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XPENG G9: 391 kW an der Ladesäule und 12 Minuten für 80 Prozent Ladestand. Die Elektroautos entwickeln sich schnell weiter

XPENG G9: 391 kW an der Ladesäule und 12 Minuten für 80 Prozent Ladestand. Die Elektroautos entwickeln sich schnell weiter

XPENG G9: Bewertung unabhängig vom Herkunftsaspekt

Noch vor einigen Jahren standen chinesische Elektroautos in erster Linie für einen attraktiven Preis. Sie sollten eine günstigere Alternative zu europäischen Marken sein, und im Austausch für den niedrigeren Preis konnten manche schlechtere Materialien, ein schwächeres Fahrverhalten oder unzureichend ausgearbeitete Multimedia-Funktionen in Kauf genommen werden. Der XPENG G9 zeigt sehr deutlich, wie schnell dieses Bild veraltet ist.

Das ist ein Auto, das man nicht anhand seines Ursprungs beurteilen muss. Viel sinnvoller ist es, es direkt mit großen elektrischen SUVs von Premium-Marken zu vergleichen und herauszufinden, wo es besser abschneidet und wo schlechter. Nach einigen hundert Kilometern am Steuer ist eines sicher: Der G9 hat einige sehr starke Argumente.

Das Interieur vermittelt tatsächlich ein Premium-Gefühl

Der erste gute Eindruck entsteht bereits, bevor das Auto in Bewegung kommt. Die Materialqualität ist sehr hoch, die meisten Oberflächen, mit denen Fahrer und Passagiere in Berührung kommen, sind weich und angenehm im Griff, und die Verarbeitung der Elemente lässt keine Wünsche übrig. Es entsteht hier nicht der Eindruck, dass der Hersteller seine gesamte Aufmerksamkeit auf Bildschirme und beeindruckende Funktionen gerichtet hat und bei der Qualität des Innenraums gespart hat.

Die Sitze sind sehr bequem und eignen sich hervorragend für lange Reisen. Zur Verfügung stehen Heizung, Belüftung sowie Massagefunktionen. Es handelt sich dabei nicht um reine Katalogfunktionen. Bei mehrstündiger Fahrt verbessern die belüfteten Sitze sowie die Möglichkeit, eine Massagefunktion zu aktivieren, den Komfort tatsächlich erheblich.

Auch die Fahrerkabine macht in Bezug auf Ergonomie und Platzangebot einen sehr guten Eindruck. Alles ist modern gestaltet, ohne dass ein Gefühl von Chaos entsteht. Das Auto lernt man schnell kennen, und nach kurzer Zeit wird das Bedienen der wichtigsten Funktionen ganz natürlich.

XPENG G9: 391 kW bei der Ladung und 12 Minuten bis zu 80 Prozent. „Elektroautos“ entwickeln sich schnell – XPENG G9 22 1

Der Fahrkomfort ist einer der größten Vorteile des G9

Der XPENG G9 ist in erster Linie auf Komfort ausgelegt. Die Federung filtert Unebenheiten sehr gut und ermöglicht es, lange Strecken entspannt zurückzulegen. Das Auto versucht nicht unbedingt, wie ein Sport-SUV zu wirken, obwohl stärkere Versionen sehr gute Leistungen bieten.

Meiner Meinung nach ist das eine richtige Entscheidung. Bei solchen Abmessungen und dem Charakter des Fahrzeugs sind Flüssigkeit im Fahren, Stabilität sowie der Komfort der Passagiere weitaus wichtiger als übermäßig starre Federungseinstellungen.

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Trotz seines hohen Gewichts fährt sich der G9 äußerst sicher. Auf Autobahnen behält er seine Stabilität, erfordert keine ständigen Lenkkorrekturen und vermittelt ein Gefühl der Ruhe. Das Lenksystem ist vorhersehbar, und das Auto wirkt nicht so groß wie seine äußeren Abmessungen vermuten lassen.

Die Geräuschdämmung ist ein weiterer Stärkepunkt

Bei einem Elektroauto gewinnt die Geräuschdämmung besondere Bedeutung. Der Fehlende Verbrennungsmotor macht es deutlich einfacher, das Geräusch der Reifen oder der Luft wahrzunehmen. Im G9 wurden diese Elemente sehr gut von der Fahrerkabine isoliert.

