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BDEW-Umfrage: Ladehubs gewinnen bei E-Auto-Fahrern deutlich an Bedeutung

BDEW-Umfrage: Ladehubs gewinnen bei E-Auto-Fahrern deutlich an Bedeutung

E-Auto-Fahrer in Deutschland sind mit dem öffentlichen Laden überwiegend zufrieden. Gleichzeitig verändert sich ihr Ladeverhalten: Vor allem innerstädtische Ladehubs werden deutlich häufiger genutzt als noch vor einem Jahr. Das zeigt eine neue Nutzerumfrage des BDEW.

Das öffentliche Laden scheint für viele erfahrene E-Auto-Fahrer weniger problematisch zu sein, als sie vor dem Fahrzeugkauf erwartet hatten. In der fünften Nutzerumfrage des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) geben 91 Prozent der Befragten, die öffentliche Ladepunkte nutzen, an, dass das aktuelle Angebot ihre Erwartungen mindestens erfüllt. Bei 55 Prozent werden die Erwartungen sogar übertroffen.

Die hohe Zufriedenheit bedeutet allerdings nicht, dass beim weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur keine strukturellen Herausforderungen bestehen. So arbeitet der BDEW auch auf Betreiberseite an einer Vereinfachung der Rahmenbedingungen. Anfang 2026 veröffentlichte der Verband etwa einen Musterwortlaut für technische Anschlussbedingungen in der Mittelspannung. Damit sollen Netzanschlüsse unter anderem für größere Schnellladeparks stärker vereinheitlicht werden.

Für die aktuelle Nutzerumfrage hat UScale im Auftrag des BDEW im Juli und August 2026 insgesamt 1.009 Fahrer reiner Elektroautos in Deutschland online befragt. Plug-in-Hybride waren nicht Teil der Untersuchung. 775 Teilnehmer beziehungsweise 77 Prozent nutzen mindestens einen öffentlichen Ladeort. Laut Studienbeschreibung ist die Stichprobe hinsichtlich der regionalen Verteilung über die Bundesländer repräsentativ. 83 Prozent der Befragten fahren einen Neuwagen, die Dienstwagenquote liegt bei neun Prozent.

Ladehubs in Städten legen laut BDEW-Umfrage zu

Besonders deutlich hat sich gegenüber der Befragung von 2025 die Nutzung innerstädtischer Ladehubs verändert. 39 Prozent der Befragten geben inzwischen an, dort ihr Elektroauto zu laden. Im Vorjahr waren es lediglich 21 Prozent. Auch Kundenparkplätze gewinnen leicht an Bedeutung: Ihr Anteil steigt von 43 auf 47 Prozent. Hier die Resultate grafisch aufbereitet:

Innerstädtische Ladehubs werden deutlich häufiger genutzt als noch 2025.

Das Laden zuhause bleibt mit 75 Prozent zwar der am häufigsten genannte Ladeort, verliert gegenüber dem Vorjahr aber sieben Prozentpunkte. Noch stärker fällt der Rückgang beim Laden unterwegs (etwa an Autobahnen) aus: Hier sinkt der Anteil von 50 auf 34 Prozent. Am Arbeitsplatz geht er leicht von 42 auf 40 Prozent zurück, ebenso beim öffentlichen Laden am Straßenrand von 42 auf 40 Prozent.

Die Zahlen sollten allerdings nicht mit dem Anteil der dort geladenen Strommenge gleichgesetzt werden. Die Befragten konnten mehrere Ladeorte nennen. Die Ergebnisse zeigen somit, welche Orte genutzt werden, nicht wie viele Kilowattstunden dort jeweils geladen werden.

Bei der Auswahl einer öffentlichen Ladestation steht zudem nicht der Preis an erster Stelle. Für 46 Prozent muss der Ladepunkt vor allem zur Route passen, 43 Prozent nennen die Ladeleistung als entscheidendes Kriterium. Erst danach folgt mit 34 Prozent der Ladepreis. Der jeweilge Anbieter der Ladesäule ist für 23 Prozent ausschlaggebend. Bei dieser Frage waren maximal zwei Antworten möglich.

Beim Bezahlen dominiert weiterhin das vertragsbasierte Laden. 82 Prozent der öffentlich ladenden Teilnehmer nutzen eine Lade-App oder Ladekarte mit hinterlegtem Zahlungsmittel. Als häufigsten Grund dafür nennen 58 Prozent die einfachere Abwicklung. 43 Prozent versprechen sich davon günstigere Preise, 38 Prozent transparente Abrechnungen.

