China baut Steuervorteile für Elektroautos weiter ab

China fährt die steuerliche Förderung von Elektroautos und Batterien schrittweise zurück. Seit September gilt die bereits angekündigte Verbrauchssteuer auf Lithium-Ionen-Batterien, weitere Vergünstigungen fallen 2027 weg.
Seit dem 1. September werden Lithium-Ionen-Batterien mit einer Verbrauchssteuer von zwei Prozent belegt. Zum September 2027 steigt sie auf vier Prozent. Die Änderung war bereits im Juli angekündigt worden und beendet eine seit 2015 bestehende Steuerbefreiung.
Dagegen bleiben unter anderem Natrium-Ionen- und Festkörperbatterien sowie Brennstoffzellen bis Ende 2028 von der Verbrauchssteuer befreit. China verschiebt die steuerlichen Anreize damit teilweise von der inzwischen etablierten Lithium-Ionen-Technologie hin zu alternativen Technologien.
Die unmittelbaren Mehrkosten durch die neue Batteriesteuer dürften zunächst begrenzt bleiben. CarNewsChina rechnet für ein Elektroauto mit 60-kWh-Batterie bei zwei Prozent Steuer mit rund 438 Yuan beziehungsweise 62 US-Dollar zusätzlichen Batteriekosten. Mit dem Anstieg auf vier Prozent wären es rund 876 Yuan beziehungsweise 125 Dollar. Die Berechnung basiert allerdings auf Preisen für chinesische LFP-Speicherzellen und ist daher lediglich ein Rechenbeispiel.
Die Batteriesteuer ist dabei nur ein Teil einer breiteren Neuausrichtung der chinesischen Förderpolitik: Seit Anfang 2026 gilt für Elektroautos und Plug-in-Hybride (in China unter der Bezeichnung NEVs summiert) bei der Kaufsteuer statt der vollständigen Befreiung nur noch eine 50-prozentige Ermäßigung. Der effektive Steuersatz liegt damit bei fünf Prozent, die Entlastung ist auf 15.000 Yuan pro Fahrzeug begrenzt.
Und zum 1. Januar 2027 sollen weitere Vergünstigungen bei der Fahrzeug- und Schiffssteuer entfallen. Betroffen sind unter anderem Batterie-elektrische Nutzfahrzeuge, Plug-in-Hybride, Range Extender und Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge. Für rein elektrische Pkw soll sich bei dieser Steuer hingegen nichts ändern.
China zieht sich damit schrittweise aus Steuervergünstigungen zurück, die den Aufbau seines NEV-Marktes über Jahre begleitet haben. Von einem Ende der staatlichen Förderung kann dennoch keine Rede sein. Unter anderem investiert der Staat weiterhin in Lade- und Batteriewechsel-Infrastruktur. Zudem gelten die verbliebenen steuerlichen Vorteile grundsätzlich auch für in China produzierte Elektroautos ausländischer Hersteller.