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Politik

Sebastian Schmitt, Leiter der Elektrifizierten Antriebstechnik bei ZF, wird in den Vorstand berufen

Sebastian Schmitt, Leiter der Elektrifizierten Antriebstechnik bei ZF, wird in den Vorstand berufen

Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen ordnet eine Umstrukturierung seines Vorstands an. Vor dem Hintergrund eines strengen Umstrukturierungsprogramms sowie anhaltender Marktprobleme wird Sebastian Schmitt – der derzeitige Leiter der Abteilung für elektrifizierte Antriebssysteme – in den Vorstand berufen. Gleichzeitig verlässt CTO Peter Holdmann das Unternehmen.

Sebastian Schmitt bei ZF

Der Vorstand von ZF Friedrichshafen AG steht vor weiteren Personaländerungen. Ab dem 1. September 2026 wird der Aufsichtsrat den 44-jährigen Industrieingenieur Sebastian Schmitt in das höchste Führungsgremium des Unternehmens berufen. Schmitt, der seit November 2025 die Abteilung für Elektrifizierte Antriebstechnologien (Division E) leitet, wird nun diese strategisch wichtige Geschäftseinheit direkt auf Vorstandsebene leiten und zusätzlich Verantwortung für die Märkte in Nord- und Südamerika übernehmen.

Dagegen wird der derzeitige Vorstandsmitglied Dr. Peter Holdmann auf gegenseitigem Einvernehmen am 31. August 2026 die Gesellschaft verlassen. Wie das Unternehmen mitteilte, hat Holdmann aus persönlichen Gründen beschlossen, seinen im August auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Holdmanns Karriere in der im Bodenseegebiet ansässigen Technologiegruppe umfasst mehr als 26 Jahre, wobei er im Mai 2024 im Zuge einer Umstrukturierung die Leitung der Abteilung Chassis Solutions übernahm. Zuletzt war er außerdem Chief Technology Officer (CTO) und prägte damit die technologische Ausrichtung der Gruppe.

Doch Holdmanns Weggang hat eine Hintergrundgeschichte. Laut Manager Magazin gilt er nach Angaben von Insidern inzwischen bei den Mitarbeitern als zunehmend umstritten. Es soll häufig zu Spannungen zwischen dem Manager und dem einflussreichen Betriebsrat gekommen sein, insbesondere bei Diskussionen über die strengen Kostensenkungsmaßnahmen des angeschlagenen Zulieferers. Mit einem Umsatz von 38,8 Milliarden Euro im Jahr 2025 und rund 153.000 Mitarbeitern bleibt ZF einer der globalen Großkonzerne unter den Automobilzulieferern; doch das vergangene Geschäftsjahr endete mit einem Betriebsverlust von 1,8 Milliarden Euro. Dies folgte unter anderem auf erhebliche Belastungen durch den Übergang zu elektrischen Antriebsystemen. Im Januar einigte sich ZF mit verschiedenen Kunden darauf, mehrere Projekte aufgrund des langsameren Voranschreitens der Elektromobilität als erwartet vorzeitig abzubrechen, da diese nicht die erwartete Rentabilität erreicht hatten.

Durch Holdmanns Weggang wird es zu einer Umverteilung der wichtigsten Verantwortlichkeiten an der Spitze der Gruppe kommen. Mathias Miedreich, der im September 2025 zum CEO ernannt wurde, übernimmt zusätzliche Verantwortung für die Abteilung Chassis Solutions sowie das gesamtkonzernweite Forschungs- und Entwicklungsprogramm. Dadurch werden die zentralen technischen Bereiche unter der Leitung des CEOs zusammengefasst, obwohl Miedreich aus dem Bereich Betriebswirtschaft und nicht aus der Ingenieurwissenschaft stammt. Obwohl Miedreich intern für sein schnelles Verständnis komplexer Probleme geschätzt wird, sorgt die Ernennung von Sebastian Schmitt in den Vorstand dafür, dass die Abteilung für Elektroantriebe wieder direkt auf Führungsebene vertreten ist.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Rolf Breidenbach, würdigte den scheidenden Vorstandsmitglied: „Der Aufsichtsrat dankt Dr. Peter Holdmann für sein Engagement und seine konsequente Führung bei der Integration und Entwicklung der Sparte Chassis Solutions.“ Gleichzeitig übermittelte Breidenbach seinen besten Wünschen an seinen Nachfolger: „Sebastian Schmitt kennt die Sparte Electrified Powertrain Technology in- und auswendig und trug dazu bei, dass die Umstrukturierung bereits früh Ergebnisse zeigte. Jetzt ist es wichtig, diesen Fortschritt aufrechtzuerhalten.“

Für den neuen Vorstandsmitglied Schmitt und CEO Miedreich ist es derzeit vorrangig, das umfassende Umstrukturierungsprogramm des Automobilzulieferers konsequent voranzutreiben. Angesichts anhaltender Marktbedingungen, erheblicher Drucke auf die Marge bei Elektronikkomponenten sowie Stellenabbau – wobei in Deutschland bereits 14.000 Arbeitsplätze, darunter 7.600 in der Sparte E, abgebaut wurden – bleibt die operative Stabilisierung des Unternehmens eine gewaltige Herausforderung.

EV

Quelle: electrive