Der Preis spielt somit dennoch eine gewichtige Rolle: 59 Prozent der öffentlich ladenden Befragten verwenden Preisvergleichs-Apps. Drei Viertel zahlen laut Umfrage beim AC-Laden höchstens 59 Cent pro kWh und beim Schnellladen höchstens 69 Cent pro kWh. Abgefragt wurde jeweils der am häufigsten verwendete Tarif.

Viele Sorgen relativieren sich nach dem E-Auto-Kauf

Interessant ist auch der Vergleich zwischen den Themen, die Nutzer vor dem Kauf eines Elektroautos beschäftigt haben, und ihren späteren Erfahrungen. Vor der Anschaffung war die Reichweite für 66 Prozent ein Thema. 57 Prozent beschäftigte das Laden zuhause, jeweils 48 Prozent die Betriebs- und Anschaffungskosten. 39 Prozent machten sich Gedanken über die Verfügbarkeit öffentlicher Ladesäulen.

Im Alltag werden viele dieser Punkte deutlich seltener als Problem bewertet. Von denjenigen, die sich vor dem Kauf mit der Reichweite beschäftigt hatten, bezeichnen heute drei Prozent diese als großes und neun Prozent als kleines Problem. Beim Laden zuhause liegen die entsprechenden Werte bei zwei und vier Prozent. Bei der Verfügbarkeit öffentlicher Ladesäulen sind es fünf beziehungsweise zehn Prozent.

Anders sieht es beim Wertverlust aus. Nur 18 Prozent hatten diesen vor dem Kauf überhaupt als relevantes Thema genannt. Von dieser Gruppe betrachten inzwischen 15 Prozent den Wertverlust als großes und weitere 24 Prozent als kleines Problem. Auch die Lieferzeiten schneiden in der nachträglichen Bewertung vergleichsweise kritisch ab. Hier die entsprechende Übersicht:

Reichweite und Laden verlieren nach dem E-Auto-Kauf deutlich an Brisanz – der Wertverlust bleibt dagegen ein Thema.

Bei diesem Vergleich ist allerdings eine methodische Besonderheit wichtig: Nach ihrer heutigen Einschätzung wurden jeweils nur diejenigen Teilnehmer befragt, die das betreffende Thema bereits vor dem Kauf beschäftigt hatte. Die Prozentwerte vor und nach dem Kauf beziehen sich damit nicht auf dieselbe Grundgesamtheit und lassen sich nicht unmittelbar gegeneinander aufrechnen.

Grundsätzlich fällt die Bindung der Befragten an den Elektroantrieb hoch aus. 94 Prozent würden sich nach ihren bisherigen Erfahrungen „eher“ oder „auf jeden Fall“ erneut für ein Elektroauto entscheiden. Ebenfalls 94 Prozent würden den Kauf eines Elektroautos grundsätzlich weiterempfehlen. Unter Nutzern mit mehr als drei Jahren Elektroauto-Erfahrung würden 71 Prozent die Antriebsart sogar „auf jeden Fall“ empfehlen, bei weniger als zwei Jahren Erfahrung sind es 56 Prozent.

Die Ergebnisse sind jedoch vor allem als Stimmungsbild bereits elektrifizierter Autofahrer zu verstehen. Rückschlüsse auf die deutsche Bevölkerung insgesamt lassen sich daraus nur eingeschränkt ziehen, da ausschließlich BEV-Fahrer befragt wurden. Zudem leben 53 Prozent der Teilnehmer in einem Einfamilienhaus. 70 Prozent der Befragten sind männlich.

Für die Ladebranche zeigt die Untersuchung dennoch eine interessante Verschiebung: Das Laden zuhause bleibt zwar dominant, gleichzeitig hat sich der Anteil der Nutzer innerstädtischer Ladehubs binnen eines Jahres nahezu verdoppelt. Und beim öffentlichen Laden entscheiden Route und Ladeleistung häufiger über die Wahl einer Station als der Preis. Für Betreiber dürften damit neben wettbewerbsfähigen Tarifen vor allem Standort, Ladeleistung und eine möglichst unkomplizierte Nutzung entscheidend bleiben.