Auch bei Autobahngeschwindigkeiten bleibt es im Inneren weiterhin ruhig und angenehm. Es ist nicht notwendig, die Stimme zu erheben, wenn man spricht, und längere Fahrten führen nicht zur Ermüdung durch Lärm. In Kombination mit der weichen Federung und den bequemen Sitzen ergibt sich so ein hervorragendes Auto für lange Fahrten.

Viel Platz für die Familie

Der XPENG G9 ist ein wirklich großer SUV. Er ist fast 4,9 Meter lang und hat eine Radstandlänge von rund 3 Metern. Diese Werte wirken sich direkt auf den Platz im Innenraum aus.

In unserem Fall war es problemlos möglich, auf der Rücksitzbank zwei Kindersitze mit Halterungen zu montieren. Wichtig ist, dass zwischen ihnen immer noch ein Erwachsener sitzen konnte. Für Familien mit zwei kleinen Kindern ist das ein sehr praktischer Vorteil, denn in vielen Autos wird der mittlere Sitz nach dem Einbau von zwei Kindersitzen im Grunde unbrauchbar.

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Bei einem der Sets fiel ihr jedoch die Geometrie des Sofas auf. Damit die Basis richtig ausgerichtet war, war der Unterschied zwischen ihrer Einstellung und der Oberfläche des Sitzes ziemlich groß. Das bedeutet nicht, dass das G9 Probleme mit Kindersitzen hat, aber vor dem Kauf lohnt es sich, die konkrete Basis sowie den Kindersitz in der eigenen Konfiguration zu überprüfen.

Multimedia gehören zu den besten Elementen des Autos

Das Infotainment-System arbeitet sehr schnell und reibungslos. Die Grafik ist modern, die Reaktionen auf Berührungen sofortig, und insgesamt wirkt es wie ein Produkt, das von einem Unternehmen entworfen wurde, das moderne Consumer-Elektronik gut versteht.

Auf dem Fahrzeugboden befinden sich große Bildschirme, und ein separater Passagierscreen ermöglicht es, multimediale Inhalte unabhängig vom Fahrer zu nutzen. Auf ihm kann man beispielsweise während der Fahrt YouTube ansehen, wobei der Bildschirm so konzipiert ist, dass die Sicht auf das Bild vom Fahrersitz aus eingeschränkt wird.

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Bei langen Fahrten erweist sich eine solche Lösung als sehr praktisch. Der Passagier kann Filme ansehen oder andere multimediale Funktionen nutzen, ohne den Hauptbildschirm des Autos in Anspruch nehmen zu müssen.

Dynaudio passt hervorragend zum Charakter des G9

Auch das Dynaudio-Audio-Set verdient Lob. Der Klang ist räumlich, klar und kraftvoll, und die gute Schalldämmung des Innenraums ermöglicht es zusätzlich, das volle Potenzial auszuschöpfen.

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Das ist eines dieser Ausstattungselemente, die die Ambitionen des G9 gut unterstreichen. Das Auto möchte ein komfortabler, moderner Premium-SUV sein, und das Audiosystem passt hervorragend zu diesem Charakter.

Der aktive Tempomat und der Spurhalteassistent funktionieren sehr natürlich

Auch die Fahrerassistenzsysteme überzeugen positiv. Der aktive Tempomat hält zuverlässig Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, und der Spurhalteassistent arbeitet reibungslos ohne den Eindruck, übermäßig nervös zu sein.

Die automatische Spurwechselfunktion funktioniert besonders gut. Das Auto führt den Manöver ruhig aus, ohne heftige Lenkbewegungen, und das Ganze wirkt natürlich und vorhersehbar.

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Das ist wichtig, denn in vielen neuen Autos sieht die Anzahl der ADAS-Systeme in den Spezifikationen beeindruckend aus, doch ihr Betrieb ist so störend, dass der Fahrer sie schnell ausschaltet. Beim G9 ist es umgekehrt. Es handelt sich dabei um Systeme, von denen man tatsächlich Gebrauch machen möchte.

Die größte technologische Demonstration der Stärke? Das Laden

Doch das spektakulärste Merkmal des XPENG G9 ist die Ladegeschwindigkeit. Je nach Version beträgt die maximale DC-Leistung 445 kW oder sogar 525 kW.

Auch die Zahl allein ist beeindruckend, aber weitaus wichtiger ist, wie sich das Auto an einer echten öffentlichen Ladesäule verhält.

In der Gegend von Ciechocinek haben wir den G9 an eine GreenWay Polska-Ladesäule mit einer maximalen Leistung von 400 kW angeschlossen. Das Auto erreichte eine Leistung von 391 kW.

