem chinesischen Werk, in dem auch die auslaufende erste Generation des Spring vom Band lief. Und zwar in Verantwortung des dortigen Joint Ventures eGT New Energy Automotive – einem Gemeinschaftsunternehmen von Renault, Nissan und Dongfeng. Das passt ins Bild: Bereits im Februar 2026 hatte das französische Portal „Auto Infos“ über eine mögliche Serienproduktion des Dacia Hipster in China berichtet – vorbehaltlich der finalen Produktionsfreigabe. Diese ist nun offenbar erfolgt. Für das Werk in Shiyan ein wichtiges Signal. Denn die kürzlich vorgestellte zweite Spring-Generation kommt ja nun bekanntlich nicht mehr aus China, sondern aus Slowenien.
Zum Hipster selbst: Im Grunde handelt es sich bei dem würfelförmigen Kleinwagen um eine europäische Interpretation der in Japan beliebten Kei-Cars. Der Kleinstwagen soll entsprechend unter dem Spring positioniert werden. Enge Leitplanken setzt dabei der Anspruch, in der europäischen L7e-Klasse anzutreten: Das Modell darf dafür nicht über eine Leermasse von 450 kg (ohne Batterie) sowie maximal auf 15 kW Leistung und 90 km/h Topspeed kommen. Im Umkehrschluss wäre der Hipster als L7e-Stromer wohl nicht von den EU-Sonderzöllen auf in China produzierte Elektroautos betroffen. Denn diese Regelung greift tatsächlich bei Autos der Klasse M1, nicht aber bei den L7e-Gefährten.

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Wie „Autocar“ berichtet, soll das Serienmodell relativ nah an der Studie bleiben. Diese war bei ihrer Präsentation drei Meter lang, 1,53 Meter hoch und 1,55 Meter breit. Durch die kastigen Proportionen, die quasi nicht vorhandenen Überhängen und die senkrecht stehenden Scheiben bietet der Hipster auf dieser vergleichsweise winzigen Grundfläche vier vollwertige Sitzplätze sowie Platz für Gepäck. Je nach Konfiguration soll der Kofferraum zwischen 70 und 500 Liter fassen. Letzterer Wert steht zur Verfügung, wenn die Rückbank flach liegt.
Die Studie weist zudem eine zweigeteilte Heckklappe auf (der untere Teil klappt wie bei einem Pick-up nach unten, was das Beladen erleichtern soll“. Dieser Ansatz wird es laut „Autocar“ jedoch nicht in die Serie schaffen: Der Serien-Hipster dürfte eine seitlich angeschlagene Hecktür erhalten.
Wie das Portal weiter berichtet, hat sich die Stellung des Kleinstmodells in Dacias Produktsortiment noch vor dem Marktstart dynamisch entwickelt: Unter dem ehemaligen Dacia-Chef Denis Le Vot sollte das Fahrzeug offenbar dem Spring nachfolgen. Doch die Renault Group entschied stattdessen, dass es einen Spring-Ableger auf Basis des wiederbelebten Renault Twingo geben soll. Beide sind inzwischen serienreif und auf dem Sprung in den Markt. Als indirekter Nachfolger von Le Vot bestimmte Fabrice Cambolive, der neue Chief Growth Officer von Renault und Dacia, unterdessen, das Hipster-Produktkonzept nochmals zu überarbeiten, um im Preis noch weiter runtergehen zu können. Dabei soll sich der Hersteller viel Entwicklungshilfe aus China holen.
Die endgültige Version des Hipster wird nach Informationen von „Autocar“ im nächsten Jahr vorgestellt. Klar ist aber bereits, dass der neue E-Dacia ein Gegenentwurf zu den schweren und mit Technik aufgeblähten aktuellen Elektroautos darstellen soll. Durch den Verzicht auf „Schnickschnack“ will Dacia nicht nur die Kosten, sondern auch der CO2-Fußabdruck klein halten. Zum Beispiel im Cockpit: Der rumänische Autobauer setzt hier auf seine „Bring your own device“-Philosophie: Das eigene Smartphone dient dabei nicht nur als Schlüssel für das Fahrzeug, sondern wird über eine „Docking-Station“ auch zum Navi-Bildschirm und Infotainment-Screen. Als Soundsystem dient in der Studie eine simple Bluetooth-Box, während die Seitenfenster geschoben und nicht elektrisch heruntergelassen werden. Und: Die klassischen Türgriffe wurden durch Schlaufen ersetzt.