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Britischer E-Auto-Boom könnte deutsche Pro­duk­tions­stand­orte stützen

Britischer E-Auto-Boom könnte deutsche Pro­duk­tions­stand­orte stützen
VW-ID4-England

Bild: Audi (Symbolbild)

In Groß­bri­tan­nien, Deutsch­lands größtem Zielmarkt für Pkw-Exporte, gewinnen Elektro­autos an Bedeutung. Die Nachfrage nach Fahrzeugen mit Ver­brennungs­motor geht hingegen stark zurück. Eine neue Analyse der Ini­tia­ti­ve Kli­ma­neu­tra­les Deutsch­land (IKND) zeigt: Wer auch künftig in diesem Schlüsselmarkt erfolgreich sein will, muss die Nachfrage nach elektrischen Antrieben bedienen. Deutsche Pro­duk­tions­stand­orte wie die von Schließung gefährdeten VW-Werke Emden und Zwickau könnten davon profitieren.

Der britische Automarkt wandelt sich: Elektro­autos machen laut der Auswertung im ersten Halbjahr 2026 ein Viertel der Neu­zu­lassung­en aus. Innerhalb von sieben Jahren stieg der Anteil batterie­elek­trisch­er Fahrzeuge am gesamten deut­schen Pkw-Export nach Groß­bri­tan­nien von nahezu 0 auf über 40 Pro­zent. Im selben Zeitraum sanken die exportierten Stückzahlen an Ben­zin­fahr­zeu­gen um 62 Pro­zent, die an Diesel­fahr­zeugen um 93 Pro­zent.

„Das Beispiel Groß­bri­tan­nien zeigt, wie schnell sich für Deutsch­land wichtige Export­märkte in Europa verändern. Für die deutsche Auto­mo­bil­in­du­strie liegt darin vor allem eine Chance: Wer die steigende Nachfrage nach Elektro­fahr­zeu­gen mit pas­sen­den Modellen bedient, kann seine Position auf wichtigen Auslands­märkten sichern. Gerade für Pro­duk­tions­stand­orte wie Emden und Zwickau, die aktuell nicht ausgelastet sind, können sich so neue Perspektiven eröffnen“, sagt Adrien Pagano, Referent Verkehrspolitik der IKND.

Erfolgreiche Elektromodelle aus deutscher Produktion sind in Groß­bri­tan­nien bereits etabliert. Dazu zählen Fahrzeuge aus den Werken in Emden, Zwickau, München und Ingolstadt.

Politische Rahmen­bedingungen beschleunigen diesen Wandel zusätzlich. Die britische Regierung sieht aktuell vor, ab 2030 keine neuen reinen Benzin- und Diesel­fahr­zeuge mehr zuzulassen. Ab 2035 sollen auch keine Hybrid­fahr­zeuge mehr zu­ge­las­sen werden.

Gleichzeitig ist der britische Markt stark von Fir­men­flott­en geprägt. 2024 entfielen rund 82 Pro­zent aller neuen batterie­elekt­rischen Pkw auf gewerbliche Zulassungen. Davon profitieren laut IKND insbesondere die deut­schen Hersteller, da sie im Mittel- und Oberklassesegment stark sind.

Ein Blick in die Exportdaten des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigt: Groß­bri­tan­nien ist kein Sonderfall. Auch in anderen für deutsche Hersteller wichtigen Absatzmärkten steigt der Anteil ele­ktrischer Fahrzeuge deutlich, beispielsweise in Frankreich auf 28 Pro­zent und in Belgien auf 36 Pro­zent. „Groß­bri­tan­nien steht also exemplarisch für eine internationale Entwicklung, bei der Ele­ktro­fahr­zeuge Marktanteile gewinnen und Fahrzeuge mit Ver­brennungs­motor an Bedeutung verlieren“, so die Studienautoren.

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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