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Infrastruktura

CREED-Projekt: Wie E-Fahrzeuge ein Gewinn fürs Stromnetz werden

CREED-Projekt: Wie E-Fahrzeuge ein Gewinn fürs Stromnetz werden

Im neuen Forschungsprojekt CREED untersuchen neun europäische Partner Ansätze, wie E-Fahrzeuge, Wärmepumpen, Batterien und andere flexible Technologien smart ins Energiesystem integriert werden können. Zentraler Bestandteil des Projekts ist dabei die Praxis-Erprobung der Ansätze.

Bild: Virtual Vehicle (KI-generiert)

Der Projektname CREED steht für „Cross-sectoral Renewable Energy-Enabled Demand Management“, übersetzbar mit: „Sektorübergreifendes, auf erneuerbaren Energien basierendes Nachfragemanagement“. Es geht in dem von der österreichischen Virtual Vehicle Research GmbH angeführten europäischen Projekt also um eine engere Verzahnung von Mobilitäts- und Energiesektor – mit dem Ziel, das Stromnetz zu stützen und erneuerbare Energien noch besser nutzen zu können. Die im Zuge des Projekts erarbeiteten Lösungen sollen an insgesamt sieben Pilotstandorten in Österreich, Deutschland, Portugal und der Tschechischen Republik demonstriert und validiert werden.

Das am 1. Oktober gestartete Projekt hat eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren und ist mit einem Budget von 1,29 Millionen Euro ausgestattet. Kernanliegen der Projektteilnehmer ist es, die Sichtweise zu verändern, dass Elektrofahrzeuge oder Wärmepumpen lediglich Stromverbraucher sind. In CREED soll deshalb untersucht werden, inwiefern deren Energieverbrauch intelligent koordiniert werden kann. „Das Laden eines Elektrofahrzeugs lässt sich beispielsweise potenziell auf einen Zeitraum verlagern, in dem reichlich Strom aus erneuerbaren Energien verfügbar ist. Batterien können Energie für den späteren Gebrauch speichern, während Wärmepumpen und Wärmespeicher zusätzliche Möglichkeiten bieten, den Zeitpunkt des Stromverbrauchs anzupassen“, heißt es in einer begleitenden Mitteilung.

Als übergeordnetes Ziel nennen die Verantwortlichen, die Stromnachfrage flexibler zu gestalten, ohne die Bedürfnisse der Verbraucher zu beeinträchtigen – und so „dazu beizutragen, dass die Verteilungsnetze einen wachsenden Anteil an erneuerbarer Energie bewältigen können“.

Um dies zu erreichen, bündelt das CREED-Team Fachwissen aus den Bereichen Energie, Mobilität, Bauwesen und Digitaltechnik. Die Forscher streben beispielsweise an, Prognosemethoden zu entwickeln, um Energieerzeugung, -verbrauch und verfügbare Flexibilität besser vorherzusagen. Dazu sollen digitale Zwillinge – das sind virtuelle Abbildungen physischer Systeme – Ökoysteme unter Einbeziehung von Elektrofahrzeugen, Wärmepumpen und Wärmespeichern modellieren. Das Projekt soll zudem verschiedene Optimierungsansätze kombinieren – auch über Rückgriff auf KI.

Als zentralen Bestandteil von CREED bezeichnen die Initiatoren zudem Praxiserprobung der entwickelten Ansätze. Die verschiedenen Praxis-Pilotprojekte sollen die Forscher in die Lage versetzen, „die Ansätze unter unterschiedlichen technischen und regulatorischen Bedingungen zu untersuchen und zu prüfen, wie Lösungen zwischen Ländern und Anwendungsbereichen übertragen werden können“.

Dr. Alois Steiner, CREED-Projektkoordinator bei Virtual Vehicle, kommentiert: „Bei der Energiewende geht es nicht nur darum, mehr Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Wir müssen auch intelligenter damit umgehen, wann und wie wir ihn nutzen. Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und Speichersysteme bieten ein enormes Potenzial für Flexibilität. Mit CREED wollen wir Wege finden, dieses Potenzial intelligent zu nutzen und dabei die Bedürfnisse der Bürger in den Mittelpunkt zu stellen.“

Neben der in Graz beheimateten Virtual Vehicle Research GmbH als Konsortialführer engagieren sich in CREED die Westböhmische Universität in Pilsen, die SEnerCon GmbH, die Grazer Energieagentur, die Reduxi DACH GmbH, die École Centrale Lille, das Instituto Superior de Engenharia do Porto (ISEP), das AEE – Institute for Sustainable Technologies und die Hochschule Burgenland.