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AMG Lithium eröffnet Testlabor für Festelektrolyte in Frankfurt

AMG Lithium eröffnet Testlabor für Festelektrolyte in Frankfurt

AMG Lithium hat in Frankfurt sein neues Performance Lab „PerLa“ in Betrieb genommen. Dort will das Unternehmen sulfidische Festelektrolyte künftig unter realitätsnäheren Bedingungen in vollständigen Laborzellen testen und gemeinsam mit Kunden weiterentwickeln.

Labor von AMG Lithium in Frankfurt für Festelektrolyte.

Bild: AMG Lithium

Mit dem neuen Labor erweitert AMG Lithium seine Entwicklungsaktivitäten für Festkörperbatterien am Standort Frankfurt. Die Laborfläche wächst um 250 auf rund 1.100 Quadratmeter. Herzstück ist eine Glovebox-Linie, in der der komplette Herstellungsprozess von Laborzellen unter kontrollierter, inerter Atmosphäre abgebildet werden kann.

Dazu gehören die Herstellung der Elektrodenpasten, die Beschichtung, die Zellassemblierung und schließlich die Verpackung als Pouch-Zelle. Für elektrochemische Untersuchungen stehen nach Angaben des Unternehmens mehr als 200 Messplätze zur Verfügung.

Der eigentliche Schritt liegt damit weniger in der zusätzlichen Laborfläche als in der Möglichkeit, die eigenen Materialien unter anwendungsnäheren Bedingungen zu prüfen. AMG Lithium kann seine Festelektrolyte nun nicht mehr nur auf Materialebene charakterisieren, sondern auch in kompletten Batteriezellen mit standardisierten Testprotokollen untersuchen.

Das soll insbesondere gemeinsame Entwicklungsprojekte mit Kunden erleichtern. AMG Lithium positioniert sich damit stärker an der Schnittstelle zwischen Materialentwicklung und Zellvalidierung. Eine industrielle Zellfertigung ist damit allerdings nicht verbunden.

Image 2: Labor von AMG Lithium in Frankfurt für Festelektrolyte.

Fokus auf sulfidische Festelektrolyte

AMG Lithium entwickelt in Frankfurt sulfidische Festelektrolyte für künftige Festkörperbatterien. Solche Materialien sollen den flüssigen Elektrolyten heutiger Lithium-Ionen-Zellen ersetzen. Die Technologie verspricht grundsätzlich Vorteile bei Energiedichte und Sicherheit, steht aber weiterhin vor Herausforderungen bei Materialstabilität, Zellintegration und industrieller Fertigung.

Gerade deshalb ist die Validierung in vollständigen Zellen entscheidend. Materialeigenschaften, die sich im Labormaßstab gut darstellen lassen, müssen sich auch im Zusammenspiel mit Elektroden, Grenzflächen und realen Fertigungsprozessen bewähren.

Mit PerLa will AMG Lithium diesen Schritt nun stärker im eigenen Haus abbilden. Das Unternehmen spricht von einem wichtigen Baustein für den Markteintritt seiner Festelektrolyttechnologie. Konkrete Angaben zu Kundenprojekten, Abnahmevereinbarungen oder einem möglichen Produktionshochlauf für die Festelektrolyte macht AMG Lithium bislang jedoch nicht.

Parallel baut das Unternehmen seine industrielle Basis für Batteriematerialien in Deutschland aus. In Bitterfeld-Wolfen erweitert AMG Lithium seine Kapazitäten zur Herstellung von Lithiumsalzen in Batteriequalität. Dafür erhält das Unternehmen 36 Millionen Euro aus dem Bundesförderprogramm STARK bei einer Gesamtinvestition von 180 Millionen Euro. Geplant ist dort eine Jahreskapazität von 20.000 Tonnen Lithiumverbindungen in Batteriequalität. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums entspricht das rechnerisch einer Batterieproduktion von rund 34 GWh pro Jahr.

_Quelle: Infos per Email_