Das bedeutet, es konnte praktisch die gesamte auf der Säule verfügbare Leistung nutzen.

Von 10 auf 80 Prozent in etwa 12 Minuten

Noch beeindruckender war die Gesamtlaufzeit der Ladevorgänge. Vom 20- auf das 100-Prozent-Niveau lud sich das Auto in etwa 28 Minuten auf, wobei die Ladesäule mehr als 98 kWh Energie lieferte.

Der wichtigste Ladebereich auf einer Reise sieht sogar noch besser aus: Vom 10- auf das 80-Prozent-Niveau benötigte der G9 etwa 12 Minuten.

Das ist ein Ergebnis, das tatsächlich die Denkweise bezüglich langer Fahrten mit einem Elektroauto verändert. Bei herkömmlichen Elektroautos bedeutet eine Pause an einer Schnellladestation oft 25–35 Minuten Wartezeit. Hier kann man bereits nach einigen Minuten weiterfahren.

Am meisten beeindruckt die Ladekurve

Die maximale Leistung von 525 kW sieht in Werbematerialien großartig aus, doch noch wichtiger ist, wie lange das Auto hohe Werte beibehält.

Beim G9 ist die Ladekurve außergewöhnlich gut. Selbst bei etwa 80 Prozent Akkulaufzeit kann das Auto weiterhin mehr als 200 kW aufnehmen.

Das ist einer der wichtigsten Parameter aus Sicht des Nutzers. Bei vielen Elektroautos sinkt die Leistung nach Erreichen von 70–80 Prozent so stark, dass eine weitere Ladung keinen Sinn mehr macht (zum Beispiel beim Tesla Model Y Long Range bei 80 Prozent).

Die Ladeleistung des Akkus beträgt lediglich 50 kW. Beim XPENG wird auch bei hohem Akkustand die Energie weiterhin sehr schnell aufgefüllt.

Dadurch muss der Fahrer nicht ständig darauf achten, das Auto genau bei 80 Prozent zu entladen. Wenn er für den nächsten Teil der Strecke mehr Reserve benötigt, kann er ein paar Minuten länger bleiben und weiterhin von einer sehr hohen Leistung profitieren.

Und erst jetzt gehen wir zur Streckentestung über

Um den G9 unter Bedingungen zu testen, unter denen ein solches Auto tatsächlich eingesetzt werden kann, wählten wir eine Strecke von Warschau in die Gegend um Ciechocinek. Eine Richtung betrug etwa 240 km.

Zu Beginn der Reise war der Akku zu 75 Prozent aufgeladen. Aufgrund des starken Verkehrs fuhren wir nach Łódź hauptsächlich mit einer Geschwindigkeit von etwa 110–120 km/h. Später stieg das Tempo an, und auf den schnelleren Abschnitten hielten wir in der Regel 130–140 km/h.

Nach einer Strecke von 240 km zeigte das Bordcomputer einen durchschnittlichen Verbrauch von 25,6 kWh/100 km an.

Angesichts der Abmessungen des Autos, seines Gewichts sowie der Autobahnfahrzeuggeschwindigkeiten ist dieses Ergebnis nicht besonders überraschend. Der G9 ist kein leichter, niedriger Sedan, der auf maximale Effizienz ausgelegt ist. Es handelt sich um einen großen und komfortablen SUV, der mit voller Batterie auf Autobahnen etwa 350 km zurücklegen kann.

Auf dem Rückweg war es noch besser

Auf dem Rückweg brachen wir mit einer auf 91 Prozent geladenen Batterie auf. Nach der gleichen, etwa 240 Kilometer langen Strecke blieben noch 28 Prozent der Batteriekapazität übrig.

Der Bordcomputer zeigte einen durchschnittlichen Verbrauch von 23,8 kWh/100 km an.

Das ist ein sehr ordentliches Ergebnis für einen großen SUV, der hauptsächlich auf Autobahnen fährt. Zudem stimmen die vom Computer angezeigten Werte gut mit der durch den Batteriestandsschwund resultierenden Energie überein.

Bei einem Verbrauch von 25,6 kWh/100 km entsprechen die ersten 240 km etwa 61,4 kWh Energie. Bei 23,8 kWh/100 km auf der Rückfahrt sind es etwa 57,1 kWh.

Das ist wichtig, denn es zeigt, dass die gemessene Verbrauchswerte glaubwürdig erscheinen.

