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Regulativa

Autobahn: Bund gibt Flächen für weitere Schnelllader frei

Autobahn: Bund gibt Flächen für weitere Schnelllader frei

Das Bundesverkehrsministerium und die Autobahn GmbH geben Flächen an unbewirtschafteten Rastanlagen frei, auf denen private Investoren Schnelllader für E-Pkw bauen können. Die Ausschreibung ist für das Frühjahr 2027 geplant, Zahlen zu Standorten und Ladepunkten nennt das Ministerium noch nicht.

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Im Rahmen des Deutschlandnetzes entstehen an unbewirtschafteten Rastanlagen, also an Parkplätzen ohne Tankstelle und Raststätte, Schnellladeparks im Auftrag des Bundes. Ende September hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) an der A81 bei Räthisgraben den 100. Autobahnstandort des Deutschlandnetzes eröffnet, geplant sind insgesamt 200 solcher Standorte. An weiteren Rastanlagen dieser Art sollen nun zusätzliche Schnellladepunkte hinzukommen, errichtet von privaten Investoren.

Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) und die Autobahn GmbH des Bundes haben die Freigabe der Flächen für zusätzliche Pkw-Schnelllader am 22. Oktober 2026 angekündigt. Das Ministerium verweist dabei auf den Markthochlauf: Schon heute sei mehr als jeder vierte neu zugelassene Pkw rein elektrisch, ein weiterer Anstieg werde erwartet. Im September lag der Anteil reiner Elektroautos laut den aktuellen Neuzulassungszahlen in Deutschland bei 35 Prozent, von Januar bis September bei 27 Prozent.

Ausschreibung im Frühjahr 2027

Zunächst will die Autobahn GmbH in Kürze eine Marktkonsultation zu den Eckpunkten des Vorhabens durchführen. Die eigentliche Ausschreibung ist für das Frühjahr 2027 geplant. Bis wann die Zuschläge erteilt und die ersten Ladeparks gebaut werden sollen, nennt das Ministerium nicht.

Über Umfang und Ausstattung der Ladeparks sollen die Betreiber im Rahmen eines wettbewerblichen Verfahrens selbst entscheiden. Das BMV erwartet, dass die Initiative Investitionen im dreistelligen Millionenbereich auslöst. Ob sich der Bund an den Kosten beteiligt, geht aus der Mitteilung nicht hervor, sie spricht ausschließlich von privaten Investoren.

Bilger zufolge sparen zusätzliche Schnellladepunkte direkt an der Autobahn den Fahrern von Elektroautos Zeit und Umwege. Das Vergabeverfahren solle einfach gestaltet werden und zugleich eine angemessene Qualität sowie transparente Preise sichern. Privates Kapital helfe nach seinen Worten, Projekte schneller umzusetzen und den Ausbau an den Autobahnen voranzubringen.

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Noch keine Zahlen zu Standorten und Ladeleistung

Wie viele Rastanlagen freigegeben werden und wie viele Ladepunkte dort entstehen könnten, nennt das Ministerium nicht. Auch an welchen Autobahnen die Flächen liegen, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Vorgaben zur Ladeleistung, zu den Herstellern der Ladesäulen oder zu Bezahlmöglichkeiten wie Debit- oder Kreditkarte enthält die Mitteilung ebenfalls nicht. Offen bleibt auch, wie das Ziel transparenter Preise im Verfahren umgesetzt werden soll.

Ende September nannte die Autobahn GmbH als Ziel für die Autobahnstandorte des Deutschlandnetzes 1.000 Schnellladepunkte. Am damals eröffneten Standort Räthisgraben bietet E.ON sechs Ladepunkte an, die jeweils bis zu 400 kW bereitstellen sollen. Bezahlt werden kann dort neben Ladekarten auch mit Debit- und Kreditkarte. Die zusätzlichen Standorte sollen laut BMV die Autobahnstandorte des Deutschlandnetzes ergänzen.

Deutschlandnetz und weitere Programme

Das Deutschlandnetz soll nach Angaben des BMV rund 9.000 zusätzliche Schnellladepunkte an mehr als 1.000 Standorten in Regionen, Städten und an unbewirtschafteten Rastanlagen umfassen. Private Unternehmen bauen und betreiben die Standorte, der Bund investiert dafür rund 2,3 Milliarden Euro.

In seiner Mitteilung verweist das Ministerium außerdem auf eine Förderung für Ladepunkte in Mehrparteienhäusern, die auch Netzanschluss und Elektroinstallation umfasst. Im Bundeshaushalt 2026 sind dafür 500 Millionen Euro eingestellt. Für Lkw entsteht an 350 Rastanlagen ein eigenes Schnellladenetz mit rund 4.200 Ladepunkten für das schnelle Zwischenladen und das Übernachtladen. Hinzu kommt die „Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für E-Lkw“ für öffentlich zugängliche Ladepunkte, etwa auf Autohöfen und in Gewerbegebieten, sowie für nicht öffentliche Ladepunkte in Depots und auf Betriebshöfen. Für weitere Informationen zum Ausbau verweist das Ministerium auf den Masterplan Ladeinfrastruktur 2030.

An welchen Autobahnabschnitten fehlen euch heute noch Schnelllader direkt an der Strecke, und weicht ihr dafür bislang auf Autohöfe aus?

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