Der Xpeng G9L kommt am 12. Oktober nach Europa. Der 5,12 Meter lange SUV aus Österreich strebt ein höheres Niveau an als der G9.

Xpeng wird das Modell G9L auf der Paris Auto Show am 12. Oktober 2026 präsentieren, wobei die europäischen Fahrzeuge in der Fabrik von Magna Steyr in Graz hergestellt werden sollen. Es handelt sich um einen großen, 5,12 Meter langen Elektro-SUV mit einem Preis ab 241.800 Yuan, was in China etwa 36.050 Dollar entspricht.
Für Europa sind zwei Dinge besonders interessant. Erstens die lokale Montage in Österreich. Zweitens versucht Xpeng, sich über das klassische G9 hinaus zu entwickeln und eher in Richtung eines familienfreundlichen Premium-Modells mit Displays, Kühlschrank und einer wendigen Hinterachse zu gehen.
Was kann das Xpeng G9L?
Das G9L hat eine Länge von 5120 mm, eine Breite von 1999 mm, eine Höhe von 1782 mm und einen Radstand von 3100 mm. Trotz dieser Abmessungen bietet der Hersteller nur fünf Sitzplätze an. Das zeigt deutlich, dass Raum und Ausstattung Vorrang hatten, anstatt einen dritten Sitzreihen notgedrungen unterzubringen.
An Bord befinden sich Huawei-Strahler mit Bildprojektion auf die Straße sowie ein externer Projektorbildschirm mit einer Diagonale von 98 Zoll. Im Inneren gibt es einen großen zentralen Bildschirm, ein schmales Set an LCD-Anzeigen, einen AR-Bildschirm, einen 9-Zoll-Digitalspiegel, einen Bildschirm für den Passagier im Fond sowie einen 21,4-Zoll-Dachbildschirm. Dazu kommen drei Turing AI-Chips mit einer Gesamtleistung von 2250 TOPS.
Die Ausstattungsliste ist lang: vier schließende Türen, ein Kühlschrank mit 12,5 Litern Fassungsvermögen, Sitze mit Heizung, Belüftung und Massagefunktion, ein 50-Watt-Induktionsladegerät, ein klappbarer Tisch im hinteren Armlehnenbereich, 33 Lautsprecher sowie ein Kofferraum mit einer Kapazität von 1152 Litern. Es gibt außerdem eine hintere Drehachse, wodurch der Wendekreis bei 4,96 Metern liegen soll. Für ein Auto dieser Größe ist das durchaus beeindruckend.
In der elektrischen Version bildet ein RWD-Motor mit einer Leistung von 270 kW die Basis und ermöglicht eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 6,8 Sekunden. Die 91,9 kWh große LFP-Batterie soll eine Reichweite von bis zu 702 km nach CLTC-Werten liefern. Die AWD-Variante erhält zusätzlich einen vorderen Motor mit 160 kW, wodurch die Gesamtleistung auf 430 kW steigt. Die Reichweite sinkt dabei bei derselben Batterie auf 660 km nach CLTC-Werten. Es gibt außerdem ein größeres Paket mit 110 kWh, das eine Reichweite von 755 km nach CLTC verspricht. Auf dem Papier klingt das gut, doch die CLTC-Werte in Europa müssen immer mit einer Korrektur interpretiert werden.
Auch eine EREV-Version existiert, doch Europa hört derzeit hauptsächlich von EVs
Xpeng hat außerdem den G9L als EREV-Version entwickelt. Diese Version verfügt über zwei Motoren – einen vorderen mit 160 kW und einen hinteren mit 230 kW – was insgesamt 370 kW ergibt, sowie eine Beschleunigung auf 100 km/h in 4,95 Sekunden. Der 63,3 kWh große LFP-Akku von CALB soll eine elektrische Reichweite von 435 km nach CLTC-Werten ermöglichen, während der 1,5-Liter-Turbo-Benzinmotor mit 110 kW als Generator fungiert. Der Kraftstofftank hat ein Fassungsvermögen von 60 Litern, und der Hersteller gibt eine Gesamtreichweite von 1602 km nach CLTC an.
Der chinesische Preis des G9L vor Rabatten liegt bei 241.800–319.800 Yuan, was etwa 36.050–47.680 US-Dollar entspricht. Europäische Preise gibt es noch nicht, doch die Montage in Graz deutet darauf hin, dass das Auto nicht günstig sein wird. Es ist eher ein Konkurrent zu großen, gut ausgestatteten SUVs als ein Preiskampf mit dem Tesla Model Y.
Der zweite Aspekt ist für den Hersteller weniger vorteilhaft. Laut China EV DataTracker hat Xpeng von Januar bis August 2026 insgesamt 241.111 Fahrzeuge verkauft, was einem Rückgang von 10,5 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Das Unternehmen strebt bis zum Ende des Jahres 600.000 Fahrzeuge an, wofür es in den letzten vier Monaten etwa 89.750 Fahrzeuge pro Monat verkaufen müsste. Kurz gesagt: Der Plan ist sehr ehrgeizig.
Das G9L selbst kann der Marke in Europa helfen, scheint aber nicht wie ein Modell zu sein, das allein die Jahresergebnisse retten kann. Welchen Einfluss werden Sie eher erwarten – die österreichische Produktion oder einfach ein großer, luxuriöser SUV chinesischer Herkunft?
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