Die tatsächliche Autobahnreichweite lässt sich auf etwa 360–390 km schätzen

Auf der Grundlage unserer Ergebnisse kann man annehmen, dass die größere Akkuversion G9 bei schneller Autobahnfahrt mit voller Ladung etwa 360–390 km zurücklegen sollte.

Natürlich hängt das Ergebnis von Temperatur, Wind, Höhenunterschieden, Belastung, Geschwindigkeit und Straßenbedingungen ab. Bei 130–140 km/h macht es jedoch keinen Sinn, Werte zu erwarten, die denen des WLTP-Katalogs nahekommen.

Und genau hier wird die außergewöhnlich schnelle Ladezeit von großer Bedeutung. Der G9 muss nicht der sparsamste Elektroauto auf dem Markt sein, da er die verbrauchte Energie sehr schnell wieder auffüllen kann.

Falls man die Batterie in etwa 12 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen kann, reicht ein kurzer Ladeprozess aus, um die Energie zu erhalten, die benötigt wird, um weitere etwa 250 km auf der Autobahn zurückzulegen.

Aber damit es nicht zu rosig aussieht, entdeckte ich während der Fahrt auch einen Schwachpunkt des Xpeng.

Es geht um die Schätzung des Batteriestands am Zielort.

Zu Beginn der Strecke von Warschau hatten wir 75 Prozent Batteriestand. Das Auto schätzte voraus, dass wir nach etwa 240 km mit 34 Prozent am Ziel ankommen würden.

In Wirklichkeit sah die Situation völlig anders aus.

Wir kamen mit 7 Prozent Batteriestand am Ziel an.

Der Unterschied betrug ganze 27 Prozentpunkte.

Das ist definitiv zu viel.

Vertrauen in die Prognose

In einem Elektroauto muss der Fahrer sich auf die Energieprognose am Ende der Strecke verlassen können. Wenn das System anzeigt, dass nach Erreichen des Ziels noch mehr als ein Drittel der Batterie verbleibt, während in Wirklichkeit nur noch wenige Prozent übrig sind, wird die Planung der Reise erheblich schwieriger.

Wichtig ist, dass die Anzeigen zum Energieverbrauch selbst korrekt aussahen. Alles deutet daher darauf hin, dass das Problem nicht in der Messung des Verbrauchs liegt, sondern im Algorithmus, der vorhersagt, wie viel Energie das Auto für den weiteren Streckenteil benötigen wird.

Das ist gerade eine gute Nachricht, denn ein solches Problem kann potenziell durch einen Software-Update behoben werden.

XPENG G9 – Urteil

Ausgezeichnet sind die Qualität des Innenraums, die Geräuschdämmung, die Federung, das Multimedia-System, das Audiosystem sowie die Funktionalität der Fahrerassistenzsysteme. Für Familien ist der Platz im zweiten Reihen sowie die Möglichkeit, zwei Kindersitze mitzunehmen, ohne den mittleren Sitz vollständig zu verlieren, ein großer Vorteil.

Der größte technologische Vorteil bleibt jedoch das Laden. 391 kW an einer öffentlichen 400-kW-Ladestation, etwa 12 Minuten von 10 auf 80 Prozent Ladestand und über 200 kW bei etwa 80 Prozent Batterieladung – das sind Zahlen, die tatsächlich die Art und Weise, wie man ein Elektroauto nutzt, verändern.

G9 ist keineswegs der energieeffizienteste Elektroauto auf dem Markt, und bei schneller Autobahnfahrt muss man mit einem Verbrauch von etwa 24–26 kWh/100 km rechnen. Allerdings wird das bei so kurzen Ladepausen kein großes Problem mehr.

Das Wichtigste, was noch verbessert werden muss, ist die Schätzung des Akkustands am Zielort. Wenn XPENG diesen Softwareaspekt weiter optimiert, wird das G9 zu einem der umfassendsten großen Elektro-SUVs in seiner Klasse.

Das ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie sich der Elektromobilitätsmarkt verändert. Noch vor Kurzem konkurrierten alle hauptsächlich um die angegebene Reichweite. Das G9 zeigt, dass der nächste Schritt etwas anderes sein könnte: nicht mehr darum, wer am weitesten ohne Pause fahren kann, sondern wer nach einer kurzen Pause am schnellsten wieder weiterfahren kann.

Łukasz Lewandowski, EV Klub Polska