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Besitzerwechsel bei vier Ladeparks: E.ON übernimmt Smatrics EnBW Italia

Besitzerwechsel bei vier Ladeparks: E.ON übernimmt Smatrics EnBW Italia

Smatrics EnBW zieht sich nach einem zweijährigen Intermezzo wieder aus Italien zurück und verkauft seine vier im Norden des Landes eröffneten Ladeparks an E.ON. Die Standorte beherbergen insgesamt 64 Schnellladepunkte. Zum Kaufpreis ist nichts bekannt.

Image 1: Smatrics enbw ladestation italien palmanova

Bild: Smatrics EnBW

E.ON Drive Infrastructure (EDRI) Italy gibt in einer Firmenmitteilung bekannt, 100 Prozent des Gesellschaftskapitals von Smatrics EnBW Italia zu übernehmen. Durch die Akquisition integriert der Ladeinfrastrukturspezialist vier bereits in Betrieb befindliche HPC-Standorte in Norditalien in sein Portfolio. „Die Transaktion stellt einen wichtigen Meilenstein in der Wachstumsstrategie von E.ON Drive Infrastructure Italy dar“, teilt das Management mit. Zur vereinbarten Kaufsumme ist nichts bekannt.

Bei den erworbenen Ladeparks handelt es sich im Einzelnen um folgende Standorte:

  • Brixen-Vahrn (Südtirol) entlang des Brenner-Korridors mit 20 ultraschnellen Ladestationen
  • Palmanova (Udine) entlang des Alpen-Adria-Korridors mit 12 ultraschnellen Ladestationen
  • Gruaro (Venedig), zwischen den Autobahnen A28 und A4 gelegen mit 16 ultraschnellen Ladestationen
  • Trezzo sull’Adda (Mailand), entlang der Autobahn A4 und für den Großraum Mailand, mit 16 ultraschnellen Ladestationen.

Die Standorte zeichnen sich laut EDRI durch eine hohe Anschlussleistung aus, die perspektivisch auch eine rasche Erweiterung der Ladestationen sowie eventuelle technologische Upgrades erlaubt. Michele De Gaspari, Regionaldirektor Südeuropa bei E.ON Drive Infrastructure, kommentiert: „Durch die Integration dieser Hubs in unser Netzwerk stärken wir unsere Präsenz entlang der wichtigsten europäischen Verkehrskorridore und bauen ein Netz weiter aus, das darauf ausgelegt ist, das europaweite Hochleistungsladen immer zugänglicher und zuverlässiger zu machen.“

EDRI ist nach eigenen Angaben inzwischen in elf europäischen Ländern vertreten, beschäftigt gut 200 Mitarbeitende und betreibt ein Netz von rund 10.000 öffentlichen Ladestationen. In Italien hat das Unternehmen erst Anfang des Jahres eine Ausschreibung von Autostrade per l’Italia (ASPI), Italiens größtem Autobahnbetreiber, über den Aufbau von 104 HPC-Ladestationen an 18 Autobahnraststätten gewonnen. Diese entstehen entlang der verkehrsreichsten Ost-West- und Nord-Süd-Korridore Italiens, darunter die Autobahnen A4 (Turin–Triest) und A14 (Bologna–Taranto). Laut früheren Angaben sollen alle Standorte bis Ende 2026 betriebsbereit sein.

Smatrics EnBW beendet unterdessen sein Geschäft in Italien nach rund zwei Jahren wieder. Ende 2024 eröffnete das bis dato rein in Österreich aktive Ladenetz-Joint-Venture seinen ersten Schnellladepark in Italien. Dabei handelte es sich um den oben genannten Standort an der Brennerautobahn mit 20 HPC-Ladepunkten. 2025 folgte dann der Ladepark in Palmanova, ehe Smatrics EnBW das Netz erst im Februar 2026 um die nächsten zwei Standorte erweiterte.

Auf eine Bitte um Stellungnahme liefert ein Sprecher von Smatrics EnBW uns auch eine Begründung für den Rückzug aus Italien. Smatrics EnBW sei eine treibende Kraft für die Mobilitätswende in Österreich und verfolge das Ziel, ein flächendeckendes Schnellladenetz aufzubauen. „Eine nachhaltige Sicherung und Weiterentwicklung der starken Position in Österreich erfordert uneingeschränkten Fokus und eine vollständige Bündelung der Ressourcen der SMATRICS EnBW GmbH auf ihren Kernmarkt“, so der Sprecher auf electrive-Anfrage. Aus diesem Grund habe sich Smatrics EnBW entschieden, 100% der Anteile am eigenen Ladenetz in Italien zu verkaufen – „und sich fortan komplett auf den österreichischen Markt zu fokussieren“.